Haartransplantation

Die Barttransplantation

von Reza Azar |

Natürlicher Bartwuchs und ein voll ausgebildeter Bart gelten für viele Männer als Indikator für Männlichkeit. Ein lässiger, sogenannter „Drei-Tage-Bart“ kann Gesichtszügen die Strenge nehmen, ein gepflegter Vollbart mit klaren Konturen hingegen vermittelt eher Souveränität und Männlichkeit. Ein Bart bietet aufgrund vielfältiger Gestaltungsmöglichkeiten die Option, die eigene Persönlichkeit zu unterstreichen oder auch in gewünschter Weise positiv zu verändern. In arabischen Ländern ist das Tragen eines Bartes traditionell verankert, während ein Bart im westlichen Kulturkreis eher aus modischen oder kosmetischen Gründen gewünscht wird. Derzeit ist insbesondere der Vollbart in Mode, dabei sind auch kunstvoll gestaltete Varianten sehr beliebt. Weitere Erscheinungsformen des Bartes sind neben dem „Drei-Tage-Bart“ und dem Vollbart der „Schnurrbart“, der „Henriquatre“ und der „klassische Kinnbart“.

Leider lässt sich der Wunsch nach einem voll ausgebildeten Bart nicht in jedem Falle auf natürliche Weise verwirklichen oder beispielsweise nach Krankheit oder Unfallgeschehen realisieren. Eine Barttransplantation bietet dank modernster Haartransplantationstechnik ausgezeichnete Möglichkeiten, einen Bart aufzufüllen oder zu rekonstruieren.

Das Interesse an einer Barttransplantation ist deutlich geringer, als vergleichsweise an anderen Eigenhaarverpflanzungen (Kopfhaar-, Augenbrauen- und Wimperntransplantationen), welche von beiden Geschlechtern wahrgenommen werden. Bei der Patientengruppe mit dem Wunsch nach einer Barttransplantation handelt es sich zu etwa 80% um junge Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, bei welchen in der Regel unzureichender oder unvollständiger Bartwuchs vorliegt. Nur etwa 20% der Patienten wünschen eine Barttransplantation, um Veränderungen aufgrund von Krankheits- oder Unfallgeschehen optisch kaschieren zu lassen.

Spenderhaare:

In der Regel wird das Spenderhaar für eine Barttransplantation vom Kopfareal gewonnen. Leidet der Patient unter androgenetischer Alopezie, kommt nur Spendermaterial aus dem gegen AGA resistenten, sicheren Haarkranz-Bereich infrage. Wird dieses allerdings für eine Haartransplantation im Kopfbereich benötigt, so kann für die Barttransplantation auch auf Brusthaare als Spenderhaar zurückgegriffen werden. Für die Behandlung eines kleinen Areals oder falls unfallbedingt Narben vorliegen, wir die Entnahme von Haaren aus dem unteren Kinnbereich oder Halsbereich empfohlen. Aus diesen Bereichen lassen sich bei gewissenhafter Vorgehensweise etwa zwischen 300 und 500 FU's gewinnen, ohne Narben zu hinterlassen.

Die Prognose:

Verfügt der Patient über eine intakte Gesichtshaut und leidet an genetisch bedingt geringem Bartwuchs, liegt die Anwuchsrate nach einer Barttransplantation bei 70-100%. Bei Behandlungen von vernarbter Haut können (je nach Auswahl des Spenderhaars) Anwuchsraten von 40 - 70% erreicht werden.

Zur Durchführung:

Die Anzahl der benötigten Transplantate variiert stark und definiert sich je nach der gewünschten Bartform. Für die Rekonstruktion eines kompletten Vollbarts werden in der Regel mehrere Behandlungen durchgeführt, welche zeitversetzt erfolgen. Für die komplette-Transplantation eines Vollbartes können unter Umständen bis zu mehrere Tausend Transplantate erforderlich sein.

Als Behandlungsmethode hat sich insbesondere das IFUE-Verfahren bewährt, welches auf intermittierendem Vorgehen basiert. Das gewonnene Spendermaterial wird dabei unverzüglich im Empfangsbereich eingesetzt, erst danach schließen sich ggf. weitere Entnahmen und Insertionen an. Die Wuchsrichtung der Transplantate wird je nach Richtung der noch vorhandenen Barthaare angelegt, auch können Patientenwünsche Berücksichtigung finden.

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