Haarausfall

Vorbereitung auf den drohenden Haarausfall durch Chemotherapie

von Reza Azar |

Zytostatika zur Krebstherapie

Zytostatika sind natürliche oder synthetische Substanzen, welche die Zellteilung und das Zellwachstum hemmen. Sie kommen z.B. bei der Behandlung von Krebs oder von Autoimmunerkrankungen zum Einsatz, in dem sie gezielt in den gesunden Wachstumszyklus der Zellen einwirken. Krebs bezeichnet in der Medizin einen malignen, also bösartigen Tumor bzw. eine maligne, also bösartige Neoplasie/Gewebeneubildung. Die malignen Tumorzellen besitzen eine erhöhte Zellteilungsrate und eine eingeschränkte Reparaturkapazität, was sie im Vergleich zu gesunden Zellen etwas empfindlicher gegenüber Zytostatika macht. Durch diesen Umstand werden Zytostatika zur Krebstherapie bzw. zur Zerstörung der bösartigen Zellen eingesetzt.

Haarausfall als Nebenwirkung der Chemotherapie

Bei der Behandlung durch Chemotherapie werden Körperzellen also bewusst geschädigt bzw. zerstört. Leider kommt es neben den gewollt angegriffenen Zellen auch zur ungewollten aber gegenwärtig noch unumgänglichen Schädigung anderer Körperzellen. Insbesondere schnell wachsende Zellen, wie Epithelzellen werden geschädigt. Dies sind unter anderem Haarwurzelzellen sowie Schleimhautepithele in der Mundhöhle und im Magen-Darm-Trakt. In der Regel wird eine derartige Schädigung etwa zwei bis vier Wochen nach Beginn der Bestrahlung offensichtlich, wenn ein starker Haarausfall einsetzt.

Umfang des Haarausfalls durch Chemotherapie

Der als Nebenwirkung einer Chemotherapie auftretende Haarverlust kann in seinem Umfang sehr unterschiedlich sein. Einflussfaktoren auf den Umfang des Haarverlustes durch Chemotherapie sind:

  • die Auswahl des Chemotherapeutikums
  • die verabreichten Dosis
  • die persönliche Veranlagung des Patienten

Generell kann wohl gesagt werden, dass eine Alopezie – also ein Haarverlust nach einer Polychemotherapie, einer Chemotherapie mit mehreren zytostatischen Wirkstoffen wahrscheinlicher ist, als nach einer Monotherapie, also einer Behandlung mit einem Medikament mit nur einer Wirksubstanz. Darüber hinaus führen oral eingenommene Cyclophosphamide in der Regel zu einem geringeren Haarausfall als intravenös verabreichte Applikationen. Starke Bestrahlung führt jedoch nicht nur zum Verlust der Kopfhaare, sondern kann darüber hinaus auch den Verlust sämtlicher Körperhaare zur Folge haben. Die Haare der Augenbrauen, der Wimpern sowie weitere Körperbehaarung können also auch komplett oder nur teilweise vom Haarverlust betroffen sein. Je nach individueller Haardichte wird der Haarausfall auf dem Kopf etwa ab Verlust der Hälfte aller normal bestehenden Haare sichtbar. Der Verlust von Wimpern- und Augenbrauenhaaren ist dagegen bereits bei einer geringeren Haaranzahl sichtbar, was dem Gesicht des Patienten - in Kombination mit dem Kopfhaarverlust - die optische Umrahmung und Akzentuierung nimmt und möglicherweise krank erscheinen lässt. Da die Kopfbehaarung, also das Haupthaar, die Wimpern- und Augenbrauenbehaarung sowie bei Männern, die Bartbehaarung sehr präsent und optisch stark individuell prägend sind, leiden die Betroffenen meist stark unter ihrem Haarverlust, der ihre Krankheit noch offensichtlicher macht. Diese psychische Belastung kommt zu der ursprünglich bestehenden physischen Erkrankung noch hinzu und stellt oft eine kraftraubende Doppelbelastung für den Patienten dar.

Planung: Haarverlust durch Chemotherapie /Bestrahlungstherapie

Sofern eine Strahlentherapie zur Bekämpfung einer Krankheit nötig ist, sollte sich der Patient nach Möglichkeit schon frühzeitig auch mit den entstehenden Nebenwirkungen – also dem offensichtlichen und umfänglichen Haarverlust auseinandersetzen. Ist ein Haarverlust bereits durch die Art der geplanten Chemotherapie wahrscheinlich und absehbar, so sollte sich der von Haarausfall durch Chemotherapie betroffene Patient, möglichst schon vor der Behandlung mit diesem Problem auseinandersetzen und diesen planen. Denn nur die wenigsten Betroffenen besitzen die Stärke und das Selbstvertrauen, den Haarverlust problemlos zu akzeptieren und mit ihm gut umzugehen. Eine mögliche Lösung der sinnvollen Planung könnte die frühzeitige Anfertigung eines Haarteils oder einer Perücke sein, welche von den Krankenkassen meistens auch bezahlt wird. Um den Übergang zur haararmen bzw. haarlosen Zeit zu erleichtern, könnte man die Haare zudem frühzeitig kürzen, um sich langsam an die neue Situation heranzuführen. Bei Haarausfall durch Chemotherapie könnten auch Kopfbedeckungen aller Art helfen, die Situation zumindest optisch zu verbessern. Es gibt eine Vielzahl schöner modischer Cappies, Hüte, Mützen und Tücher, die ein optisches Kaschieren des Problems ermöglichen. Die „chemotherapie-induzierte Alopezie“ bedeutet für viele Patienten auch eine zusätzlich psychische Belastung zur eigentlich physischen Krankheit. Erfreulich ist, dass der Haarverlust durch Chemotherapie in der Regel reversibel ist. Das heißt, dass ein erneutes Haarwachstum, einige Monate nach dem Therapierende zu erwarten ist.

Haartransplantation – eine sehr gute Lösung bei Haarausfall durch Chemotherapie

Wie bereits beschrieben, können Umfang und Lokalisation des durch Chemotherepie verursachten Haarausfalls sehr unterschiedlich sein. Es gibt zahlreiche Patienten, bei denen die Haare an den Wimpern und/oder auch Augenbrauen nach der Therapie partiell nicht mehr nachwachsen und dauerhaft ausbleiben. In derartigen Fällen können die fehlenden Haare durch eine Haartransplantation nach schonender I-FUE-Technik aufgefüllt bzw. komplettiert werden. Die I-FUE-Technik ist die schonendste Methode der Haartransplantation, bei der jeder Haarfollikel einzeln entnommen und einzeln an neuer Position transplantiert wird. Durch diesen minimalinvasiven Eingriff sind absolut hautschonende und zugleich individuelle Transplantations-ergebnisse möglich. Der Patient kann sich folglich über ein langfristiges Haarwachstum der transplantierten Areale freuen.

Im Zentrum für moderne Haartransplantation stehen wir Ihnen für ein Beratungsgespräch gerne zur Verfügung!

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