Haartransplantation

Korrekturbehandlung nach misslungener Haartransplantation

von Reza Azar |

Dank modernster Techniken und Methoden können mittels der modernen Haartransplantation wunderbar natürliche und langfristige Ergebnisse erzielt und den verschiedensten Formen von Haarausfall entgegengewirkt werden. Oft werden jedoch auch veraltete Behandlungsmethoden oder nicht fachgerechte Behandlungen angeboten, deren Folgen die Patienten unzufrieden und Korrekturen notwendig machen.

Als Ärztlicher Leiter des Zentrums für moderne Haartransplantation in Berlin beantwortet Reza Azar unsere Fragen zu Korrekturbehandlungen nach misslungenen Haartransplantationen:

Herr Azar, wieso haben Sie sich auf Korrekturbehandlungen nach misslungenen Haartransplantationen spezialisiert?

Die Vielzahl der Patienten, die mit misslungenen Haartransplantationen zu mir kommt, hat meine Spezialisierung auf Korrekturbehandlungen begründet und notwendig gemacht. Bei etwa 30% meiner Patienten handelt sich um Korrekturbehandlungen misslungener Haartransplantationen aus dem In- und Ausland. Diese Patienten haben bereits eine oder mehrere Haartransplantationen durchführen lassen, mit deren Ergebnis sie nicht zufrieden sind.

Eine fachmännisch gut durchgeführte Haartransplantation fällt positiv auf - aber nur den Personen, die den Patienten zuvor mit seinen Haarproblemen kannten - jeder andere wird aufgrund der Natürlichkeit der transplantierten Haare nie vermuten, dass dies das Ergebnis einer Haartransplantation ist.

Eine unfachmännisch durchgeführte Haartransplantation wird dagegen jedermann negativ auffallen, da das Ergebnis ganz offensichtlich unnatürlich ist. Z.B. Puppenkopfeffekt, Narben, unnatürliche Anwachsrichtung. Das ursprüngliche Problem des Patienten wird also nicht behoben, sondern sogar oft noch verschlechtert.

Was kann bei einer Haartransplantation schief laufen?

Schon bei der Entnahme der Spenderhaare werden oft gravierende Fehler gemacht. Wird eine zu aggressive Entnahme der Spenderhaare durchgeführt, hat dies eine traumabedingte und irreparable Ausdünnung der Kopfhaare zur Folge. Daher ist die weit verbreitete Annahme, dass eine hohe Anzahl der Transplantate ein besonderes Qualitätsmerkmal für gute Haartransplantationen sei, falsch.

Aber auch beim Einsetzen der Transplantate werden oft Behandlungsfehler gemacht, die im späteren Ergebnis sichtbar werden (z.B. Puppenkopfeffekt). So führen Fehlplatzierungen der Spenderhaare zu einer falschen Wuchsrichtung oder zu geringe Fachkenntnisse oder Sorgfalt des behandelnden Arztes zu nur geringen Anwuchsraten der Transplantate.

Wie kommt es zu Behandlungen, die dann Korrekturbehandlungen erforderlich machen?

Aus Kostengründen lassen sich viele Patienten oft in anderen Ländern behandeln, wo der Eingriff zwar zunächst kostengünstiger, jedoch meistens von nicht-ärztlichem Personal oder unter Einsatz zu grober Instrumente, veralteter Methoden oder auch unsachgemäßer Anwendung moderner Transplantationsmethoden durchgeführt wird. Von derartigen Erfahrungen berichten mir Patienten, die mich anschließend zur Korrekturbehandlung aufsuchen, leider immer wieder.

Was sollten Patienten bei der Arzt- und Methodenauswahl beachten?

Ganz wichtig ist die Entscheidung für eine moderne Transplantationsmethode, wie z.B. die FUE- oder die I-FUE Methode. Nur diese garantieren eine patientenschonende Behandlung. Zudem sollte die komplette Behandlung ausschließlich von ärztlich ausgebildetem Personal durchgeführt werden, welches neben fachlicher Kompetenz auch hohe hygienische Standards gewährleistet. Gute Qualität hat auch in der Haartransplantation seinen Preis, weshalb auf Billiganbieter verzichtet werden sollte. Eine gute Informationsquelle ist das Internet. In unabhängigen Foren, wie z.B. „Alopezie.de“ kann man sich informieren und von Tipps und Erfahrungsberichten anderer Patienten profitieren.

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