Wimperntransplantation

Wimperntransplantation: Empfehlung des IFUE-Verfahrens

von Reza Azar |

Neben den Augenbrauen tragen ebenso die Wimpern/das Wimpernvolumen maßgeblich zum äußeren Erscheinungsbild des Gesichts bei. Insbesondere Frauen legen besonderen Wert auf vollständige und voluminöse Wimpernreihen und sind vielfach bereit, einiges auf sich zu nehmen für den gewünschten Effekt. Viele kosmetische Produkte versprechen großartige Erfolge, beispielsweise soll ein „Over-Night-Balsam“ die Gesundheit der Wimpern fördern, auch wird Wimpernserum als vielversprechendes Mittel beworben. Um den Wimpern mehr Volumen zu verleihen, greifen sehr viele Frauen täglich zu Wimperntusche, die (ausgestattet mit unterschiedlichen Bürstenformen) in etlichen Qualitäten erhältlich ist. Sogenannte „Wimpernklemmen“ bilden oft das Finish der kosmetischen Wimpernbehandung und geben den getuschten Wimpern eine schwungvolle Form, die durch die mechanische Einwirkung der Klemme hervorgerufen wird.

Kosmetik kann zu Wimpernverlust führen

Dabei findet zumeist nicht ausreichend Berücksichtigung, dass sich kosmetische Anwendungen und Maßnahmen negativ auf die Wimpern auswirken können - in Form von Strukturschädigungen und letztlich durch den Ausfall von Wimpernhaaren. Insbesondere das jahrelange Tragen künstlicher Wimpern oder Wimpern-Extensions kann den Verlust von Wimpernhaaren nach sich ziehen als Folge von Kleben, Drücken und mechanischen Kräften.

Der Wunsch nach einer Wimperntransplantation beruht auf unterschiedlichen Beweggründen. Etwa 70% der Patientinnen leiden an Wimpernschädigungen oder Wimpernverlust aufgrund o.g. Umstände. Weitere ca. 20% der Patientinnen besitzen gesunde Wimpern mit normaler Dichte, wünschen sich allerdings längere Wimpern oder mehr Volumen. Nur ein vergleichsweise sehr geringer Teil der Patientinnen (um die 10%) wünschen eine Wimperntransplantation, um die Folgeerscheinungen nach beispielsweise einem Unfall/nach Tumorentfernung am Augenlid/durch Alopecia Areata oder chronische Blepharitis beheben zu lassen. Dabei werden etwa 80% der Wimperntransplantationen an den Oberlidern und lediglich um die 20% an den Unterlidern durchgeführt.

Für Wimperntransplantationen werden ausschließlich Multi-Follikeleinheiten verwendet. Kopfhaar-Follikel erfüllen dieses Merkmal zumeist und sind daher besonders gut geeignet für Wimperntransplantationen. Es sollte jedoch eingehend darüber informiert werden, dass Kopf-Haare ihr Wachstumsverhalten im Empfangsbereich (Wimpernkranz) nicht anpassen und ein kontinuierliches Kürzen der Wimpernhaare erforderlich sein wird. Alternativ können auch Körperhaare eine Option für eine Wimperntransplantation sein. Diese besitzen ein vermindertes Längenwachstum, ein Kürzen der Wimpernhaare ist daher nicht so häufig notwendig. Im individuellen Fall entscheidet der Haarchirurg auf Grundlage der Haarbeschaffenheiten, welche Haarfollikel Verwendung finden können.

Wimperntransplantation für mehr Volumen und längere Wimpern

Zur Durchführung einer Wimperntransplantation wird das „IFUE“- Verfahren nach dem Prinzip von intermittierender Entnahme und Einsetzung der einzelnen Haarfollikel empfohlen.

Eine Wimperntransplantation erfordert viel Erfahrung seitens des ausführenden Haarchirurgen. Die Transplantation der Unterlider stellt besonders hohe Anforderungen an die Fähigkeiten des Arztes, denn die Inzisionswinkel müssen sehr sorgfältig und individuell gewählt werden, damit der intakte Verschlussmechanismus des Auges ohne Einwärtsdrehung der Wimpern erhalten bleibt. Darüber hinaus ist Vorsicht bei der Transplantation der Oberlider geboten bei Patientinnen mit permanent tätowiertem Lidstrich. Das an den Wimpernkranz angrenzende, oberflächlich vernarbende Augenlid kann leicht reißen, dies gilt ebenso zu beachten bei älteren Patientinnen mit geringer Elastizität der Augenlider.

Die Haarlänge der tranplantierten Wimpern beträgt nach dem Eingriff etwa 1 mm. In der postoperativen Phase kann sich das Wachstumsverhalten der Transplantate von Patient zu Pateint unterschiedlich entwickeln. In der Regel kommen dabei drei verschiedene Verlaufsarten vor:

  • Kein Ausfall der transplantierten Wimpern, langsamer Übergang in das direkte Wachstum
  • Direkter, jedoch verlangsamter Übergang eines Teils der transplantierten Wimpernhaare und Ausfall des übrigen Teils der Transplantate. Ab dem 3. Monat nach der Behandlung wachsen die ausgefallenen Wimpernhärchen nach, das endgültige Resultat mit voll ausgebildeter Dichte ist etwa nach dem 8. postoperativen Monat erreicht
  • Der überwiegende Teil der Transplantate fällt innerhalb 1-3 Wochen nach der Behandlung aus. Das Wachstum der Wimpern stellt sich ab dem 3. postoperativen Monat ein, die endgültige Wimpernlänge und Dichte sind ca. nach dem 8. Monat ausgebildet

Die Anwuchsrate liegt bei Wimperntransplantationen in der Regel bei 50-100%. Patientinnen mit relativ dünnem Haar sollten jedoch mindestens eine weitere Behandlung in Betracht ziehen, um ein zufriedenstellendes Resultat erreichen zu können.

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