FUE-Haartransplantation: Überblick, Ablauf & Alternativen

FUE – eine schonende Methode der Haarverpflanzung

Eine Haarverpflanzung kann nach verschiedenen Methoden durchgeführt werden und je nachdem invasiv (in das Hautgewebe eindringend) oder minimalinvasiv (nur minimal in das Gewebe eindringend) erfolgen. Bereits die grundsätzliche Entscheidung für bzw. gegen eine bestimmte Entnahmetechnik ist ausschlaggebend für das spätere Behandlungsergebnis.

FUE ist die Abkürzung für „Follicular Unit Extraction“ (auch Pflücktechnik oder Zupftechnik), sie bezeichnet eine Technik der minimalinvasiven Haartransplantation. Dabei werden komplette Follikuläre Einheiten inklusive Haarwurzeln aus der Haut extrahiert und an anderen, von Haarausfall betroffenen Bereichen, transplantiert.

Anwendung – Wann bietet sich die FUE-Technik an?

  • Haartransplantation am Kopf
  • Barthaartransplantation
  • Augenbrauentransplantation
  • Rekonstruktion von Brusthaaren
  • Rekonstruktion und Korrektur von Haarlinien, Geheimratsecken und mehr

Ablauf der Haartransplantation

1. Rasur des Spenderbereichs

Rasur des Spenderbereichs ist notwendig

Rasur der Haare im Spenderareal ist bei der FUE-Haartransplantation auf eine Länge von 2 mm zwingend erforderlich.

Das Spenderareal wird als sogenannte „Sichere Zone“ definiert, welche nicht von Haarausfall betroffen ist und auch zukünftig nie betroffen sein wird. Diese Haut-Haar-Areale sind der hintere und seitliche Haarkranz sowie Hautareale mit Körperbehaarung, wie Brust-, Rücken- Bart- und Achselbereiche.

Bei guter Haardichte im Entnahmebereich kann ggf. auch eine Teilrasur der Haare ausreichen und eine Komplettrasur nicht erforderlich machen. Die Teilrasur kann vorrangig bei Menschen mit langen Haaren gut realisiert werden. Vor allem bei der Haarverpflanzung bei Frauen kann diese reduzierte Form der Rasur eine sehr gute Lösung innerhalb der Haarausfallbehandlung darstellen.

Bei der Transplantation der Geheimratsecken kann in der Regel auf die Rasur der Haare am Oberkopf verzichtet werden. Ebenso kann bei der Transplantation von Hautarealen mit einer Ausdünnung der Kopfhaare von mehr als 80% auf die Rasur verzichtet werden.

Vorteile der Rasur von Deckhaaren und des Empfangsareals

  • Rasur ist hygienischer, da die Haare sonst verkleben
  • Die Abstände zwischen noch bestehenden Haaren sind bei rasierter Kurzhaarfrisur für den behandelnden Arzt besser ersichtlich und können effektiver behandelt werden
  • Bei längeren Haaren im Empfangsareal kommt es oft zum Verkleben der transplantierten Haare mit den umliegenden Haaren. Dies führt zur Schädigung oder zum Verlust der Transplantate

2. Örtliche Betäubung des Entnahme-Bereichs

Nach der Rasur erfolgt die Hautdesinfektion. Erst danach kann die Betäubung des Spenderbereichs mittels Injektionen durchgeführt werden. Eine exzessive Gabe von Betäubungsmitteln ist zu vermeiden.

3. Entnahme aller benötigter Haarfollikel mit hauchfeiner Hohlnadel

Mit einer Hohlnadel werden die Follikel ausgestanzt

Für die schonende Extraktion der Follikulären Einheiten inklusive der darin befindlichen Haarwurzeln werden spezielle Hohlnadeln mit unterschiedlichen Durchmessern verwendet.

Hohlnadel und Follikuläre Einheiten – FUE-Technik

Die Extraktion bei der FUE-Haartransplantation erfolgt in zwei Arbeitsschritten:

  1. wird die Hohlnadel entlang der Wuchsrichtung über das gekürzte Haar gestülpt und etwa 3-4 mm in die Kopfhaut eingeführt. Dadurch wird das Haar inklusive Haarwurzel aus dem umgebenden Hautgewebe getrennt.

  2. erfolgt die tatsächliche FUE-Entnahme, in dem die angestanzte Haarwurzeleinheit/ Follikuläre Einheit mittels einer Pinzette herausgezupft und aus dem umgebenden Gewebe gelöst wird.

Die einzelnen Transplantate werden sozusagen aus der Haut „gepflückt“ bzw. „gezupft“, weshalb man bei der Haartransplantation mit FUE-Technik auch von einer „Pflücktechnik“ oder „Zupftechnik“ sprechen kann.

4. Lagerung des Spendermaterials in Nährstofflösung

Zum Schutze der empfindlichen Transplantate gegen Austrocknung und Schädigung werden die entnommenen Haarwurzeln direkt nach ihrer Entnahme in einer, auf 4 Grad Celsius gekühlten, Nährlösung gelagert.

5. Kontrolle der entnommenen Haargruppen und Sortierung nach Anzahl der enthaltenen Haarwurzeln

Die Kontrolle erfolgt mikroskopisch oder unter speziellen Lupen. Eventuell beschädigte Transplantate werden aussortiert. Dann folgt eine Sortierung und Dokumentation der Haarfollikel-Gruppen-Verteilung nach ihrer Haaranzahl.

6. Großflächige örtliche Betäubung des Empfangsareals

Lokale Betäubung des Empfangsareals

Die Betäubung erfolgt ähnlich wie im Spenderareal. Auch hier sollte die Menge des Betäubungsmittels möglichst gering dosiert werden, da große Mengen an Lokalanästhetikum zur Verengung der Gefäße (Vasokonstriktion) im Empfangsareal führen.

Bedingt durch die folglich schlechte Durchblutung der Kopfhaut können die frisch transplantierten Haarwurzeln nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, was letztlich zur Schädigung der empfindlichen Transplantate führen kann.

Zudem verursacht die erhöhte Dosierung von Lokalanästhetikum Schwellungen der Gesichts- und Augenpartie, welche durch die zusätzliche Gabe von Kochsalzlösung (im Sinne von Tumeszenz) noch verstärkt wird.

Durch die minimal-dosierte effektive Injektion von Lokalanästhetikum und die Unterlassung von Tumeszenz-Anästhesie können derart unerwünschte Weichteilschwellungen vermieden werden.

7. Erzeugung aller Empfangskanäle nach Slit-Technik

Mit speziell angefertigten, feinen Klingen, welche in ihrer Größe den zu transplantierenden Haarfollikel-Gruppen entsprechen, werden winzige Empfangskanäle in der Haut der zu transplantierenden Fläche erzeugt.

Die Vorbereitung der Empfangslöcher setzt großes handwerkliches Geschick und Erfahrung des Arztes voraus, da diese nicht nur im korrekten Abstand zueinander erfolgen, sondern zudem im richtigen Winkel in die Empfangshaut eingebracht werden müssen.

Dies geschieht mittels der manuellen minimal-invasiven Schlitz-Technik. Die so erzeugten Empfangskanäle für die Transplantate haben einen entscheidenden Einfluss auf das Einwachsen des Spendermaterials und die spätere Haardichte.

8. Transplantation der Haarfollikel-Gruppen in die Empfangskanäle

Die Haarwurzeln werden mit einer Pinzette eingesetzt

Die Haar-Transplantate werden manuell und einzeln mittels einer feinen Pinzette in die Empfangskanäle eingesetzt. Dies muss winkelgenau geschehen, da hierdurch die Wachstumsrichtung der Haarwurzeltransplantate vorgegeben wird. Die Wachstumsrichtung nimmt großen Einfluss auf die Natürlichkeit der Haaroptik.

9. Kontrolle der Platzierung, Dichte und Wuchsrichtung der Haartransplantate

Der letzte Arbeitsschritt der FUE-Haartransplantation dient der Qualitätskontrolle. Hier kontrolliert der Arzt nochmals die eingesetzten Transplantate bezüglich korrekter Platzierung, Dichte und Einsatzwinkel.

Die Haartransplantation mit der FUE Methode im Überblick

Geeignet:

Als Kopfhaartransplantation für Frauen und Männer mit erblich bedingtem Haarausfall sowie für Wimpern-, Augenbrauen-, Bart- und Körperhaartransplantationen.

Dauer:

Variiert je nach Eingriff und Umfang zwischen wenigen Stunden bis zu 2 aufeinanderfolgenden Tagen.

Vorgehen:

Die Entnahme der natürlich gewachsenen Haargruppen als Spenderhaare erfolgt einzeln in einem einzigen langen Arbeitsschritt aus dem Spenderareal. Die Transplantation der einzelnen Spendertransplantate in den Empfangsbereich erfolgt ebenfalls in einem einzigen langen Arbeitsintervall.

Vorteile:

Da die Entnahme der Haarfollikel-Transplantate mittels kleiner Hohlnadeln erfolgt, handelt es sich um ein minimalinvasives und gewebeschonendes Verfahren, welches schmerzarm ist und nur winzige, kaum sichtbare Narben zurücklässt und gleichzeitig und optisch natürliche Ergebnisse erzielt.

Nachteile:

Leider nimmt die Zahl der motorisierten Anwendung der FUE-Methode mit sogenannten Mikromotoren stark zu, welche mit starken Verletzungen der Kopfhaut und der Haarwurzeln sowie Blutungen im Spenderbereich einhergehen.
Die ständige Blutung, welche durch die stark rotierende Entnahmenadel verursacht wird, stört die Sicht des Arztes bei der Entnahme der Transplantate. Das Ergebnis zeigt sich in fleckigen haarlosen, teils narbigen Arealen mit verstärkter Ausdünnung der angrenzenden Haare („Mottenfraß-Muster“). Die Behandlungszeit ist im Vergleich zu herkömmlichen Methoden der Haartransplantation relativ lang.

Kosten:

Variieren je nach Eingriff und Umfang, die Abrechnung erfolgt nach Gebührenordnung für Ärzte/ GOÄ, der Preis pro Transplantat beträgt mindestens 4,66 €.

Die FUE Haartransplantation im Vergleich

Die Eigenhaartransplantation mit der anatomischen Extraktion der Follikulären Einheiten bringt im Vergleich zur veralteten Haartransplantationstechnik mit FUT viele Vorteile mit sich:

  • FUE ist eine haut-schonende und nahezu narbenfreie Behandlungsmethode von Haarausfall.
  • Durch die skalpell-freie Behandlung der FUE-Haartransplantation entstehen nur geringe Blutung und minimaler Blutverlust.Die Aufnahme sportlicher Aktivitäten ist bereits ab 2 Wochen nach der Operation möglich.
  • Durch das minimalinvasive Vorgehen kommt es in mehr als 80% der Patientenfälle zu einer schmerzarmen postoperativen Phase.
  • Die FUE erlaubt die gezielte, dosierte Entnahme von Haarwurzeln.
  • Die gleichmäßige Entnahme der Haarwurzeln ist aus der gesamten Haarkranzregion (hinten und seitlich) möglich. So kann eine sichtbare Ausdünnung der Donor-Region/ Spenderregion vermieden werden.

Das Haarwachstum nach der Haartransplantation

Das Wachstum der transplantierten Haare nach der Haartransplantation erfolgt in den folgenden Phasen:

Anwachsen der eingesetzten Haare erfolgt binnen der ersten fünf postoperativen Tage. Etwa 95 % der transplantierten Haare fallen innerhalb der ersten drei Wochen nach der Behandlung aus

Die Haare gewinnen in der ersten postoperativen Woche an Längenwachstum

Ab der zweiten postoperativen Woche stagniert das Längenwachstum

Zwischen der ersten und der dritten postoperativen Woche kommt es zum Ausfall der implantierten Haare, jedoch verbleiben die dazugehörigen Haarwurzeln im Hautgewebe

Erst nach Regeneration der Haarwurzeln kommt es ab dem dritten postoperativen Monat zum beginnenden Haarwachstum

Bei mehr als 80% der transplantierten Patienten wird das Endresultat der FUE-Haartransplantation nach 12 Monaten sichtbar

Etwa 20% der Patienten sind sogenannte „Slow grower“, bei ihnen wird das Ergebnis der Transplantation erst nach etwa 18 Monaten erreicht und sichtbar

Video zur FUE-Haartransplantation
Das folgende Video zeigt das täglich fortschreitende Einwachsen der transplantierten Haare nach der FUE-Haartransplantation.

Die Alternative:
I-FUE-Haartransplantation nach Reza P. Azar

Die I-FUE-Haartransplantation ist die optimierte Version der FUE-Technik mit vielversprechender Wirkung:

  • weniger Betäubungsmittel notwendig
  • keine Schwellungen im Gesicht nach der OP
  • überdurchschnittliche Anwuchsrate von > 90 %
  • besonders natürliche Ergebnisse
  • noch schonender & garantiert narbenfrei

Im Zentrum für moderne Haartransplantation in Berlin sind wir auf alle Formen des Haarausfalls und seine Therapien spezialisiert. So können in einigen Fällen auch regenerative Behandlungen (PRP, Stammzellen etc.) in Frage kommen – eben je nach Ursache und individueller Ausgangslage.

Gerne nehmen helfen wir auch Ihnen, wieder volles und schönes Haar zu erlangen. Und das nicht nur kurzfristig, sondern langfristig und so schonend wie möglich.

Vereinbaren Sie jetzt einen persönlichen Beratungstermin mit unserem Chefarzt Reza P. Azar, dem führenden Spezialisten in Deutschland auf dem Gebiet der modernen Haarchirurgie.

Wie können wir Ihnen helfen?

Sie interessieren sich für eine professionelle Diagnostik und Behandlung Ihres Haarausfalls? Oder Sie möchten ihre Wimpern, Augenbrauen oder Ihren Bart durch eine Haartransplantation wiederherstellen oder optisch verschönern lassen? Dann kontaktieren Sie uns gerne!

Reza P. Azar, Ärztlicher Leiter

Zentrum für moderne Haartransplantation
Nollendorfplatz 3-4
D-10777 Berlin

Telefon: +49-30 206 474 18

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