Haarausfall nach Schwangerschaft:
Ursachen, Dauer & Behandlung

Kann eine Schwangerschaft ursächlich für Haarausfall der Schwangeren sein oder langfristig das Risiko erhöhen? Um diese Frage zu klären, ist festzuhalten, dass der Haarbestand des Menschen unter anderem von Hormonen abhängig ist. Eine Schwangerschaft beeinflusst den Hormonhaushalt der Frau während und nach der Schwangerschaft in signifikanter Weise. Insbesondere das Hormon „Östrogen“ spielt dabei eine bedeutende Rolle.

Nach der Geburt eines Kindes sinkt der Östrogenspiegel der Mutter. Als Folge dessen setzt bei vielen Frauen das sogenannte postpartale Effluvium (von lat.: post partum = nach der Geburt und lat.: Effluvium = gesteigerter Haarausfall) ein, welches eine Form des diffusen Haarausfalls ist. Dieser diffuse Haarausfall verteilt sich gleichmäßig über den gesamten Kopf und hängt also unmittelbar mit der Schwangerschaft zusammen.

Erfahren Sie im Folgenden mehr über die Hintergründe, Ursachen und Behandlungsansätze bei Haarausfall in der Schwangerschaft.

Welche Formen des Haarausfalls sind nach der Schwangerschaft zu beobachten?

Die Ursachen und Formen von Haarausfall sind vielfältig. Nur teilweise lässt sich die Art des Haarausfalls einer bestimmten Ursache zuordnen (wie es zum Beispiel bei der Autoimmunerkrankung Alopecia areata der Fall ist).

  • Der hormonell bedingte Haarausfall nach einer Schwangerschaft verteilt sich meistens über den gesamten Kopf.
  • Es entstehen lichte Stellen und eine ausgedünnte Haarpracht. Besonders deutlich sichtbar wird der Haarverlust meist in der Scheitelregion und an den Schläfen.
  • Da jedes Haar nur eine begrenzte Lebensphase hat, ist es völlig normal, jeden Tag bis zu 100 Haare zu verlieren. Erst wenn man über einen Zeitraum von mehreren Wochen deutlich mehr Haare verliert, spricht der Mediziner von Haarausfall.

Was ist die Ursache für Haarausfall nach einer Schwangerschaft?

Während einer Schwangerschaft werden die Hormone der werdenden Mama ordentlich durcheinander geworfen. Die Hormone sorgen dafür, dass das Baby gut versorgt wird, die Schwangerschaft intakt bleibt und der Körper der Mutter auf die Geburt vorbereitet wird. Vor allem der Östrogenspiegel erhöht sich deutlich.

Bei vielen Schwangeren führt das dazu, dass die Haut reiner und strahlender wird. Die Haare erscheinen oft voller und glänzender. Das Östrogen verlängert die Wachstumsphase der Haarfollikel und dadurch die Lebenszeit der Haare.

Nach der Entbindung fällt der Östrogenspiegel jedoch zügig ab. Dadurch wechseln die Haarfollikel in die Ruhephase - die Haare werden brüchiger und es kommt zum Haarausfall.

Bei manchen Frauen sorgen Hormonschwankungen bereits während der Schwangerschaft für einen vermehrten Haarausfall. Insbesondere Frauen, die vorher die Pille genommen haben, sind anfälliger dafür. Da auch in der Pille Hormone enthalten sind, muss nach deren Absetzen der weibliche Körper die eigene Hormonproduktion zunächst anpassen. Auch das kann für ein hormonelles Ungleichgewicht und einen vermehrten Haarverlust sorgen.

Zusätzlich ist während einer Schwangerschaft der Bedarf an verschiedenen Nährstoffen und Spurenelementen erhöht. Der Bedarf an Eisen und Folsäure kann zum Beispiel um bis zu 60 Prozent steigen. Das Baby braucht diese Stoffe, um zu wachsen und sich weiterzuentwickeln.

Selbst bei sonst gesunden Frauen kann dadurch während der Schwangerschaft manchmal ein Eisenmangel auftreten, der zu Haarausfall führen kann. Insbesondere in der zweiten Schwangerschaftshälfte, wenn das Wachstum des Babys besonders zügig vor sich geht, neigen Schwangere zu einem Eisenmangel.

Wie lange dauert der Haarausfall nach einer Schwangerschaft?

Bis sich der Hormonhaushalt einer Frau nach der Entbindung wieder normalisiert hat, kann ein vermehrter Haarausfall vorkommen. In der Regel dauert das etwa drei bis sechs Monate. Manchmal vergeht aber auch bis zu einem Jahr.

Der weitere postpartale Verlauf hat keinen Einfluss auf den Haarverlust, auch Stillen beeinflusst den Haarausfall nicht. Die Hormonumstellung ist völlig normal und kann nicht beschleunigt werden. Abhilfe schafft in dieser Zeit eher ein neuer Haarschnitt oder ein paar Strähnchen - die richtige Frisur kann das Haar fülliger und dichter aussehen lassen.

Nach einer Schwangerschaft verändert sich der Körper der Frau meist nachhaltig. Besteht dann auch noch ein relevanter Haarverlust, kann das eine große psychische Belastung sein.

Sollte sich der Haarausfall nicht nach ein paar Monaten wesentlich bessern und auch sonst keine behandelbare Ursache dafür gefunden werden, kann die frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem Spezialzentrum für Haarausfall-Behandlungen und Haartransplantationen sinnvoll sein.

Was kann ich bei Haarausfall nach der Schwangerschaft tun?

Der Haarausfall nach einer Schwangerschaft ist in der Regel harmlos - bewahren Sie also Ruhe. Wenn die Hormonumstellung vorbei ist, reguliert sich das Haarwachstum von alleine wieder. Wenn es Ihnen ansonsten gut geht, Sie sich fit und gesund fühlen, besteht kein Grund zur Sorge.

Es gibt jedoch zusätzliche Ursachen, die den Haarverlust verstärken und die Haarqualität verringern können. Dazu gehören Stress, Schlafmangel und eine unausgewogene Ernährung. Versuchen Sie also, Ihrem Körper Ruhe und Zeit zur Erholung zu gönnen. Ernähren Sie sich ausgewogen und abwechslungsreich. Achten Sie darauf, dass Sie genügend Vitamine und Spurenelemente zu sich nehmen.

Das Haar selbst sollte mit einem sanften Shampoo gewaschen werden und möglichst von Farbe, heißem Fön und mechanisch reizenden Frisuren verschont bleiben. Eine Kopfmassage kann die Durchblutung der Kopfhaut anregen und die Haarfollikel stimulieren.

Was kann ich tun, wenn der Haarausfall bestehen bleibt?

Nach spätestens einem Jahr sollte das Haarwachstum wieder so sein, wie vor der Schwangerschaft. Bleibt der Haarverlust bestehen, sind möglicherweise andere Gründe ursächlich. Kontaktieren Sie daher Ihren Hausarzt, Dermatologen oder Gynäkologen, wenn der Haarausfall über ein Jahr nach der Geburt weiterhin ungewöhnlich stark ist. Durch Blutuntersuchungen können andere Ursachen, wie z.B. Autoimmunerkrankungen oder Mangelzustände für einen Haarverlust ausfindig gemacht werden.

Manchmal kann ein postpartales Effluvium auch in eine androgenetische Alopezie übergehen. Unter diesem erblich bedingten Haarausfall leiden bis zu 30 Prozent aller Frauen. Meist tritt er in den Wechseljahren auf, kann aber auch durch eine Schwangerschaft getriggert bzw. ausgelöst werden.

Bei manchen Patientinnen kann eine Hormontherapie zur Behandlung eines hormonell bedingten Haarausfalls hilfreich sein. Da jedoch auch schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können, sind die Therapiemöglichkeiten diesbezüglich oft begrenzt. Sollten Sie unter einem optisch sehr auffälligen Haarausfall leiden, so können Sie auch in einer Haarsprechstunde eines Spezialisten für Haartransplantationen und Haarausfallerkrankungen aufzusuchen. Meist kann schon eine regenerative Therapie, die PRP-Therapie, helfen, den Haarverlust aufzuhalten. Die Behandlung ist minimal-invasiv und frei von Nebenwirkungen.

Die PRP-Therapie ist eine Eigenblut-Plasma-Therapie. Die Grundsubstanz, das "Platelet Rich Plasma", wird durch eine spezielle Aufbereitung des von der Patientin entnommenen Blutes gewonnen. Es handelt sich um hochkonzentriertes Blutplasma, welches viele Wachstumsfaktoren, Zytokine und Mikronährstoffe enthält. Diese Stoffe sind wichtig für die Zellteilung und -regeneration. Dadurch werden die Haarfollikel stimuliert und die Kopfhaut besser durchblutet. Das Haar kann wieder länger und kräftiger wachsen.

Lässt sich das eigene Haar nicht mehr regenerieren, kann eine Haartransplantation die rettende Alternative sein. Mit der I-FUE-Technik (Intermittent Follicular Unit Extraction) wird Ihr eigenes Haar an die kahlen Stellen transplantiert. Ein schonender Eingriff, bei dem hohe Anwuchsraten zu erwarten sind. Egal, ob der Scheitel licht ist oder die Schläfen leicht kahl werden - mit der Haartransplantation können Sie sich schon ggf. bald wieder über eine natürliche und volle Haarpracht freuen. Wenn sich jedoch der Haarausfall über den gesamten Kopf erstreckt und dadurch zu wenig Spendermaterial vorhanden ist, sollte eine Haartransplantation nicht durchgeführt werden. Darum gilt: je früher der Haarausfall durch regenerative Behandlungen gestoppt wird, desto erfolgreicher wird die späte Haartransplantation sein.

Kann man Haarausfall nach einer Schwangerschaft vorbeugen?

Während einer Schwangerschaft werden die weiblichen Hormone im Körper völlig neu eingestellt, um dem heranwachsenden Lebewesen bestmögliche Bedingungen zu bieten und die werdende Mama auf die Entbindung vorzubereiten. Das ist völlig normal und lässt sich auch nicht ändern. Einem hormonell bedingten Haarverlust während und nach der Schwangerschaft lässt sich somit nicht vorbeugen.

Ist der Haarverlust hingegen durch einen in der Schwangerschaft erhöhten Nährstoffbedarf verursacht, lässt sich meist Abhilfe schaffen. Während der Schwangerschaftsvorsorge wird zum Beispiel der Eisenhaushalt mehrmals gemessen. Über eine Blutentnahme kann der Eisenspeicher bestimmt und gegebenenfalls nach ärztlicher Rücksprache wieder aufgefüllt werden. Auch wenn Präparate mit Vitaminen und Spurenelementen oft als Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich sind, sollten Sie die Einnahme mit Ihrem Hausarzt oder Gynäkologen absprechen.

Fazit: Das Wichtigste zusammengefasst

  • Eine Schwangerschaft steht nicht nur für ein Wechselbad der Gefühle, sondern auch für ein Auf und Ab der weiblichen Hormone. Der Körper weiß, was er tut und kann das selbstständig regulieren.
  • Ein hormonell bedingter Haarausfall während und insbesondere nach einer Schwangerschaft ist daher kein Grund zur Sorge. Bewahren Sie Ruhe - in der Regel ist nach maximal einem Jahr alles wieder beim Alten.
  • Bleibt der Haarverlust bestehen und lassen sich keine anderen Ursachen dafür finden, wie ein Nährstoffmangel oder falsche Haarpflege, wenden Sie sich ruhig frühzeitig an einen Experten für Haarausfall-Erkrankungen.
  • Oft kann schon eine regenerative Therapie wie die PRP-Behandlung oder Stammzellentherapie helfen, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und das Haarwachstum wieder in normale Bahnen zu lenken.
  • Wenn das eigene Haar nicht mehr wächst wie es soll, kommt immer noch eine Haartransplantation für Frauen infrage. Mit einer speziellen minimal-invasiven Technik entstehen nahezu keine Narben, es bestehen maximale Chancen für einen guten Anwuchs. So steht Ihrer neuen Wohlfühlfrisur nichts mehr im Wege.

Wie können wir Ihnen helfen?

Sie interessieren sich für eine professionelle Diagnostik und Behandlung Ihres Haarausfalls? Oder Sie möchten ihre Wimpern, Augenbrauen oder Ihren Bart durch eine Haartransplantation wiederherstellen oder optisch verschönern lassen? Dann kontaktieren Sie uns gerne!

Reza Azar, Ärztlicher Leiter

Zentrum für moderne Haartransplantation
Kurfürstendamm 218
10719 Berlin

Telefon: +49-30 206 474 18

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