Biotin gegen Haarausfall: Hilft es wirklich?

Biotin ist ein wichtiges Vitamin für die Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln, da es an der Biosynthese von Keratin beteiligt ist. Das Vitamin wird über die Nahrung aufgenommen. Immer wieder werden jedoch auch Nahrungsergänzungsmittel mit Biotin oder biotinhaltige Shampoos beworben.

Ist Biotin eine sinnvolle Ergänzung, um schöne und schnell wachsende Haare zu bekommen oder eher teuer und unnötig? Hilft Biotin gegen Haarausfall, generell oder bei manchen Formen? Wir klären auf!

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Biotin gehört zur Gruppe der B-Vitamine.
  • Biotin ist wichtig im Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydratstoffwechsel, fördert DNA- Synthese und Zellwachstum, sorgt für Stabilität von Haut und Schleimhäuten und ist an gesundem Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln beteiligt.
  • Über die Ernährung kann in aller Regel ausreichend Biotin aufgenommen werden. Ein Biotinmangel ist extrem selten.
  • Biotinmangel kann brüchige Haare oder Haarausfall verursachen.
  • Nahrungsergänzungsmittel mit Biotin haben keinen wissenschaftlich erwiesenen Nutzen.
  • Biotin muss nur in Ausnahmefällen bei nachgewiesenem Mangel als Tablette verabreicht werden.

2. Was ist Biotin?

Biotin ist ein Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine. Es wird auch Vitamin B7 oder Vitamin H genannt. Es ist Bestandteil einiger wichtiger Enzyme im Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Zusätzlich ist es beim Zellwachstum beteiligt und sorgt für ein gesundes Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln. Es ist auch für die richtige Funktion und die Aufrechterhaltung von Schleimhäuten, Talgdrüsen, Nervengewebe und Blutzellen wichtig. Bei der Zellteilung hilft es, die im Erbgut enthaltenen Informationen korrekt zu übermitteln.

Biotin kommt in vielen Nahrungsmitteln vor, oft jedoch nur in geringen Mengen. Um das vorhandene Angebot gut zu nutzen, hat der Körper daher Recycling-Mechanismen entwickelt. Biotin kann sowohl im Stoffwechsel wieder zurückgewonnen werden als auch aus den Nierentubuli, wenn es über den Urin ausgeschieden wird. Im Darm kann bei einem Mangel des Vitamins der zuständige Aufnahme-Rezeptor erhöht werden.

Normalerweise kommt Biotin an Proteine gebunden vor und nicht in freier Form. Es ist wasserlöslich und wird über die Niere ausgeschieden. Da Biotin in zahlreichen Stoffwechselwegen eine Rolle spielt, kann ein Biotinmangel viele verschiedene Auswirkungen haben. Neben einer verminderten Aufnahme über die Nahrung kommen als Ursache für einen Biotinmangel auch Gendefekte im Bereich des Biotinstoffwechsels infrage.

3. Die Rolle von Biotin auf Haarwachstum und Haarausfall

Biotin ist an der Herstellung von Keratin beteiligt - der wichtigsten Grundsubstanz der Haare. Zusätzlich ist es ein wichtiger Hilfsstoff im Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Biotin wirkt beim Zellwachstum und bei der Biosynthese von DNA und Proteinen mit. Durch eine Aktivierung des Stoffwechsels fördert es die Neubildung von Haarwurzeln.

  • Ein Biotinmangel kann daher zu Haarausfall und vermindertem Haarwachstum führen - genau wie ein Vitaminmangel. Besonders empfindlich auf einen Biotinmangel reagiert auch die Haut: Es bilden sich Entzündungen der Mundwinkel, Hautausschläge und Veränderungen der Schleimhäute.
  • Auch Nägel und Nagelbetten können bei Biotinmangel Schaden nehmen.
  • In aller Regel kann über die Nahrung ausreichend Biotin aufgenommen werden. Ein Mangel ist deshalb extrem selten. Tabletten oder Kapseln mit hochdosiertem Biotin, die als Nahrungsergänzungsmittel angeboten werden, sind daher eher keine sinnvolle Ergänzung des eigenen Speiseplans.
  • Eine positive Wirkung von hochdosierter Biotin-Zufuhr auf Haut, Haare und Nägel (wenn kein Mangel besteht) wurde bisher nicht wissenschaftlich erwiesen.

4. Biotin: Bedarf und Dosierung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für gesunde Erwachsene die tägliche Aufnahme von 30 bis 60 Mikrogramm Biotin. Säuglinge benötigen etwa fünf bis zehn Mikrogramm pro Tag. In der Schwangerschaft und Stillzeit ist der Bedarf nicht erhöht. Frauen und Männer haben den gleichen Bedarf.

Der überwiegende Teil des Biotins wird über die Nahrung aufgenommen. Aber auch die Bakterien der Darmflora können Biotin herstellen, was vermutlich in gewisser Menge vom Körper verwertet wird. In der Regel kann das für den Körper notwendige Biotin problemlos über die Nahrung aufgenommen werden.

Ein Mangel ist äußerst selten und kommt nur bei bestimmten Risikogruppen vor. Dazu gehören Menschen mit bestimmten Darmerkrankungen, die das Vitamin nicht in ausreichender Menge resorbieren können. Eine langfristige Mangel- oder Fehlernährung kann ebenso zu einem Biotinmangel führen wie die langfristige parenterale Ernährung eines Patienten. Auch einige Medikamente können einen Biotinmangel zur Folge haben. Weiterhin verursachen bestimmte Gewohnheiten einen erhöhten Bedarf an Biotin. Dies ist bei exzessiven Sportlern ebenso der Fall wie bei Menschen, die regelmäßig einen erhöhten Alkoholkonsum haben oder einen hohen Nikotinkonsum.

Da Biotin wasserlöslich ist, kann es vom Körper relativ einfach ausgeschieden werden. Die therapeutische Breite ist sehr groß. Bisher sind bei Menschen keine schädlichen Wirkungen hoher Biotin-Dosierungen beobachtet worden. Es gibt nur wenige Studien an Tieren, die die negativen Effekte von Biotin untersucht haben. Hier zeigte sich, dass selbst das 10.000-fache der empfohlenen Tagesdosis keine messbaren Schäden anrichtete. Eine Überdosierung ist daher nach bisherigen Erfahrungen selbst bei der Einnahme hochdosierter Nahrungsergänzungsmittel nahezu unmöglich.

5. Symptome von Biotinmangel

Ein Mangel an Biotin lässt sich im Blut nachweisen und kann durch seine zahlreichen Wirkungen im Körper viele verschiedene Symptome verursachen. Dazu gehören:

  • Haarausfall, brüchige Nägel, Veränderung der Haarstruktur
  • Rötlicher, schuppiger Hautausschlag, betont an Mund, Nase, Augen und Genitalien
  • Muskelschmerzen
  • Missempfindungen der Haut wie Kribbeln und Taubheit
  • Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit
  • Störungen der Herzfunktion und niedriger Blutdruck
  • Vermehrte Anfälligkeit für Infektionen
  • Starke Müdigkeit, Depressionen

6. Biotin über Nahrungsmittel aufnehmen

Biotin ist in eher geringen Mengen in der Nahrung enthalten. Trotzdem ist es in der Regel kein Problem, ausreichend Biotin aufzunehmen, da es andererseits in sehr vielen Nahrungsmitteln vorkommt. Die wichtigsten Biotin-Lieferanten sind Pfifferlinge, Steinpilze und Rinderleber. Diese Nahrungsmittel sollten daher bei einem Mangel an Biotin bevorzugt verzehrt werden.

Aber auch in folgenden Nahrungsmitteln ist es in relevanten Mengen enthalten:

  • Eigelb
  • Soja
  • Haferflocken
  • Walnüsse
  • Champignons
  • Ungeschälter Reis
  • Fisch
  • Spinat
  • Erdnussbutter
  • Weizen-Vollkornmehl
  • Bananen
  • Erdbeeren
  • Mandeln
  • Erbsen

7. Biotin im Shampoo?

Auf dem Markt sind mehrere biotin-haltige Shampoos erhältlich. Die Hersteller werben damit, dass es die Haare griffiger und geschmeidiger machen und das Haarwachstum verbessern und beschleunigen soll. Ein wissenschaftlich nachgewiesener Effekt als Mittel gegen Haarausfall besteht jedoch nicht. Zudem dringt Biotin als wasserlösliche Substanz kaum in die Hornschicht der Haare oder durch die Kopfhaut ein. Daher sind andere Pflegeprodukte wesentlich sinnvoller, um die Haargesundheit zu verbessern.

Im Rahmen einer regenerativen Therapie beim Haarspezialisten kann Biotin zusammen mit anderen Vitaminen und Mineralstoffen als Spritze in die Kopfhaut verabreicht werden. Ziel ist die Anregung der Selbstheilungskräfte, um Alterungsprozesse des Zellwachstums zu verlangsamen und eine Regeneration von Haarwurzeln zu ermöglichen. Lesen Sie mehr zur Infusionstherapie und zur Meso-Therapie.

8. Biotin über Nahrungsergänzungsmittel einnehmen

In der Regel ist es problemlos möglich, den Bedarf an Biotin über die Nahrung zu decken. Bei einem nachgewiesenen Biotinmangel oder genetischen Defekten im Biotinstoffwechsel kann es notwendig sein, Biotin als Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen. Man kann es hochdosiert in der Apotheke, aber auch in vielen Internetshops oder im Supermarkt kaufen.

Es gibt Hersteller, die Biotin-Präparate auch bei gesunden Menschen als nützlich für die Gesundheit von Haut, Haaren und Nägeln bewerben. Der Nutzen ist wissenschaftlich nicht erwiesen, aber zumindest schadet die zusätzliche Aufnahme nicht.

Wichtig zu wissen ist, dass Biotin-Präparate aus chemischen Gründen bei der Blutentnahme bestimmte Laborparameter verfälschen können. Das betrifft sehr wichtige Laborwerte: Zum Beispiel können dadurch Werte, die auf einen Herzinfarkt hinweisen, falsch gemessen werden oder die Medikamentenspiegel von Immunsuppressiva nicht korrekt sein. Auch Spiegel von Vitamin D oder Folsäure können verfälscht sein. Mit Schilddrüsenwerten kann die Einnahme ebenfalls interferieren. Es ist daher wichtig, dass das Labor über die Einnahme des Präparats informiert wird, um zum Beispiel den richtigen Zeitpunkt für die Blutentnahme zu bestimmen oder in Notfällen die Probe gesondert aufzuarbeiten.

9. Welche Wirkstoffe sind zusätzlich wichtig für das Haarwachstum?

  • Neben Biotin gibt es zahlreiche weitere Substanzen, die für das gesunde Haarwachstum essenziell sind. Wichtig ist eine ausreichende Aufnahme der Vitamine A, B, C, D und E.
  • Auch zahlreiche Spurenelemente sind wichtig. Dazu gehört insbesondere das Eisen: Ein Eisenmangel gehört selbst in den Industriestaaten zu einer der häufigsten Ursachen für diffusen Haarausfall.
  • Aber auch auf eine ausreichende Zufuhr von Zink, Selen und Kupfer sollte geachtet werden.
  • Ebenso ist die Zufuhr von essenziellen Aminosäuren wichtig, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann und für die Bildung von Haut, Haaren und Nägeln und als Bestandteile von Muskeln und Organen benötigt.

10. Ernährung & Haargesundheit

Für eine schöne Haarpracht ist es wichtig, auf eine gesunde Ernährung zu achten, die dem Körper alle wichtigen Stoffe zuführt. Deshalb sollten folgende Lebensmittel häufiger auf Ihrem Speiseplan stehen:

  1. Haferflocken: Sie sind reich an Biotin und Zink und unterstützen damit die Bildung des Haarproteins Keratin.
  2. Kürbiskerne: Kürbiskerne sind reich an Zink und essenziellen Fettsäuren. Damit können sie für eine gesunde Kopfhaut sorgen.
  3. Brokkoli: Brokkoli gilt als Superfood für die Haare, weil es viele verschiedene für die Haargesundheit wichtige Stoffe enthält. Dazu gehören Calcium, Eisen, Zink, mehrere B-Vitamine und die Vitamine C und E.
  1. Linsen: Linsen können mit ihren wertvollen Inhaltsstoffen Zink, Biotin, Eisen und vielen pflanzlichen Eiweißen helfen, das Haar zu kräftigen und für glänzende, widerstandsfähige Haare sorgen.
  2. Mango: Mangos enthalten reichlich Vitamin A, C, E und Folsäure. Damit sind sie eine leckere Möglichkeit, das Haarwachstum anzuregen und Haarschäden zu vermeiden.

Wie können wir Ihnen helfen?

Sie interessieren sich für eine professionelle Diagnostik und Behandlung Ihres Haarausfalls? Oder Sie möchten ihre Wimpern, Augenbrauen oder Ihren Bart durch eine Haartransplantation wiederherstellen oder optisch verschönern lassen? Dann kontaktieren Sie uns gerne!

Reza Azar, Ärztlicher Leiter

Zentrum für moderne Haartransplantation
Kurfürstendamm 218
10719 Berlin

Telefon: +49-30 206 474 18

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