Was passiert nun genau an den Haarwurzeln, wenn es dort zu einer Entzündung kommt? Egal aus welchem Grund - im Rahmen der Immunreaktion wandern verschiedene Immunzellen aus dem Blut und den umliegenden Geweben ein. Sie werden durch die Produktion von bestimmten körpereigenen Stoffen, den Entzündungsmediatoren, angelockt und ihre Tätigkeit koordiniert.
So wird eine ganze Kaskade an Ereignissen angestoßen, an der letztlich eine ganze Reihe von Immunzellen und Stoffen beteiligt sind. Sie alle sind an der resultierenden Entzündungsreaktion beteiligt, die meist nicht mit der typischen Rötung, Schwellung und Überwärmung einhergeht und verborgen bleibt.
Die Funktion des betroffenen Gewebes kann aber bereits bei schwächeren Reaktionen beeinträchtigt sein, etwa bei chronischen Entzündungen. Die Reaktion lässt sich dann oft nur histologisch unter dem Mikroskop, durch die Anwesenheit von Entzündungszellen im Gewebe, nachweisen. Dennoch kann auch in diesen Fällen die gesamte Versorgung des Follikels gestört sein (Nährstoff, Sauerstoff). Auch kann die Entzündung auf benachbarte Gewebestrukturen übergreifen und sich somit ausbreiten - wie ein "Tsunami".
Betrachten wir den Haarfollikel, kann es zunächst zu vorübergehenden Störungen kommen: Das Haar fällt aus, weil es nicht mehr ausreichend versorgt wird und die Haarbildung des Haarfollikels ist gestört.
Eine anhaltende Entzündungsreaktion behindert das Haarwachstum, stört den Wachstumszyklus und zerstört langfristig den Haarfollikel.