Alopezie-Fachbegriffe, Definition & Erklärung zu Haarausfall-Arten

Wer nach dem Begriff "Alopecia" sucht, wird schnell auf zahlreiche weitere Namen und Unterformen stoßen. Der Fachbegriff steht für “Haarlosigkeit” bzw. “Haarausfall” und die Unterformen werden mit einem weiteren Begriff ergänzt und stehen für eine spezielle Form des Haarausfalls.

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Fachbegriffe und Definitionen in einer Übersicht.

Schnellübersicht: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Unter dem Oberbegriff Alopecia oder Alopezie werden unterschiedliche Arten von Haarausfall zusammengefasst.
  • Die Unterformen der Alopezie sind durch verschiedene Namenszusätze gekennzeichnet.
  • Viele Krankheiten sind unter mehreren Namen bekannt oder haben im Volksmund eine besondere Bezeichnung.
  • und wirkt besonders gut bei erblich bedingtem Haarausfall.

Alopecia

Alopecia oder Alopezie nennt man den Zustand, dass an Körperstellen, an denen normalerweise Haare vorhanden sind, eine Haarlosigkeit besteht. Damit meint man insbesondere eine Haarlosigkeit der Kopfhaut, aber auch der Bart-, Wimpern- und Augenbrauenhaare und der sonstigen Körperbehaarung. Mehr dazu hier:

Den Vorgang, der zur Haarlosigkeit führt, nennt man Haarausfall oder Effluvium. Man unterscheidet verschiedene Formen der Alopecia anhand der zugrunde liegenden Pathogenese. Dazu gehören zum Beispiel genetisch bedingte Störungen, Infektionen, hormonelle Störungen, Autoimmunerkrankungen oder verschiedene Hautkrankheiten.

Alopecia androgenetica

Die Alopecia androgenetica wird auch als androgenetische Alopezie oder als erblich bedingter Haarausfall bezeichnet.

  • Damit meint man die mit Abstand häufigste Form von übermäßigem Haarverlust. Sowohl bei Männern als auch bei Frauen macht diese Form über 90 Prozent aller Fälle von Haarausfall aus.
  • Ursächlich ist eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem männlichen Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT).
  • Bei Männern zeigt sich der erblich bedingte Haarausfall klassischerweise zunächst durch Bildung von Geheimratsecken, später bilden sich eine kahle Stirn- und Seitenpartie und eine kahle Tonsur. Die freien Stellen verschmelzen zunehmend miteinander, bis im Endstadium nur noch ein Haarkranz am Hinterkopf von Ohr zu Ohr steht. Die individuelle Ausprägung kann stark variieren. Bei manchen Männern beginnt der Haarausfall bereits mit Mitte zwanzig, in höherem Alter sind fast alle Männer mehr oder weniger betroffen.
  • Bei Frauen manifestiert sich die Alopecia androgenetica meistens ab den Wechseljahren. Es kommt zu einem zunehmenden Haarverlust im Bereich der Scheitelregion, wodurch der Scheitel immer breiter erscheint. Bis zu 40 Prozent der Frauen sind davon betroffen.

 

Alopecia praematura

Die Alopecia praematura, auch Alopecia simplex genannt, ist eine Erkrankung, die bei männlichen Jugendlichen auftritt.

  • Es handelt sich um eine erblich bedingte Form des Haarverlusts, die ähnlich wie die androgenetische Alopezie auf einer Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber dem männlichen Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) beruht.
  • Es kommt zu einem vorzeitigen Haarverlust, vor allem an der Stirn und den Schläfen. Zusätzlich ist die Haut in diesem Bereich häufig dünn und glänzend.

Alopecia senilis

Unter Alopecia senilis versteht man den altersbedingten Haarausfall bei Männern und Frauen.

  • Er entsteht durch biologische Alterungsprozesse der Haarwurzeln, ein nachlassendes Regenerationsvermögen der Haarwurzeln und eine zunehmende Zellalterung.
  • Charakteristisch ist ein zunehmendes Dünnerwerden der Haare über mehrere Jahre hinweg.

Alopecia areata

Alopecia areata ist auch unter dem Namen "kreisrunder Haarausfall" bekannt. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung.

  • Typischerweise entstehen runde oder ovale, komplett kahle Stellen im Haar. Meistens ist das Kopfhaar betroffen, aber auch an anderen Körperstellen ist ein Auftreten möglich.
  • Etwa zwei Prozent der Menschen sind von der Erkrankung betroffen, meistens junge Erwachsene. In vielen Fällen heilt die Krankheit spontan aus, Rezidive sind aber häufig.
  • Als Behandlungsoptionen stehen eine lokale oder systemische Cortisontherapie oder lokale Behandlungen mit Anthralin oder Dithranol zu Verfügung. Auch eine topische Immuntherapie oder die photochemische Behandlungsmethode Psoralen plus UV-A (PUVA) sind möglich.

 

Alopecia areata atrophicans

Bei der Alopecia areata atrophicans handelt es sich um eine Sonderform des kreisrunden Haarausfalls. Sie ist auch unter dem Namen Pseudopedale Brocq bekannt.

  • Betroffen sind vor allem Frauen zwischen 30 und 55 Jahren. Die Erkrankung beginnt schleichend mit kleinen, unregelmäßig rundlichen, haarlosen Flecken, die sich vor allem im Bereich des Scheitels und am Hinterkopf entwickeln.
  • Im Gegensatz zur Alopecia areata ist die Erkrankung nicht reversibel, sondern führt zu rötlich glänzenden haarlosen Stellen, an denen die Haarwurzeln irreversibel zerstört sind.

Alopecia areata atrophicans seu maligna

Als Alopecia areata atrophicans seu maligna bezeichnet man den Endzustand der Alopecia areata.

  • Die Haarfollikel sind bereits atrophiert, sodass ein neues Haarwachstum nicht mehr möglich ist.
  • Im Unterschied zur unregelmäßig begrenzten Alopecia areata atrophicans sind die haarlosen Stellen rund und glatt begrenzt. Der Begriff "maligna" bezieht sich nur auf die Unmöglichkeit eines neuen Haarwachstums und meint keine bösartige Erkrankung.

Alopecia areata diffusa

Die Alopecia areata diffusa ist eine Sonderform des kreisrunden Haarausfalls.

  • Dabei kommt es nicht zu dem klassischen Verteilungsmuster mit runden kahlen Stellen, sondern zu einer diffusen Ausdünnung des Haarkleids.
  • Sie kommt selten vor und wird häufig mit einem diffusen Haarausfall oder einer fortgeschrittenen androgenetischen Alopezie verwechselt. Die Therapie besteht bei schweren Fällen in einer systemischen Immunsuppression.

Alopecia areata multiplex

Bei der Alopecia areata multiplex treten mehrere kahle Herde am Kopf oder Körper auf. Es handelt sich ebenfalls um eine Unterform des kreisrunden Haarausfalls.

Alopecia areata simplex

Bei der Alopecia areata simplex tritt nur ein einzelner kahler Herd am Kopf oder Körper auf.

Alopecia universalis

Die Alopecia universalis ist eine besonders schwere Verlaufsform der Alopecia areata.

  • Es kommt zum Verlust der gesamten Kopf- und Körperbehaarung. Auch Wimpern oder Augenbrauen gehen verloren.
  • Die Autoimmunerkrankung kann in jedem Alter auftreten, eine genetische Komponente wird vermutet. Therapieversuche sind häufig wenig erfolgsversprechend.

Alopecia barbae

Die Alopecia barbae bezeichnet das Auftreten einzelner oder mehrerer kahler Stellen im Bartbereich des Mannes. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Unterform des kreisrunden Haarausfalls.

Alopecia ophiasis

Die Alopecia ophiasis ist eine Sonderform der Alopecia areata. Dabei kommt es zu einem kompletten Haarverlust im Bereich der Ohren, der Schläfen und des Nackens. Die Therapie erfolgt analog zur herkömmlichen Alopecia areata.

Alopecia totalis

Bei der Alopecia totalis handelt es sich um eine Sonderform der Alopecia areata, bei der nicht nur einzelne kahle Stellen im Haar entstehen, sondern das gesamte Kopfhaar verloren geht. Eine zuverlässige Heilungsmöglichkeit wurde bisher nicht gefunden.

Alopecia diffusa

sich gleichmäßig über den gesamten Kopf verteilt. Einzelne kahle Stellen entstehen eher nicht.

  • In vielen Fällen ist der Haarverlust vorübergehend und verschwindet, wenn die zugrunde liegende Ursache behoben
  • Häufige Gründe für diffusen Haarausfall sind Mangelerscheinungen (Eisenmangel oder Vitamine, Biotin), Nebenwirkungen von Medikamenten, hormonelle Störungen oder Infektionen.
  • Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Spezielle Formen von Haarausfall

Im Folgenden finden Sie unterschiedliche Haarausfall-Formen, inklusive einer kurzen Erklärung:

Alopecia congenita

Bei der Alopecia congenita handelt es sich im engeren Sinne nicht um eine Form des Haarausfalls, sondern um eine angeborene Störung des Haarwachstums. Sie kommt sehr selten vor und beruht auf einer Mutation der haarbildenen Gene.

  • Bereits im Säuglingsalter sind die Kopfhaare sehr dünn, einige Babys kommen bereits ohne Kopfhaar, Wimpern und Augenbrauen zur Welt. Im Kleinkindalter können noch Haare wachsen, diese sind aber meist von drahtiger Struktur und schwer zu bändigen.
  • Spätestens ab der Pubertät kommt es zu einem irreversiblen, fortschreitenden Haarausfall, der in völliger Haarlosigkeit an Kopf und Körper endet.
  • Außer dem Haarverlust haben Betroffene in der Regel keine weiteren Einschränkungen und entwickeln sich normal.

Alopecia mechanis

Unter Alopecia mechanis versteht man einen mechanisch bedingten Haarausfall. Das bedeutet, dass es durch übermäßige Druck- oder Zugbelastung oder Reibung zu einem Haarverlust kommt.

  • Zu den häufigsten Ursachen gehört die Traktionsalopezie, bei der es zu einem Haarverlust besonders an den Haaransätzen kommt. Sie entsteht durch häufige feste Frisuren, enge Kopfbedeckungen, Haarverlängerungen, Dreadlocks oder Cornrows.
  • Eine weitere Form der Alopecia mechanis ist die Trichotillomanie, bei der sich Betroffene im Rahmen einer psychischen Erkrankung selbst die Haare ausreißen.
  • Die mechanische Alopezie gehört zu den selteneren Formen des Haarausfalls und betrifft mehr Frauen.

Alopecia mucinosa

Die Alopecia mucinosa wird auch Mucinosis follicularis genannt. Es ist eine Erkrankung unklarer Ätiologie, die bei Kindern und Erwachsenen auftreten kann.

  • Es kommt zum Auftreten von rötlichen, festen, schuppenden Papeln auf der Haut oder Kopfhaut. In den betroffenen Arealen kann zusätzlich ein Haarverlust auftreten.
  • Einige Unterformen der Erkrankung gelten als Vorläufer eines kutanen T-Zell-Lymphoms. Andere Unterformen sind gutartig und können spontan ausheilen.

Alopecia neonatorum

Die Alopecia neonatorum ist eine Form des mechanischen Haarausfalls, die bei Babys auftritt. Sie ist im Volksmund auch als "Säuglingsglatze" bekannt.

  • Durch das häufige Liegen auf dem Rücken in derselben Kopfposition kommt es am Hinterkopf zu einer hohen Reibung und Druckbelastung, was dort zu einem Haarverlust führt.
  • Er hat keinen Krankheitswert und ist vollständig reversibel.

Alopecia parvimaculata

Als Alopecia parvimaculata beschreibt man Haarausfall als Folge einer infektiösen Erkrankung.

  • Es entstehen multiple, etwa linsengroße kahle Stellen auf der Kopfhaut.
  • Der Haarausfall kann einerseits sekundär im Rahmen systemischer Krankheiten wie Tuberkulose oder Typhus auftreten. Aber auch beispielsweise eine Verletzung der Kopfhaut, die zu einer starken Entzündung der Haarfollikel führt, kann die Krankheit auslösen, ebenso wie eine primäre Infektion der Kopfhaut.
  • Nach Behandlung der Ursache ist der Haarverlust prinzipiell reversibel. De Erkrankung kommt am häufigsten bei Kindern vor.

Alopecia seborrhoica

Die Alopecia seborrhoica ist eine Form des Haarausfalls, die im Rahmen einer Seborrhoe auftritt. Dabei handelt es sich um eine Störung der Talgdrüsen, bei der zu viele Hautfette produziert werden.

  • Als Grunderkrankung liegen häufig Parkinson, Infektionskrankheiten, Diabetes mellitus oder verschiedene Hauterkrankungen vor.
  • Bei der Alopecia seborrhoica ist die Kopfhaut meist sehr fettig und glänzend, während die Haare trocken und spröde werden und diffus über den Kopf verteilt ausfallen können.

Alopecia specifica

Als Alopecia specifica bezeichnet man den Haarausfall im Rahmen einer Syphilis-Erkrankung. Die Syphilis ist eine Geschlechtskrankheit, die durch das Bakterium Treponema pallidum ausgelöst wird.

  • Sie verläuft in mehreren Stadien. Im zweiten Stadium der Erkrankung kann neben anderen Symptomen ein übermäßiger Haarverlust auftreten.
  • Es kommt entweder zu einem diffusen (Alo­pe­cia syphiliti­ca diffu­sa) oder einem kleinfleckigen, mottenfraßähnlichen (Alo­pe­cia areo­la­ris syphiliti­ca) Haarausfall.
  • Durch antibiotische Behandlung der Grunderkrankung ist der Haarausfall reversibel.

Alopecia triangularis temporalis congenita

Bei der Alopecia triangularis temporalis congenita handelt es sich um eine nicht vernarbende Alopezie, bei der es zu einem Haarverlust im Bereich der Schläfen und des vorderen Schädelbereichs kommt.

  • Oft ist nur eine Kopfseite betroffen. Die Ursache ist nicht sicher geklärt, eine genetische Komponente wird vermutet.
  • In der Regel sind Kinder zwischen zwei und neun Jahren betroffen, Jungen häufiger als Mädchen.
  • Eine Assoziation mit verschiedenen genetischen Erkrankungen wie dem Down-Syndrom ist bekannt. Die kahle Stelle bleibt meist ein Leben lang, eine erfolgsversprechende Therapie ist bisher nicht bekannt.

Wie können wir Ihnen helfen?

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Reza Azar, Ärztlicher Leiter

Zentrum für moderne Haartransplantation
Kurfürstendamm 218
10719 Berlin

Telefon: +49-30 206 474 18

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