Haarausfall bei Frauen: Ursachen & was wirklich hilft!

Ist Haarausfall bei Frauen überhaupt ein Thema? Ja!

Auch wenn Haarverlust bei Männern deutlich bekannter ist, leiden auch fast 50 Prozent aller Frauen unter Haarausfall. Selbst bei den unter 40-Jährigen ist bis zu eine von vier Frauen davon betroffen.

Weil eine volle Haarpracht insbesondere beim weiblichen Geschlecht als Zeichen von Eleganz, Attraktivität und Schönheit gilt, leiden Frauen besonders stark unter auftretendem Haarverlust. Die Arten des Haarverlusts sind grundsätzlich ähnlich wie bei Männern, jedoch sind hormonelle Ursachen deutlich häufiger vertreten. Neben medikamentösen Maßnahmen kommen für Frauen insbesondere regenerative Therapien oder eine Haartransplantation infrage.

Im Folgenden klären wir auf: Welche Ursachen hinter dem Haarausfall bei Frauen liegen, wie die Diagnose erfolgt und welche Behandlungen wirklich helfen.

Haarausfall bei Frauen - Fakten auf einen Blick

Bei Frauen ist meist ein generalisiertes Ausdünnen des Haars zu beobachten, das sich vor allem durch einen lichten und breiter werdenden Mittelscheitel äußert. Die häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Frauen sind:

  • Anlagebedingter (erblicher) Haarausfall
  • Kreisrunder Haarausfall
  • Diffuser Haarausfall

Bei Frauen kommen neben dem erblich bedingten Haarausfall zwei weitere Ursachen besonders häufig vor. Frauen leiden deutlich häufiger als Männer unter Autoimmunerkrankungen, die mit Haarverlust einhergehen (wie der Alopecia areata). Zusätzlich unterliegen sie durch Pubertät, Schwangerschaften, Wechseljahre und Menopause deutlich stärkeren Hormonschwankungen, die ebenfalls zu einem Haarverlust führen können.

Die Behandlungsoptionen hängen von der Ursache des Haarverlusts ab. Es macht wenig Sinn, ohne Kenntnis der Ursache irgendein Medikament oder Haarwuchsmittel auszuprobieren. Auf Basis der gefundenen Ursache kommen verschiedene Behandlungsansätze infrage. Dazu gehören:

  • Lokaltherapie mit Minoxidil
  • Hormontherapie
  • Immuntherapie
  • Nährstoffsubstitution
  • Regenerative Therapien
  • Haartransplantation

Wann spricht man von Haarausfall?

Je nach Haarfarbe befinden sich auf dem Kopf etwa 100.000 bis 150.000 Haare. Während blonde Menschen die meisten, dafür aber auch dünnsten Haare haben, haben rothaarige Frauen weniger, aber dickere Haare.

Das Haar durchläuft drei Zyklusphasen - die Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase. In der Wachstumsphase werden die Haare in einem Zeitraum von etwa zwei bis sechs Jahren immer länger und dicker. Irgendwann geht das Haar in einen Umbauprozess über, in dem innerhalb einiger Wochen die Haarwurzel nicht mehr mit Nährstoffen versorgt wird und verkümmert. Dann fällt das Haar aus.

Durch diese Zyklusphasen ist es völlig normal, dass man regelmäßig Haare verliert - erwachsene Frauen bis zu 100 Haare am Tag, bei jungen Mädchen können es 50 bis 80 sein.

  • Erst wenn über einen längeren Zeitraum deutlich mehr Haare ausfallen oder sich einzelne kahle oder lichte Stellen bilden, spricht man von Haarausfall oder Alopezie.
  • Meistens dauert es eine Weile, bis einem der Haarverlust selbst auffällt, da es sich um einen schleichenden Prozess handelt.

Die häufigsten Ursachen für Haarausfall

  • Auch bei Frauen ist die mit Abstand häufigste Ursache für Haarausfall der erblich bedingte Haarverlust - in 90 Prozent der Fälle. In Deutschland sind etwa 20 bis 30 Prozent der Frauen davon betroffen.
  • Wesentlich seltener, bei etwa einem Prozent der Frauen, kommt der kreisrunde Haarausfall vor. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die meistens junge Frauen betrifft.
  • Gründe für eine weitere Form, den diffusen Haarausfall, gibt es viele - von Nährstoffmangel über Stress bis zu hormonellen Störungen. Durch die vielfältigen Ursachen kann jede Altersgruppe betroffen sein.

Anlagebedingter Haarausfall

Der anlagebedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, ist bei den meisten Frauen die Ursache für übermäßigen Haarverlust. Sichtbar wird der Haarausfall meistens nach den Wechseljahren. Ganz klar ist die Ursache des anlagebedingten Haarausfalls bei Frauen noch nicht.

  • Man geht aber davon aus, dass ein Mangel des Enzyms Aromatase verantwortlich ist, kombiniert mit einer erblich bedingten Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Hormonen.
  • Die Aromatase ist dazu da, an den Haarfollikeln befindliche männliche Geschlechtshormone in Östrogene umzuwandeln.

Durch einen Mangel an Aromatase befinden sich einerseits zu viele männliche Hormone an den überempfindlichen Haarwurzeln, andererseits nimmt lokal der Östrogenspiegel ab, der ansonsten das Haarwachstum fördert.

Der erblich bedingte Haarausfall zeigt bei Frauen klassischerweise ein anderes Muster als sein Pendant bei den Männern. Meistens lichtet sich das Haar im Scheitelbereich und wird zunehmend dünner. Dadurch schimmert die Kopfhaut immer mehr durch und der Scheitel erscheint immer breiter. Manchmal lichtet sich das Haar auch zunehmend an der Stirn, zu den Seiten hin und nach hinten. Eine Glatze entsteht bei Frauen in der Regel nicht.

Neben dem lokalen Überschuss männlicher Geschlechtshormone an den Haarfollikeln gibt es auch hormonelle Störungen, die im gesamten Körper für ein Übermaß an Androgenen sorgen. Hauptsächlich relevant sind das adrenogenitale Syndrom und das PCO-Syndrom.

  • Beim adrenogenitalen Syndrom handelt es sich um einen Enzymdefekt in der Nebennierenrinde. Dadurch stauen sich verschiedene Hormonvorstufen auf, die letztlich in Testosteron, Dihydrotestosteron und andere männliche Geschlechtshormone umgewandelt werden.
  • Das PCO-Syndrom steht für Polyzystisches-Ovar-Syndrom. Neben ausgeprägter Zystenbildung in den Eierstöcken kommt es zu einem Überschuss männlicher Hormone. Durch beide Erkrankungen kann der erblich bedingte Haarausfall bei Frauen deutlich verstärkt werden. Teils ähnelt das Muster des Haarausfalls bei betroffenen Frauen auch dem der männlichen androgenetischen Alopezie.

Kreisrunder Haarausfall

Als Ursache des kreisrunden Haarausfalls wird eine Autoimmunreaktion vermutet.

  • Das Immunsystem richtet sich statt gegen Viren, Bakterien und andere Keime gegen die körpereigenen Haarwurzeln.
  • Dadurch werden die Haarwurzeln zerstört und es kommt zu Haarausfall. Wie der Name vermuten lässt, zeigt diese auch Alopecia areata genannte Erkrankung ein typisches Muster.
  • Es entstehen einzelne komplett kahle, runde Stellen auf der Kopfhaut. Die Stellen sind nicht gerötet oder schuppig und nicht schmerzhaft. Neben den Kopfhaaren können auch Wimpern, Augenbrauen oder Körperhaare betroffen sein.

Es kann eine komplette Glatze, im Extremfall auch ein Verlust der gesamten Körperbehaarung entstehen. Diese Form ist besonders belastend für betroffene Frauen. Denn häufig wird man bei Verlust von Kopfhaar, Wimpern und Augenbrauen von Fremden für krebskrank gehalten. Besonders häufig kommt die Erkrankung bei Frauen in den Zwanzigern und Dreißigern vor.

Meist heilt die Erkrankungen innerhalb mehrerer Monate von selbst aus, kann jedoch im Laufe des Lebens immer wieder auftreten. Eine Therapie, die die Erkrankung ursächlich heilen kann, wurde noch nicht gefunden. Auch die bisher bekannten Therapien zeichnen sich durch eine eher mäßige Wirksamkeit und eine hohe Rückfallquote aus.

Diffuser Haarausfall

Bei diffusem Haarausfall gibt es kein charakteristisches Muster des Haarausfalls wie bei der androgenetischen Alopezie oder der Alopecia areata. Das Haar wird insgesamt dünner und lichter. Teilweise wird auch nur die Haarqualität schlechter, was sich in mattem, glanzlosem, sprödem Haar zeigt, das zu Spliss und Haarbruch neigt. Die Ursachen können sehr vielfältig sein und erfordern daher eine genaue Diagnosestellung, um eine korrekte Behandlung zu gewährleisten.

Wer unter diffusem Haarausfall leidet, sollte sich zunächst zur Basisdiagnostik an seinen Hausarzt oder Dermatologen wenden. Neben einer genauen Anamnese inklusive Familienanamnese gehört eine ausführliche körperliche Untersuchung dazu. Auch die aktuelle Dauermedikation des Patienten sollte kritisch überprüft werden, um einen Haarausfall als Medikamentennebenwirkung zu erkennen. Lesen Sie hier mehr zur richtigen Arztwahl.

Zusätzlich wird eine Blutentnahme durchgeführt, um sowohl Hormonspiegel zu bestimmen als auch Vitamin- oder Nährstoffmangelzustände erkennen zu können. Die häufigsten Gründe für einen diffusen Haarausfall bei Frauen sind:

  • Medikamente: Einige häufig verordnete Medikamente können Haarausfall als Nebenwirkung haben. Dazu gehören beispielsweise Cholesterinsenker, einige Blutverdünner oder Betablocker.
  • Mangelernährung oder Essstörungen: Sowohl durch eine einseitige Ernährung, zum Beispiel durch vegane oder vegetarische Lebensweise als auch durch Essstörungen kann ein Mangel an Vitaminen und Nährstoffen vorkommen. Einige Vitamine und Spurenelemente sind wichtig für das Haarwachstum, vor allem Eisen. Auch chronische Magen-Darm-Erkrankungen wie ein Tumor oder ein Magengeschwür können die Aufnahme wichtiger Nährstoffe verhindern.
  • Schilddrüsenerkrankungen: Durch eine Unterfunktion der Schilddrüse und einen dadurch bedingten Mangel an Schilddrüsenhormonen kann es nicht nur zu Antriebsmangel, Kälteempfinden und Gewichtszunahme kommen. Auch mattes, sprödes Haar oder gar Haarausfall kommen vor.
  • Stress: Die genauen Ursachen sind noch nicht wissenschaftlich geklärt, aber auch bei vermehrtem Stress kann manchmal Haarausfall beobachtet werden.

Spezielle Formen des Haarausfalls

Zusätzlich zu den organisch bedingten Formen des Haarausfalls gibt es Gründe für Haarverlust, die durch äußere Einflüsse entstehen. Dazu gehören beispielsweise einige psychische Erkrankungen, die mit einer Störung der Impulskontrolle einhergehen.

  • Bei der Trichotillomanie reißen sich Betroffene selbst die Haare aus. Dadurch entstehen unscharf begrenzte lichte Stellen auf dem Kopf. Wer von Trichotemnomanie betroffen ist, schneidet sich einzelne Haarsträhnen selbst ab, wodurch Stellen mit kurzen Haarstoppeln entstehen. Eine Psychotherapie kann helfen, die Störung zu behandeln.
  • Gelegentlich kann es durch Unfälle oder Verletzungen der Kopfhaut mit anschließenden Vernarbungen auch dazu kommen, dass die Haarwurzeln zerstört werden und das Haar an der entsprechenden Stelle nicht mehr wächst.
  • Gerade bei Frauen mit langen Haaren ist die sogenannte Traktionsalopezie eine nicht zu unterschätzende Ursache für Haarverlust. Ursächlich ist eine längerfristige Zugbelastung des Haars. So schön ein Dutt oder ein fest geflochtener Zopf beim Sport, in der Schule oder auf der Arbeit sind - auf Dauer sind sie eine hohe mechanische Belastung für das Haar. Die Traktionsalopezie beginnt oft damit, dass Haare abbrechen und sich viele kurze Haare aus der Frisur lösen und vom Kopf abstehen. Im Verlauf fallen die Haare an besonders stark beanspruchten Stellen aus - meist am Haaransatz. Daher die Haare auch gerne häufiger mal locker zusammengebunden oder offen tragen!
  • Viele weitere Styling-Fehler können ebenfalls für Haarausfall sorgen. Eine starke Hitzeeinwirkung beim Föhnen, Glätten oder einer Dauerwelle macht das Haar trocken und spröde. Auch bei Stylingprodukten kann es manchmal zu viel des Guten werden: Eine Pause von Haarspray und Haargel tut dem Haar auch mal gut.

Neben festen Frisuren können auch andere Arten von Zugbelastung dem Haar schaden, zum Beispiel die Befestigung von Extensions am Haaransatz, Dreadlocks, Cornrows, Lockenwickler oder starkes Ziehen beim Kämmen. Insbesondere Extensions können irreversible Schäden der Haarwurzel verursachen. Gerade bei Frauen mit dünnem Haar ist die Haarwurzel das verhältnismäßig hohe Gewicht der Extensions nicht gewohnt, das Haar kann abbrechen oder komplett ausfallen. Und das gilt nicht nur für Extensions der Kopfhaare - auch Wimpernextensions können den natürlichen Wimpern dauerhaft schaden!

Haarausfall in speziellen Lebensphasen

Bei Frauen schwankt der Spiegel der Geschlechtshormone deutlich mehr als bei Männern. Im Laufe des Lebens kommt es im Rahmen der Pubertät, Schwangerschaft und Stillzeit, in der Menopause und zusätzlich durch die häufige Einnahme der Anti-Baby-Pille immer wieder zu ausgeprägten Hormonumstellungen.

Grundsätzlich sorgt das weibliche Geschlechtshormon Östrogen dafür, dass die Haare lang wachsen und gesund aussehen. Insbesondere in Phasen eines verminderten oder abfallenden Östrogenspiegels kann es daher zu Haarausfall bei Frauen kommen.

Haarausfall nach Absetzen der Anti-Baby-Pille

Nach dem Absetzen der Anti-Baby-Pille kommt vermehrter Haarausfall häufiger vor. Das kommt daher, dass in der Pille Östrogene enthalten sein können, die mit für die empfängnisverhütende Wirkung da sind.

  • Wird die Pille abgesetzt, kommt es zu einem Abfall des Östrogenspiegels, was Haarverlust, aber auch unreine, fettige und zu Pickeln neigende Haut zur Folge haben kann.
  • Oft ist dies reversibel, wenn sich der körpereigene Hormonhaushalt wieder eingependelt hat.
  • Manche Frauen leiden aber auch dauerhaft unter einer Verschlechterung der Haar- und Hautqualität.

Haarausfall nach der Schwangerschaft

Ähnlich ist es im Rahmen einer Schwangerschaft. Schwangere Frauen wirken oft besonders attraktiv, da sie volles, gesund glänzendes und kräftig wachsendes Haar sowie frisch und rosig wirkende Haut haben. Das kommt durch den in der Schwangerschaft erhöhten Östrogenspiegel.

  • Nach der Entbindung kommt es zu einer enormen Hormonumstellung, bei der unter anderem der Östrogenspiegel abfällt - es kann zu Haarausfall kommen. Oft reguliert sich das Problem im Verlauf einiger Monate von selbst wieder.
  • Teilweise kommt es bereits in der Schwangerschaft zu Haarausfall. Dieser ist in der Regel jedoch nicht hormonell bedingt, sondern durch Mangelerscheinungen im Rahmen eines in der Schwangerschaft erhöhten Nährstoffbedarfs.
  • Besonders ein Eisenmangel kommt während der Schwangerschaft häufig vor und kann neben Müdigkeit, Blässe und Schwindel auch für trockene Haut und sprödes, brüchiges Haar sorgen.

Haarausfall in den Wechseljahren

Später in den Wechseljahren nimmt die Östrogenproduktion der Eierstöcke ab. Meistens passiert das zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr.

  • Als bekannteste Wirkungen dieses Hormonumschwungs zählen Hitzewallungen, Reizbarkeit oder Schlafstörungen. Aber auch Haarverlust kann auftreten.
  • Zusätzlich kommt es während oder nach den Wechseljahren bei bis zu vier von zehn Frauen zu einem erblich bedingten Haarverlust, der durch eine vermehrte Wirkung männlicher Geschlechtshormone an den Haarwurzeln entsteht.

Wie wird der Haarausfall diagnostiziert?

Vor der Therapie eines Haarausfalls steht die richtige Diagnose. Um diese herauszufinden, gehört neben einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung eine Blutentnahme dazu, um beispielsweise eine Blutarmut oder hormonelle Schwankungen nachzuweisen. In manchen Fällen wird auch eine Biopsie der Kopfhaut entnommen, um eine Entzündung oder eine infektiöse Erkrankung (zum Beispiel einen Pilzbefall) auszuschließen.

Weitere Untersuchungen dienen der Quantifizierung des Haarausfalls. Dazu gehören:

  • Zupftest: Der Untersucher schlingt sich eine aus etwa 60 Haaren bestehende Haarsträhne um den Finger und zupft vorsichtig. Fallen mehr als drei Haare dabei aus, kann das auf einen vermehrten Haarausfall hindeuten.
  • Phototrichogramm und Trichoscan: Es wird ein kleines Areal der Kopfhaut rasiert. Drei Tage später schaut man mittels Fotografie (Phototrichogramm) oder einer Mikroskopkamera (Trichoscan), wie das Wachstumsverhalten der Haare aussieht.
  • Mikroskopische Untersuchungen: Eine komplette Haarsträhne samt Haarwurzeln wird unter dem Mikroskop begutachtet. Man kann sowohl Anomalien des Haarschafts erkennen als auch den Anteil der Haare in der jeweiligen Wachstumsphase beurteilen.

Medikamente, Therapien und Maßnahmen

Die Wirksamkeit von Hausmitteln bei Haarausfall ist wissenschaftlich nicht bewiesen, einige Betroffene schwören dennoch darauf.

  • Dazu gehören eine Kopfhautmassage mit Kokosöl, Olivenöl oder Arganöl.
  • Auch eine Haarspülung mit Brennnesselextrakt, Bier oder Apfelessig soll helfen.
  • Als natürliches Mittel für volleres und glänzendes Haar gilt auch Basilikum-Extrakt (im Handel erhältlich unter dem Namen Rezilin).
  • Manche Anwender haben mit koffeeinhaltigen Shampoos Erfolge erzielt.
  • Auch Kapseln mit speziell für das Haarwachstum abgestimmten Vitaminen können helfen.

Die eigenmächtige Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, vor allem Eisen, sollte man vermeiden und erst nach ärztlicher Rücksprache durchführen, wenn wirkliche Nährstoffmangelzustände gesichert wurden.

Behandlung von erblich bedingtem Haarausfall

Gegen erblich bedingten Haarausfall hat sich der Wirkstoff Minoxidil bewährt. Das Medikament ist eigentlich zur Behandlung von Bluthochdruck zugelassen, kann aber lokal als Lösung oder Shampoo (unter dem Namen Regaine) auf der Kopfhaut angewandt einem Haarverlust entgegenwirken. Bis ein sichtbares Ergebnis erzielt wird, dauert es allerdings mehrere Monate.

Das bei Männern teilweise angewandte Medikament Finasterid gegen androgenetisch bedingten Haarausfall ist bei Frauen immer noch sehr umstritten. Die Studienlage ist nicht eindeutig und auch die Nebenwirkungen sind bei Frauen nicht vollständig erforscht. Sollte das Medikament für Frauen genutzt werden, dann primär nach der Menopause. Da das Mittel in den Hormonhaushalt eingreift, sollte bei jüngeren Frauen eine Schwangerschaft ausgeschlossen oder während der Behandlung vermieden werden.

Um systemische Nebenwirkungen zu reduzieren, gibt es auch topische Lösungen mit Finasterid, die allerdings in Deutschland nicht erhältlich sind. Die Wirksamkeit ist stark schwankend, kann aber durch eine zusätzliche Lokaltherapie mit Minoxidil gesteigert werden.

Behandlung von kreisrundem Haarausfall

Infrage zur Behandlung einer Alopecia areata kommen eine lokale Therapie mit Cortison, gegebenenfalls auch eine systemische Therapie mit Tabletten. Auch eine Lokaltherapie mit Dithranol ist möglich. Der Stoff ruft eine lokale Hautreizung hervor und soll dadurch das Haarwachstum anregen.

In Fällen mit größeren kahlen Stellen auf dem Kopf kommt eine topische Immuntherapie mit Diphenylcyclopropenon in Betracht. Dadurch wird gezielt eine allergische Kontaktdermatitis auf der Kopfhaut ausgelöst, die das Immunsystem von der Alopecia areata "ablenken" soll.

Behandlung von diffusem Haarausfall

Diffuser Haarausfall wird in der Regel besser, wenn man die Grunderkrankung behandelt. Insbesondere bei hormonell bedingtem Haarverlust kann ein Frauenarzt über mögliche Therapieoptionen beraten.

Bio-regenerative Therapien gegen Haarausfall

Für die allermeisten Patientinnen mit Haarausfall sind regenerative Therapien sehr wirksam. Sie können inaktive Haarwurzeln wieder reaktivieren, stärken und zum Wachstum anregen. Zudem wird dadurch eine optimal Wachstumsumgebung geschaffen, falls eine Haartransplantation notwendig sein sollte.

Zu den effektivsten bio-regenerativen Therapien gehört die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma, auch Eigenbluttherapie genannt).

  • Dabei wird der Patientin Blut entnommen, speziell aufbereitet und dann in die Kopfhaut injiziert.
  • Die enthaltenen Nährstoffe und Wachstumsfaktoren aktivieren die Haarwurzeln, sodass diese mit der Bildung von neuen Haaren beginnen können.
  • Durch die hochkonzentrierten Wirkstoffe wird die Regeneration der Haare intensiv gefördert, sodass diese Methode sehr effektiv den Haarausfall bei Frauen behandeln kann.
  • Eine weitere Möglichkeit, die auch mit der Eigenbluttherapie kombiniert werden kann, ist die Low-Level-Laser-Therapie. Durch eine Laserbehandlung der Kopfhaut wird die Durchblutung gesteigert und die Haare zu einer Verlängerung der Wachstumsphase angeregt.

Eine Option aus der Alternativmedizin ist die Meso-Therapie, bei der zum Beispiel Vitamine oder Spurenelemente in die Kopfhaut gespritzt werden. Durch die Auswahl hochwertiger Wirkstoffe kann das Haarwachstum angeregt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer Stammzelltherapie, bei der Stammzellen aus Unterhautfettgewebe gewonnen und in die Kopfhaut injiziert werden. Dadurch werden Zellwachstum und -proliferation angeregt und die Haarfollikel wieder aktiviert.

Haartransplantation

Wenn der Haarausfall gestoppt werden konnte, kommt auch eine Haartransplantation bei Frauen infrage. Hierdurch lassen sich kahle oder lichte Stellen wieder auffüllen. Die modernste Technik dafür ist die minimal-invasive I-FUE-Methode (Intermittend Follicular Unit Extraction).

  • Es besteht die Möglichkeit, sowohl Kopfhaar als auch Wimpern oder Augenbrauen mittels Transplantation wieder herzustellen.
  • In mehreren sich wiederholenden Schritten werden aus einem gesunden Haarbereich des Patienten eigene Haaranlagen in Form von Follikulären Einheiten entnommen. Eine Follikuläre Einheit ist eine Gruppe von zwei bis vier Haaren, die zusammen in einer Gruppe wachsen.
  • Diese werden kurz in physiologischer Kochsalzlösung zwischengelagert und dann möglichst schnell in das Zielgebiet verpflanzt.
  • Die Methode ist schonend und schmerzarm und ermöglicht ein natürliches und nachhaltiges Behandlungsergebnis.

Tipps bei Haarausfall

Viele Formen von Haarausfall bei Frauen lassen sich nicht vollständig und ursächlich behandeln. Wichtig ist daher, die vorhandenen Haare zu stärken und zu pflegen und zusätzliche Faktoren, die Haarverlust begünstigen, zu minimieren.

  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist ebenso zu empfehlen wie eine schonende Haarpflege
  • Dazu gehört auch die Verwendung von milden Shampoos und Spülungen, die möglichst frei von Sulfaten, Silikonen und Parabenen sein sollten.
  • Auch auf die richtige Frisur sollte man achten: Es darf auch mal straff gestylt sein, lockere Frisuren oder offenes Haar sind aber deutlich schonender.
  • Auch schädliche Einflüsse von außen sollten wann immer möglich vermieden werden. Dazu gehören heißes Föhnen, Glätteisen, Lockenstab, Dauerwelle oder Haarefärben (insbesondere Blondieren).
  • Auch zu viel UV-Strahlung kann Haarausfall begünstigen - es lässt sich beobachten, dass nach hoher Sonnenexposition im Sommer der Haarausfall im Herbst zunimmt.

Auch wenn Haarausfall keine schwerwiegende Erkrankung ist, kann sie Betroffene stark beeinträchtigen. Hält der Haarausfall an, ist es daher wichtig, frühzeitig einen Haarspezialisten zu kontaktieren. Es gibt Ärzte, die sich speziell auf eine Haarausfalltherapie spezialisiert haben. Dieser kann sie auch beraten, ob bei Versagen konservativer und medikamentöser Maßnahmen eine haarerhaltende oder eine haarumverteilende Therapie infrage kommt.

Als haarerhaltend bezeichnet man regenerative Therapien wie die Eigenbluttherapie oder eine Laserbehandlung. Wenn auch das nicht hilft, ist vielleicht die Haartransplantation eine Möglichkeit. Wichtig dabei ist aber, dass der Haarverlust nicht mehr aktiv ist und kein erhöhtes Rückfallrisiko besteht - sonst kann auch das transplantierte Haar wieder ausfallen.

Falls Sie unsicher sind, welche Optionen für Sie infrage kommen, kontaktieren Sie gerne unsere Spezialisten und lassen Sie sich in der Haarsprechstunde beraten.

Wie können wir Ihnen helfen?

Sie interessieren sich für eine professionelle Diagnostik und Behandlung Ihres Haarausfalls? Oder Sie möchten ihre Wimpern, Augenbrauen oder Ihren Bart durch eine Haartransplantation wiederherstellen oder optisch verschönern lassen? Dann kontaktieren Sie uns gerne!

Reza Azar, Ärztlicher Leiter

Zentrum für moderne Haartransplantation
Kurfürstendamm 218
10719 Berlin

Telefon: +49-30 206 474 18

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