Während der anlagebedingte Haarausfall und der kreisrunde Haarausfall meist ein charakteristisches Muster bilden, das die Diagnose erleichtert, kommt es beim diffusen Haarausfall insgesamt zu einer Ausdünnung der Haare. Die Kopfhaut schimmert mehr durch, es kommt in der Regel nicht zu einzelnen kahlen Stellen und auch nicht zu einer Glatzenbildung. Als Ursache kommen viele verschiedene Gründe infrage. Betroffen sein können prinzipiell alle Altersgruppen.
Um die Ursache herauszufinden, sollten Sie am besten einen Spezialisten für Haarausfall konsultieren. Zur Diagnosefindung dienen eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung, eine Blutentnahme und gegebenenfalls weitere Spezialdiagnostik.
Zu den häufigsten Gründen für einen diffusen Haarverlust gehören:
- Medikamente: Einige Medikamente haben als mögliche Nebenwirkung Haarverlust. Dazu gehören zum Beispiel Cholesterinsenker, manche Blutverdünner und Betablocker. Falls bei Ihnen eine medikamentöse Nebenwirkung als Ursache des Haarausfalls in Betracht kommt, sprechen Sie Ihren Hausarzt auf mögliche Alternativpräparate an.
- Mangelernährung: In unserer Ernährung sind viele Vitamine und Spurenelemente enthalten, die für ein gesundes Haarwachstum essenziell sind. Durch Diäten, vegetarische oder vegane Ernährung oder eine verminderte Nährstoffaufnahme bei bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen kann es auch in Industriestaaten zu einem Nährstoffmangel kommen. Insbesondere Eisenmangel tritt besonders häufig auf.
- Schilddrüsenfunktionsstörungen: Eine Unterfunktion der Schilddrüse wirkt wie eine Bremse auf den Stoffwechsel. Dadurch kommt es zu Antriebsarmut, vermehrtem Kälteempfinden, trockener Haut und sprödem, mattem und brüchigem Haar.
- Essstörungen: Wie bei Darmerkrankungen oder Diäten kann es im Rahmen von Essstörungen zu einem Nährstoffmangel kommen, der zu Haarausfall führt.
- Doping: Mehr als jeder zehnte männliche Sportler gibt an, schon einmal Mittel zur Leistungssteigerung eingenommen zu haben. Dazu gehören auch zunehmend Freizeitsportler. Neben Testosteron können viele Anabolika zu Haarverlust führen.
- Nahrungsergänzungsmittel: Auch die Einnahme von Creatin zum Muskelaufbau führt in einigen Fällen zu Haarausfall.
- Pilzinfektionen: Eine Pilzinfektion auf dem Kopf nennt man Tinea capitis. Sie kommt vor allem bei Kindern vor, die jedoch auch andere Kontaktpersonen anstecken können. Übertragen wird der Pilz in der Regel durch den Kontakt mit Tieren, vor allem Katzen, Hamster, Hasen und Meerschweinchen. Es bilden sich rötliche, schuppige Stellen am Kopf, an denen ein Haarverlust auftreten kann.
Wird der Auslöser gestoppt, ist der Haarausfall in der Regel reversibel und die Haare wachsen innerhalb maximal eines Jahres normal weiter.