Haarausfall durch Stress bei Frauen und Männern:
Ursachen & Behandlungsmaßnahmen

Nicht nur körperliche Grunderkrankungen oder Autoimmunprozesse können für Haarausfall sorgen - auch Stress kann die Haarpracht ausdünnen. Durch Entzündungsreaktionen am Haarfollikel wird die Wachstumsphase verkürzt und das Haar fällt schneller aus.

Prinzipiell ist der stressbedingte Haarausfall reversibel. Manchmal müssen dazu bio-regenerative Therapien unterstützend in Anspruch genommen werden. Sind die Haarwurzeln unwiederbringlich geschädigt, kann eine Haartransplantation infrage kommen.

Im Folgenden klären wir über Hintergründe und Maßnahmen gegen den Haarausfall durch Stress auf.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Stress steigert die Konzentration entzündungsfördernder Substanzen im Körper
  • Durch Entzündungen am Haarfollikel kommt es zu Haarausfall, die Folgen sind Diffuser Haarausfall, Verstärkung einer Alopecia areata
  • Haarausfall durch Stress ist prinzipiell ein reversibles Problem
  • Stressreduktion als wichtigste Therapie, Bio-regenerative Therapien als unterstützende Maßnahme möglich

2. Typischer Verlauf von Haarverlust durch Stress

Dass jeden Tag bis zu 100 Haare ausfallen, ist völlig normal. Ist es über einen längeren Zeitraum deutlich mehr, spricht man von Haarausfall.

Die Auslöser sind vielfältige körperliche und psychische Erkrankungen. Tatsächlich kann auch ein stark erhöhter Stresspegel zu Haarausfall führen. Stress als Ursache des Haarausfalls zu erkennen, ist nicht immer einfach. Denn oft verliert man die Haare in diesem Fall nicht sofort, sondern mit einer Zeitverzögerung von zwei bis drei Monaten.

  • Meist führt Stress zu diffusem Haarausfall. Das bedeutet, das Haar wird insgesamt ausgedünnt. Gelegentlich können auch einzelne Stellen der Kopfhaut verstärkt betroffen sein.
  • Liegen zusätzlich andere Ursachen dem diffusen Haarverlust zugrunde, wie Eisenmangel, Hormonschwankungen (beides vor allem bei Frauen häufig) oder Infektionen, kann Stress agravierend wirken.
  • Es gibt auch Hinweise darauf, dass andere Formen des Haarverlusts wie die Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) durch Stress verstärkt werden können.

Über den Verlauf des diffusen Haarausfalls bei Stress lässt sich keine generelle Aussage treffen. Wird die Ursache beseitigt, kann sich das Haar erholen und wächst in der Regel innerhalb eines halben Jahres wieder nach. Bei fortbestehendem Stress kann der Haarverlust fortschreiten und das Haar zunehmend ausdünnen. Eine komplette Glatze entsteht in der Regel nicht.

Kreisrunder Haarausfall u.a. durch Stress
Im Bild: Kreisrunder Haarausfall u.a. durch Stress
Diffuser Haarausfall u.a. durch Stress
Im Bild: Diffuser Haarausfall u.a. durch Stress

3. Warum fallen bei Stress die Haare aus?

Bei vielen Erkrankungen hängen Körper und Psyche eng zusammen. So kann auch Stress zu körperlichen Symptomen wie Haarausfall führen. Der exakte Mechanismus dafür ist noch nicht geklärt.

  • Man geht jedoch davon aus, dass eine Beeinflussung des Immunsystems und verschiedener Hormone eine Rolle spielen. Bei Stress werden vermehrt Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet.
  • Sie können am Haarfollikel für eine erhöhte Konzentration sogenannter proinflammatorischer Zytokine
  • Das sind Botenstoffe, die für die Kommunikation zwischen verschiedenen Zellen verantwortlich sind. Sie sorgen dafür, dass vermehrt Immunzellen angezogen und entzündungsfördernde Stoffe ausgeschüttet werden.
  • Dadurch entsteht ein Entzündungsprozess am Haarfollikel.
  • Die Wachstumsphase der Haare wird verkürzt und die Haare fallen schneller aus.
Im Bild: Wachstumsphase der Haare

Der Auslöser kann bei Jedem unterschiedlich sein. Viel Stress zuhause, chronischer Stress auf der Arbeit, ein belastendes Lebensereignis wie eine Scheidung oder der Tod eines Angehörigen sind mögliche Gründe. Auch Erfahrungen von körperlicher oder seelischer Gewalt können für Haarausfall sorgen. Ebenso zählen traumatische Erlebnisse wie ein Terroranschlag oder ein Flugzeugabsturz zu möglichen Auslösern.

4. Der Kreislauf von Stress und Haarausfall

Manchmal kommt es zu einem Teufelskreis: Der stressbedingte Haarausfall führt erneut zu Stress, was wiederum noch mehr Haare ausfallen lässt. Zudem begünstigt Stress weitere Verhaltensweisen, die Haarausfall zur Folge haben können. Man achtet weniger auf seine Ernährung. Für eine sorgfältige Haarpflege ist weniger Zeit, schon gar nicht für eine Kopfhautmassage oder das Auftragen eines hochwertigen Öls. Der Föhn wird etwas heißer gestellt, damit die Haare schneller trocken sind.

Damit der Haarausfall nicht immer weiter verstärkt wird, muss dieser Kreislauf durchbrochen werden. Wer Stress nicht ganz vermeiden kann, sollte zumindest an seinem Umgang mit stressigen Situationen arbeiten. Nur wer sich zwischendurch Pausen gönnt, für Entspannung sorgt und Körper und Geist mal runterfährt, hat eine Chance, den Haarausfall zu stoppen. Um das Haarwachstum wieder zu fördern, können bio-regenerative Methoden zusätzlich helfen.

5. Wachsen Haare bei stressbedingtem Haarausfall wieder nach?

Durch Stresshormone wird die Wachstumsphase der Haare verkürzt. Dadurch geht die Haarwurzel vorzeitig in einen Ruhezustand über und das Haar wächst nicht weiter. Nach ungefähr zwei bis drei Monaten fällt es schließlich aus. Diese Zeitspanne erklärt auch, warum eine zeitliche Latenz zwischen auslösendem Ereignis und dem Symptom Haarausfall besteht. Die Haarwurzel nimmt aber keinen direkten Schaden. Daher kann sie wieder reaktiviert werden, wenn das auslösende Problem an der Haarwurzel behoben wurde.

Bleibende Schäden sind normalerweise nicht zu erwarten. Die Haarwurzel kann anschließend wieder normale Haare bilden und auch die Wachstumsphase kann wieder auf die vorherige Länge ausgedehnt werden. Hält der Stresszustand und damit der Entzündungszustand an der Haarwurzel jedoch über einen sehr langen Zeitraum an, kann die Haarwurzel durch die Strapazen absterben und keine neuen Haare mehr bilden. Deshalb ist es wichtig, den Haarausfalls so früh wie möglich zu stoppen.

6. Maßnahmen gegen stressbedingten Haarausfall

Stress vermeiden ist leicht gesagt - dennoch gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, Körper und Geist Pausen zu gönnen. Wenn das alleine nicht hilft, können bio-regenerative Therapien oder eine Haartransplantation infrage kommen.

6.1 Stress vermeiden

Stress bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Genauso ist es bei jedem Menschen verschieden, was ihm zur Stressbewältigung hilft.

  • Ein guter Tipp ist es, individuelle Hobbys weiterzuführen, auch wenn man viel zu tun hat. Die intensive Beschäftigung mit den eigenen Interessen macht Spaß, wirkt depressiver Stimmung entgegen und hilft abzuschalten. Viele bekommen durch Sport, Bewegung oder Spazierengehen an der frischen Luft den Kopf frei. Ein wenig Zeit für Treffen mit Freunden einzuplanen, kann ebenfalls helfen, Ablenkung zu schaffen und gleichzeitig soziale Kontakte beizubehalten.
  • Genauso, wie man die Zeit für Freunde oder Termine festlegt, sollte man aber auch einen festen Termin mit sich selbst ausmachen. Mal nur für sich sein, nur machen, was einem gut tut und völlig runterkommen.
  • Viele Menschen haben das Problem, wenn sie in diesen Ruhephasen überhaupt nichts machen, dass die Gedanken kreisen, man nicht zur Ruhe kommt, nicht abschalten kann. Helfen können entspannende Aktivitäten, die einen beschäftigen, aber trotzdem gut abschalten lassen. Manche hören gerne Musik und versinken völlig darin, anderen hilft ein Termin zur Massage, um sich selbst und dem Körper etwas Gutes zu tun. Auch Meditation kann helfen, den aufgewühlten Geist zu beruhigen, bedarf jedoch teilweise etwas Übung, bevor man wirklich zur Ruhe kommt.
  • Um Bewegung und Entspannung zu kombinieren, bieten sich Sportarten wie Yoga oder Tai Chi an. Wer es etwas ruhiger mag, dem können Techniken wie autogenes Training, progressive Muskelrelaxation oder Atemübungen helfen.
  • Oft unterschätzt, aber enorm wichtig ist ausreichender Schlaf. In dieser Zeit kommt der Körper zur Ruhe und regeneriert sich. Jeder benötigt unterschiedlich viel Schlaf, um wirklich ausgeruht zu sein. Bei den meisten Menschen sind es ungefähr sieben bis acht Stunden pro Tag. Der Tagesablauf und die Umgebung sollten so angepasst werden, dass einem ruhigen und erholsamen Schlaf nichts im Wege steht. Tagsüber aktiv sein, sich beim Sport auspowern, abends eher ruhige Aktivitäten wie lesen einplanen. Kurz vorm Schlafengehen sollte kein Handy oder Tablet mehr benutzt werden, weil das abgestrahlte blaue Licht aktivierend wirkt. Im Schlafzimmer sind eine dunkle, kühle Umgebung und ein bequemes Bett zu empfehlen.
  • Um Spannungen zu lösen, kann es helfen, mit Freunden oder Familie über belastende und stressige Situationen zu sprechen. Körperliche Verspannungen lassen sich mit Massagen oder Lockerungsübungen lindern.

Um Stresssituationen von Beginn an zu vermeiden, kann es helfen, den Arbeitstag gut zu planen. Ein realistischer Zeitplan gibt Struktur und Orientierung. Für die Workaholics unter Ihnen: Irgendwann ist bei Jedem der Akku leer. Gönnen Sie sich auch mal eine Pause, reduzieren Sie die Arbeitszeit, nehmen Sie nicht jede zusätzliche Aufgabe an.

6.2 Haarausfall stoppen

Neben dem Stressabbau können medikamentöse oder bio-regenerative Therapien helfen, den stressbedingten Haarausfall zu stoppen.

Liegt eine Grunderkrankung wie die Alopecia areata vor, die durch Stress verstärkt wird, sollte die übliche Behandlung des kreisrunden Haarausfalls fortgeführt werden. Dazu werden oft Cortisonpräparate oder eine topische Immuntherapie verwendet.

Bei diffusem Haarausfall kann gelegentlich auch das eigentlich für die androgenetische Alopezie zugelassene Medikament Minoxidil als Lokaltherapie helfen.

Zu den bio-regenerativen Therapien zählt die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma). Es handelt sich um eine Eigenbluttherapie. Dem Patienten wird Blut entnommen und in einem speziellen Verfahren aufbereitet. Dadurch entsteht konzentriertes Blutplasma, was zusätzlich viele Blutplättchen enthält. Dieses Serum ist reich an Zytokinen und Wachstumsfaktoren.

Es kann die ruhende Haarwurzel wieder reaktivieren, für ein Wiedereinsetzen des Haarwachstums und eine Kräftigung der Haare sorgen. Kombiniert mit einer Low-Level-Laser-Therapie wirkt die Therapie noch besser. Bei der LLL-Therapie erfolgt eine gezielte Behandlung der Kopfhaut mit einem medizinischen Laser, dadurch wird die Durchblutung der Haarfollikel angeregt und das Haarwachstum beschleunigt.

Als Methode aus der Alternativmedizin kommt eine Mesotherapie infrage, bei der spezielle Medikamente, homöopathische Stoffe, Vitamine, Nährstoffe oder Hyaluronsäure in die Kopfhaut injiziert werden, um das Haarwachstum anzuregen.

6.3 Haarwachstum fördern

Oft hilft es nicht, nur Stressfaktoren zu reduzieren. Zusätzlich ist eine ausreichende Nährstoffversorgung und Pflege der Haare notwendig. Die Ernährung sollte ausgewogen sein, die empfohlenen Mengen an Vitaminen und Spurenelementen enthalten. Spezielle Ernährungsformen (vegetarisch oder vegan) oder bestimmte körperliche Umstände wie Magen-Darm-Erkrankungen, Essstörungen, hohe sportliche Aktivität, Schwangerschaft oder eine starke Menstruationsblutung können eine Unterversorgung einiger Nährstoffe bedingen. Ein Arzt kann mittels Blutuntersuchung feststellen, ob bei Ihnen bestimmte Stoffe wie beispielsweise Eisen oder Zink fehlen und diese bei Bedarf substituieren.

Die Haarpflege sollte möglichst schonend sein. Verwenden Sie milde Shampoos und Spülungen und gönnen Sie sich ab und zu eine Kopfhautmassage mit einem hochwertigen Öl, um die Durchblutung anzuregen.

Zusätzliche Strapazen für die Haare sollten vermieden werden. Häufiges Färben oder Tönen kann das Haar austrocknen. Heißes Föhnen, Glätteisen oder Lockenstab setzen dem Haar ebenfalls stark zu. Selbst die falsche Frisur kann Haarausfall begünstigen: Hohe Zugbelastung durch straffe oder enge Zöpfe kann zur Haarbruch und Haarverlust führen.

7. Haartransplantation zum Auffüllen von kahlen Stellen?

Im Bild: Haarentnahme bei der IFUE-Haartransplantation

Stressbedingter Haarausfall ist prinzipiell reversibel - die gestressten Haarwurzeln sind meistens nicht unwiederbringlich geschädigt, sondern nur in einem Ruhezustand. Es kann aber vorkommen, dass die Haare nicht mehr vollständig so wachsen wie früher. Wenn die Ursache des Haarausfalls behoben wurde, das Haarwachstum wieder normal abläuft, aber trotzdem über einen längeren Zeitraum Lücken im Haar bleiben, können diese mit einer Haartransplantation wieder aufgefüllt werden. Wenn der Haarausfall weiter fortbesteht, ist eine Transplantation noch nicht sinnvoll.

  • Ob eine Haartransplantation für Sie infrage kommt, kann ein erfahrener Experte im Rahmen einer ausführlichen Anamnese und Untersuchung ermitteln und Sie beraten.
  • Die modernste Form der Haartransplantation ist die IFUE-Methode. Bei dieser minimal-invasiven Technik werden einzelne follikuläre Einheiten aus dicht behaarten Spenderbereichen entnommen. Nach kurzer Verweildauer in einer Kochsalzlösung werden Sie in den Empfängerbereich implantiert.
  • Unsere Erfolgsquote liegt mit etwa 90 Prozent sehr hoch, sodass die allermeisten Patienten innerhalb von sechs bis zwölf Monaten (je nach Haarlänge) wieder mit einer "normalen" Frisur rechnen können.

Wenn Sie unter stressbedingtem Haarausfall leiden, wenden Sie sich frühzeitig an einen Spezialisten für Haarausfall-Behandlungen. So können Sie ausführlich über bio-regenerative Therapien oder eine Transplantation beraten werden und vermeiden psychische Belastung, lange Leidenswege und ästhetisch unbefriedigende Ergebnisse.

Wie können wir Ihnen helfen?

Sie interessieren sich für eine professionelle Diagnostik und Behandlung Ihres Haarausfalls? Oder Sie möchten ihre Wimpern, Augenbrauen oder Ihren Bart durch eine Haartransplantation wiederherstellen oder optisch verschönern lassen? Dann kontaktieren Sie uns gerne!

Reza Azar, Ärztlicher Leiter

Zentrum für moderne Haartransplantation
Kurfürstendamm 218
10719 Berlin

Telefon: +49-30 206 474 18

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