- Meistens tritt Haarausfall schleichend auf, es gibt aber auch plötzlichen Haarausfall.
- Die häufigsten Ursachen für plötzlichen Haarverlust sind: Akuter Schub eines erblich bedingten Haarausfalls, Folge einer Infektion, Nebenwirkungen von Medikamenten, hormonelle Veränderungen, Autoimmunerkrankungen, Mangelerscheinungen.
- Frauen sind häufiger von plötzlichem Haarausfall betroffen als Männer.
- Nur wenn die Ursache geklärt ist, kann eine adäquate Behandlung erfolgen.
- Prinzipiell kann auch ein plötzlicher Haarverlust reversibel sein.
Plötzlich starker Haarausfall: Tipps für Betroffene
Plötzlicher starker Haarausfall ist für die meisten Menschen ein Schock. Man verliert sein gewohntes Äußeres und fürchtet vielleicht eine ernste Erkrankung. Die Ursachen sind vielfältig: akuter Schub eines erblich bedingten Haarausfalls, Infektionen, Medikamentennebenwirkungen, hormonelle Veränderungen, Autoimmunerkrankungen oder Mangelerscheinungen. Eine genaue Untersuchung ist wichtig, um die richtige Therapie zu finden. Erfahren Sie hier, welche Ursachen hinter plötzlichem Haarausfall stecken und welche Tipps akut helfen. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit einem Experten kann lange Leidenswege ersparen.
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Therapien & Behandlungen gegen Haarausfall in Berlin
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In welchem Ausmaß ist Haarausfall normal und wann besteht Anlass zur Sorge?
Jeder Mensch hat ungefähr 80.000 bis 150.000 Haare auf dem Kopf. Jedes Haar durchläuft einen Zyklus, der aus einer Wachstumsphase, einer Übergangs- und einer Ruhephase besteht. In der Ruhephase wird die Stoffwechselaktivität des Haarfollikels eingestellt und das Haar verkümmert. Dann wird ein neues Haar gebildet, welches während des Wachsens das alte Haar aus dem Haarfollikel heraus schiebt. Das alte Haar fällt aus.
- Es ist völlig normal, dass man jeden Tag bis zu 100 Haare verliert, bei vollem Haar. Wenn jedoch nur noch wenige Haare vorhanden sind, kann auch ein Haarverlust von 50 Haaren am Tag unnatürlich sein.
- Wer das Gefühl hat, unter verstärktem Haarverlust zu leiden, sollte über einen längeren Zeitraum genau beobachten, wie viele Haare ausfallen. Im Zweifel kann man die Haare sogar jeden Tag in einem Umschlag sammeln und zählen.
Insbesondere bei längeren Haaren überschätzt man Haarverlust schnell, wenn ein großes Büschel in der Bürste verbleibt. Wer aber nachweislich mehr Haare verliert als sonst, größere Büschel aus der Bürste und aus dem Abfluss der Dusche zieht oder das Zopfgummi plötzlich noch eine Umdrehung mehr braucht, um fest zu sitzen, kann unter einem behandlungsbedürftigen Haarausfall leiden. Auch wenn kahle Stellen entstehen oder die Haare büschelweise ausfallen, besteht Anlass zur Sorge.
Schleichender Haarausfall vs. plötzlicher starker Haarausfall
Es gibt zahlreiche Ursachen für Haarverlust, die sich sowohl in ihrem klinischen Bild als auch in ihrem Verlauf unterscheiden.
- Einige Arten verlaufen klassischerweise schleichend wie zum Beispiel der erblich bedingte Haarausfall, der meist über mehrere Jahre hinweg langsam zunimmt.
- Andere Formen des Haarausfalls kommen ziemlich plötzlich. Dazu gehören chronische, aber schubförmig verlaufende Autoimmunerkrankungen wie die Alopecia areata, der kreisrunde Haarausfall.
- Auch Infektionen der Kopfhaut verursachen meistens einen relativ plötzlichen Haarverlust. Wer Mangelerscheinungen hat, kann ebenfalls von plötzlichem Haarverlust betroffen sein.
- Eine sehr bekannte Form, bei der die Haare innerhalb weniger Wochen komplett ausfallen, ist der medikamentös verursachte Haarausfall im Rahmen einer Chemotherapie.
Relativ plötzlich auftreten kann ein Haarausfall auch im Herbst - meistens hält er sich aber in einem nicht behandlungsbedürftigen Rahmen. Durch die erhöhte Sonneneinstrahlung im Sommer gehen vermehrt Haare frühzeitig in die Ruhephase über und fallen dann im Herbst aus. Spätestens im Winter sollten die Haare aber wieder nachwachsen.
Haarausfall-Ursachen:
Welche sind für plötzlichen Haarausfall verantwortlich?
Die folgenden Ursachen können für einen plötzlichen Haarausfall verantwortlich sein. Sie können natürlich auch in Kombination auftreten.
Akuter Schub eines erblich bedingten Haarausfalls
Erblich bedingter Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt, ist bei Männern und Frauen mit zunehmendem Alter der häufigste Grund für Haarausfall.
- Bei Männern verläuft der Haarausfall nach einem klassischen Verlauf, bei dem es zunächst zur Bildung von Geheimratsecken, einer freien Stirn und einer kahlen Tonsur kommt. Im Endstadium steht nur noch ein Haarkranz am Hinterkopf von Ohr zu Ohr. Bei Frauen bildet sich meistens eine lichte Scheitelregion.
- Normalerweise verläuft die androgenetische Alopezie kontinuierlich fortschreitend. Sie kann aber über längere Zeit in einem Stadium verbleiben oder sogar stoppen, sodass ein Mann zum Beispiel sein Leben lang nicht mehr als kahle Geheimratsecken hat. Aussagekräftig ist in diesem Zusammenhang auch das Hamilton-Norwood Schema.
Andererseits kann der Verlauf auch schubweise sein und innerhalb kurzer Zeit schnell voranschreiten. Für den Betroffenen kann das erschreckend sein und als plötzlicher Haarausfall gedeutet werden.
Stress oder Schock
Ein anhaltend hoher Stresspegel oder ein einmaliges schlimmes Ereignis wie ein Unfall, ein Trauma oder eine Operation können ebenfalls plötzlichen Haarausfall verursachen. Der Pathomechanismus ist nicht ganz klar.
- Es wird vermutet, dass durch die große Menge von Stresshormonen im Organismus Entzündungsreaktionen an den Haarwurzeln ausgelöst werden, die den Haarzyklus stören.
- Dadurch tritt das Haar frühzeitig in die Ruhephase ein und fällt aus. Der Haarausfall durch Stress tritt häufig mit einer zeitlichen Verzögerung von einigen Wochen ein und wird dann oft gar nicht mehr mit dem auslösenden Ereignis in Verbindung gebracht.
- Hinzukommen kann, dass man in Stresssituationen oft nicht so genau auf eine gesunde Ernährung achtet. Dadurch kann es zu einem Nährstoffmangel kommen, der den Haarverlust weiter begünstigt.
Hormonelle Veränderungen
Insbesondere bei Frauen treten mehrfach im Leben große hormonelle Veränderungen auf. Dazu gehören Schwangerschaft, Entbindung, Stillzeit, Einnehmen und Absetzen der Pille oder der Eintritt in die Menopause.
Immer wieder ändert sich der Östrogenspiegel, der Einfluss auf das Haarwachstum nimmt. Insbesondere nach einer Geburt oder beim Eintritt in die Wechseljahre fällt der Östrogenspiegel ab, was innerhalb weniger Wochen zu einem vermehrten Haarausfall führen kann.
Medikamente
Viele Medikamente haben eine lange Liste an Nebenwirkungen und oft ist Haarausfall eine davon.
- Die Nebenwirkung kommt bei vielen häufig eingesetzten Medikamenten wie Blutdrucksenkern, Blutfettsenkern, Blutverdünnern, Psychopharmaka oder verschiedenen Antibiotika vor. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht bekannt.
- Es kommt meist zu einem plötzlichen Haarausfall, der aber mit einer zeitlichen Latenz von zwei bis vier Monaten ab Beginn der Einnahme auftritt und auch vorkommen kann, wenn das Medikament bereits abgesetzt wurde. Durch die zeitliche Latenz ist es oft nicht einfach, die Ursache korrekt zuzuordnen.
- Andere Medikamente führen deutlich schneller zu plötzlichem starkem Haarausfall. Die bekanntesten Vertreter sind Medikamente aus der Gruppe der Zytostatika, die zur Chemotherapie einer Krebserkrankung eingesetzt werden. Etwa ein bis vier Wochen nach Therapiebeginn tritt der Haarausfall ein und betrifft meist neben den Kopfhaaren auch Wimpern und Augenbrauen.
Nahrungsergänzungsmittel
Vor einigen Jahren wurde eine Studie präsentiert, in der beschrieben wurde, dass Sportler, die creatinhaltige Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, vermehrt unter Haarausfall leiden. Unsere klinischen Erfahrungen bestätigen die Ergebnisse.
Auch eine Erhöhung des Testosteronspiegels kann den erblich bedingte Haarausfall verschlimmern bzw. der androgenetische Haarausfall auslösen.
Wenn die Kopfhaut gerötet und schuppig ist, juckt oder schmerzt und plötzlicher starker Haarausfall auftritt, kann eine Infektion zugrunde liegen.
Die Ursachen sind verschieden und können Bakterien, Parasiten oder Pilze sein. Mit am häufigsten ist ein Pilzbefall der Kopfhaut, den man Tinea capitis nennt. Er kommt vor allem bei Kindern vor und wird meistens durch Haustiere übertragen.
Ernährungsfehler oder Essstörungen
Ein Mangel an Vitaminen oder Nährstoffen kann zu Haarausfall führen. Ein häufiger Grund ist Eisenmangel. Er kommt vor allem bei Menschen vor, die sich vegetarisch oder vegan ernähren. Auch Essstörungen wie Bulimie oder Anorexia nervosa führen häufig zu einem Nährstoffmangel mit nachfolgendem Haarausfall.
Kreisrunder Haarausfall
Der kreisrunde Haarausfall, auch Alopecia areata genannt, ist eine Autoimmunerkrankung. Es kommt schubweise zu plötzlichem Haarausfall mit kreisrunden, kahlen Stellen am Kopf oder der Körperbehaarung.
Systemerkrankungen
Es gibt zahlreiche systemische Erkrankungen, die über verschiedene Mechanismen zu plötzlichem Haarausfall führen können. Eine Ursache sind beispielsweise Hormonstörungen wie eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse.
Auch Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts können zu Haarausfall führen, wenn durch eine Resorptionsstörung bestimmte Nährstoffe nicht aufgenommen werden können und es zu Mangelerscheinungen kommt. Einige schwere Infektionskrankheiten können ebenfalls mit Haarausfall einhergehen wie Typhus, Tuberkulose oder Scharlach.
Vergiftungen
Auch Vergiftungen mit Schwermetallen, Amalgam, Palladium oder Quecksilber können zu Haarausfall führen, ebenso wie verschiedene Chemikalien.
Ursachen für schleichenden Haarverlust
Wenn ein Haarverlust schleichend auftritt, verschlechtert er sich über mehrere Monate oder Jahre hinweg langsam. Das bekannteste Beispiel ist der erblich bedingte Haarausfall.
- Er kann bei Männern bereits in den Zwanzigerjahren beginnen und bis ins hohe Alter hinein fortschreiten.
- Frauen leiden meistens ab den Wechseljahren an einer androgenetischen Alopezie, die sich ebenfalls nur langsam verschlimmert.
- Fast alle Menschen sind im Alter von einer senilen Alopezie betroffen. Im Laufe des Lebens gehen immer mehr Haare schneller in die Ruhephase über. Das führt dazu, dass bei älteren Menschen nicht mehr so viele Haare wachsen und die Dichte der Haare auf der Kopfhaut abnimmt. Das Haar wird kürzer und dünner.
Auch bei der Traktionsalopezie nimmt die Haardicke schleichend ab. Es kommt durch eine erhöhte mechanische Belastung des Haars wegen straffen Frisuren oder engen Kopfbedeckungen und Haar-Extensions zu einem Haarausfall an den Seiten, der Stirn und am Hinterkopf. Bei straffen Frisuren und Dreadlocks fällt es erst durch den Vergleich mit alten Fotos auf, dass der Haaransatz zurückgegangen ist.
Ursachenfindung für plötzlichen Haarausfall
Ein Haarfollikel durchläuft im Laufe seines Lebens verschiedene Phasen, die man Haarzyklus nennt. Jeder Haarfollikel kann etwa zehn bis 30 solcher Zyklen durchlaufen, bevor er zugrunde geht.
- Die erste Phase ist die Wachstumsphase (Anagenphase), in der sich zu jeder Zeit etwa 85 Prozent der Haarfollikel befinden. Sie dauert zwei bis sechs Jahre. In dieser Zeit wächst das Haar und wird kontinuierlich länger und dicker.
- Dann geht es in die Übergangsphase (Katagenphase) über. Hier schrumpft die Haarwurzel, weil sie nicht mehr mit Nährstoffen versorgt wird und die Zellteilung zum Erliegen kommt. In dieser zweiwöchigen Phase befinden sich ein bis drei Prozent der Haarfollikel. Sie endet damit, dass die Haarwurzel verhornt.
- In der Ruhephase (Telogenphase) kommt die Stoffwechselaktivität des Haarfollikels komplett zum Erliegen und das Haar verkümmert. Diese Phase dauert etwa drei Monate und betrifft acht bis 14 Prozent der Haarfollikel.
Danach wird ein neues Haar gebildet. Das neu wachsende Haar schiebt in seiner Wachstumsphase das alte Haar aus dem Follikel, sodass es ausfällt. Bis an der Stelle, wo ein Haar ausgefallen ist, ein neues Haar sichtbar wird, vergehen acht bis zwölf Wochen. Bei Haarausfall treten mehr Haarfollikel in die Ruhephase ein, sodass mehr Haare ausfallen. Liegt zudem ein Grund vor, der die Bildung und das Wachstum neuer Haare verhindert, wird dies ebenfalls erst nach etwa sechs bis zwölf Wochen sichtbar, wenn eigentlich das neue Haar aus dem Haarfollikel austreten sollte.
Der Auslöser für einen plötzlich auftretenden Haarverlust liegt bedingt durch den Haarzyklus daher meist in der Vergangenheit, in den letzten Wochen oder Monaten. Bei der Ursachenfindung sollten Sie sich fragen, was Sie in der letzten Zeit in Ihrem Alltag geändert haben.
- Haben Sie sich anders ernährt und könnten dabei bestimmte Nährstoffe fehlen?
- Haben Sie in den letzten Wochen neue Medikamente eingenommen?
- Haben Sie Shampoo, Spülung oder andere Haarpflegeprodukte gewechselt und vertragen sie vielleicht nicht?
- Gab es offensichtliche Eingriffe in Ihren Hormonhaushalt, zum Beispiel durch die Einnahme der Pille oder eine Schwangerschaft?
- Waren Sie kürzlich schwer erkrankt oder haben eine große Operation hinter sich gebracht?
- Hatten Sie eine Corona Erkrankunge oder eine Impfung mit Nebenwirkungen?
All das können Gründe für Haarausfall sein, die man nach und nach ausschließen sollte.
Plötzlicher starker Haarausfall bei Frauen
Insbesondere Frauen sind besonders anfällig für einen plötzlich auftretenden Haarausfall. Das liegt daran, dass sie vermehrt Risikofaktoren mitbringen, die einen Haarausfall begünstigen.
- Bei Frauen gibt es grundsätzlich häufigere und stärkere hormonelle Veränderungen als bei Männern. Selbst wenn man die Einnahme künstlicher Hormone, wie zum Beispiel der Anti-Baby-Pille, außer Betracht lässt, treten viele Hormonschwankungen auf. Dazu gehört der Eintritt in die Pubertät, Schwangerschaft und Stillzeit und später die Menopause. Hier wird jedes Mal der Östrogenspiegel durcheinandergeworfen, der ein wichtiger Einflussfaktor auf das Haarwachstum ist.
- Außerdem sind Frauen anfälliger für Mangelerscheinungen. Insbesondere ein Eisenmangel tritt relativ häufig auf, vor allem bedingt durch den regelmäßigen und teils starken Blutverlust durch die Menstruationsblutung. Auch in anderen Lebensphasen wie beispielsweise einer Schwangerschaft ist der Nährstoffbedarf deutlich erhöht.
- Zusätzlich ist der Anteil an Frauen, die an einer Essstörung leiden oder spezielle Diäten durchführen, in der Regel höher als bei Männern. Das kann einen Nährstoffmangel ebenfalls begünstigen.
Behandlung? Kommt auf die Ursache an!
Es kann nicht pauschal gesagt werden, welche Therapie für Haarausfall am besten ist. Ob eine Behandlung oder ein Medikament wirkt, hängt maßgeblich davon ab, ob die richtige Ursache gefunden wurde.
- Das ist wie bei jedem anderen Medikament auch: Es kann nur wirken, wenn es für die richtige Ursache eingesetzt wird.
- Wenn der Grund für den Haarausfall zum Beispiel eine Pilzinfektion der Kopfhaut ist, wird ein antibakteriell wirksames Antibiotikum keine Besserung bringen.
Es ist davon abzuraten, eigenmächtig verschiedene Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen. Jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben, die nicht in Kauf genommen werden sollten, wenn gar nicht klar ist, ob das Medikament überhaupt wirken kann. Selbst viele Vitamine und Spurenelemente können überdosiert werden und großen Schaden verursachen, wenn man sie eigenständig und unkontrolliert einnimmt.
Nicht jeder Haarausfall hat nur eine Ursache. Manchmal können auch verschiedene Gründe zusammenkommen, was die Diagnose und Therapie für den Arzt nochmals komplexer macht. Nur wenn die Ursache gefunden wurde, kann eine zielgerichtete Behandlung erfolgen. Die Hilfe eines Experten für Haarausfallbehandlungen sollte deshalb frühzeitig in Anspruch genommen werden.
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Typische Behandlungswege
Vor der Therapie eines Haarausfalls steht eine ausführliche Diagnostik. Neben einer körperlichen Untersuchung, Befragung, Familienanamnese und eventuell einer Haaranalyse ist vor allem eine Blutentnahme wichtig. Dadurch lassen sich sowohl Mangelzustände herausfinden als auch hormonelle Störungen oder bestimmte Erkrankungen.
Anschließend kann eine spezifische Therapie erfolgen durch die Einnahme von Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln, einer Ernährungsumstellung oder einer Infusionstherapie.
Regenerative Therapien
Manchmal kommt es vor, dass die Haare trotz Beheben der Ursache nicht komplett so nachwachsen wie vorher. Dann kommen regenerative Therapien infrage. Dabei werden die körpereigenen Selbstheilungskräfte genutzt, um schonend und ohne relevante Nebenwirkungen wieder zu einer schönen Frisur zu gelangen.
- Zur Auswahl steht zum Beispiel die PRP-Therapie. PRP steht für Platelet Rich Plasma und ist eine Eigenbluttherapie. Das entnommene Blut des Patienten wird durch ein spezielles Aufbereitungsverfahren so konzentriert, dass es hochdosierte Wachstumsfaktoren und Mikronährstoffe enthält. Dann wird es in die Kopfhaut injiziert, wo es die Haarfollikel aktiviert und zur Bildung neuer Haare anregt.
- Bei der Low-Level-Laser-Therapie wird mit einem medizinischen Laser die Kopfhaut stimuliert, sodass die Durchblutung gesteigert und die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung der Haarfollikel verbessert wird.
- Möglich ist auch eine Stammzellen-Therapie, bei der Unterhaut-Fettgewebe gewonnen und aufbereitet wird, sodass ein an Stammzellen reiches Konzentrat entsteht. Die Stammzellen produzieren viele Wachstumsfaktoren, nachdem sie in die Kopfhaut gespritzt wurden.
- Aus dem Bereich der Alternativmedizin stammt die Meso-Therapie, bei der verschiedene Substanzen wie Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren, Hyaluronsäure oder homöopathische Mittel in die Kopfhaut injiziert werden und dort ebenfalls das Haarwachstum anregen sollen.
Medikamentöse Therapien
Als medikamentöse Therapieoptionen stehen nur wenige Medikamente zur Auswahl. Am bekanntesten sind Minoxidil und Finasterid.
- Minoxidil wird eigentlich zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, wirkt lokal angewandt aber auch gegen Haarausfall. Es kann jedoch Überempfindlichkeitsreaktionen, Kopfschmerzen, Blutdruckprobleme und vermehrte Gesichtsbehaarung verursachen. Die positive Wirkung des Mittels ist jedoch temporär und daher wird von uns zur ernsthaften Behandlung des Haarausfalls nicht empfohlen. Das Medikament ist als Lösung oder in Schaumform erhältlich.
- Das Medikament Finasterid wird als Tablette eingenommen und ist ein 5-Alpha-Reduktase-Hemmer, der normalerweise zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt wird. Es wirkt der Bildung von Dihydrotestosteron (DHT) entgegen, einem männlichen Geschlechtshormon, was eine wichtige Rolle bei erblich bedingtem Haarausfall spielt. Da eine Tablette im ganzen Körper wirkt, können verschiedene Nebenwirkungen vorkommen. Wichtige sind Schlafstörungen, Depressionen, Verlust der Libido und Impotenz. Für Frauen ist das Mittel nicht offiziell zugelassen und sollte auch in Schwangerschaft und Stillzeit keinesfalls angewandt werden, weil es den Hormonhaushalt des Babys stören kann.
Haartransplantation
Die Option einer Haartransplantation kommt bei plötzlichem Haarausfall erst einmal nicht infrage. Zuerst muss die Ursache gefunden und behandelt werden und der Kopfhaut und dem Körper etwas Zeit zur Erholung gegeben werden.
- Erst wenn nach Abschluss der Behandlung, wenn der Haarausfall gestoppt wurde und immer noch kahle Stellen im Haar verbleiben, kann eine Haartransplantation helfen.
- Mit der im Zentrum für moderne Haartransplantation angewandten I-FUE-Methode steht eine moderne, minimal-invasive und nebenwirkungsarme Möglichkeit zu Verfügung.
- Die Haarfollikel werden aus Bereichen dichten Haarwachstums entnommen und nach nur kurzer Verweilzeit außerhalb des Körpers an die kahlen Stellen transplantiert.
Das Ergebnis ist dauerhaft und kosmetisch sehr ansprechend. Wichtig ist aber, dass der Haarverlust vor der Transplantation gestoppt wurde und nicht weiter voranschreitet.
Suchen Sie frühzeitig einen Experten auf!
Wer unter Haarausfall leidet, hat häufig einen langen Weg vor sich, mit vielen Fehlversuchen. Das Wichtigste für eine adäquate Behandlung ist, die zugrunde liegende Ursache herauszufinden.
Spätestens wenn man mit Hausmitteln am Ende ist, sollte man einen Experten an seiner Seite haben, der effektive Behandlungsmöglichkeiten kennt und durchführen kann. Deshalb sollte man sich frühzeitig an einen Experten für Haarausfallbehandlungen wenden. Insbesondere wenn plötzlich viele Haare ausfallen, sollte man nicht zu viel Zeit verstreichen lassen.
Als erste Anlaufstelle kann hier der Dermatologe dienen. Haarausfall-Behandlungen sind auch teil der Expertise, allerdings nicht der Fokus. In komplizierteren und langwierigen Fällen sollte man sich jedoch besser an einen auf Haarausfall spezialisierten Experten wenden.
Im Zentrum für moderne Haartransplantation sind wir zu 100% auf Haarausfall spezialisiert. Beginnend bei einer tiefgründigen Analyse, regenerativen Therapien, effektiven Behandlungswegen und Haartransplantationen. Eine Kontaktaufnahme ist per E-Mail, Telefon oder über unser Online-Formular möglich.
Fazit und FAQ
Plötzlicher und starker Haarausfall kann viele Ursachen haben: Nebenwirkungen von Medikamenten, erblich bedingter Haarausfall, Autoimmunerkrankungen, Krankheiten, Mangelerscheinungen oder Vergiftungen können Auslöser sein. Normalerweise verliert ein Mensch bis zu 100 Haare pro Tag, sodass ein drastischer Anstieg definitiv auf ein Mangel oder ein Problem hinweist.
Wenn der Haarausfall plötzlich einsetzt oder die Haare büschelweise ausfallen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn es kann ein Hinweis auf eine ernstere Grunderkrankung sein, die einer ärztlichen Behandlung bedarf.
Wann spricht man von massivem Haarausfall?
Von massivem Haarausfall spricht man, wenn der tägliche Haarverlust deutlich über der allgemein als normal angesehenen Menge von bis zu 100 Haaren liegt (dieser Wert bezieht sich auf volles Haar; wenn man nur noch wenige Haare hat, können auch 50 verlorene Haare am Tag bereits zu viel sein).
Konkrete Anzeichen können sein
- Nach dem Kämmen bleiben mehr als ein paar Haare in der Bürste hängen.
- Nach dem Schlafen findet man eine beträchtliche Menge Haare auf dem Kopfkissen.
- Beim Duschen oder Haarewaschen fallen büschelweise Haare aus.
Außerdem muss sich der Haarausfall nicht nur auf die Kopfbehaarung beschränken. Auch Wimpern, Augenbrauen, Barthaare oder sonstige Körperbehaarung kann betroffen sein. Ob der Haarausfall schleichend oder plötzlich stattfindet, die dahinter liegendenden Ursachen sollten abgeklärt werden.
Was können Betroffene bei starkem Haarausfall tun?
Bei starkem Haarausfall sollten die Betroffenen zunächst Veränderungen in der nahen Vergangenheit bewerten: Welche großen Veränderungen gab es in den letzten 6 Monaten?
- Dazu gehören Ernährungsumstellungen, die Einnahme von neuen Medikamente, starke hormonelle Einflüsse (bspw. Eintritt in Menopause) einschneidende Lebensereignisse oder andere physische und psychische Veränderungen.
- Dabei ist zu berücksichtigen, dass zwischen der Ursache und dem tatsächlichen Haarausfall eine Verzögerung von zwei bis vier Monaten liegen kann.
Unabhängig von diesen Überlegungen sollte bei starkem und plötzlichen Haarausfall unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann ernstere Ursachen ausschließen oder erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten.
Wie kann ein Arzt die Ursachen ermitteln?
Ein Arzt kann die Ursachen für starken Haarausfall mit verschiedenen diagnostischen Methoden feststellen. Dazu gehören:
- Blutuntersuchung: Eine Blutprobe kann auf Mangelerscheinungen (z.B. Eisenmangel), hormonelle Störungen (z. B. Schilddrüsenprobleme), Entzündungswerte und andere mögliche Störungen, die Haarausfall verursachen können, untersucht werden.
- Urinprobe: In einigen Fällen kann eine Urinprobe genommen werden, um nach Auffälligkeiten zu suchen, die auf bestimmte Gesundheitsprobleme hinweisen könnten.
- Anamnese: Der Arzt wird eine gründliche Anamnese durchführen, einschließlich Fragen zu Haarausfall in der Familie und zu kürzlich aufgetretenen oder aktuellen Erkrankungen (wie z.B. eine Corona-Infektion).
- Beratung und Befragung: Der Arzt befragt den Patienten zu möglichen Ursachen wie Ernährungsumstellung, Medikamenteneinnahme, Stressbelastung und Lebensstil.
- Untersuchung von Haarausfall und Kopfhaut: Der Arzt wird sich das Muster des Haarausfalls genau ansehen und die Kopfhaut auf Anzeichen von Infektionen, Entzündungen oder anderen Auffälligkeiten untersuchen.
Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die genaue Ursache des Haarausfalls zu ermitteln und eine geeignete Behandlungsstrategie zu entwickeln.
Wachsen die Haare wieder nach?
Ob die Haare nach starkem Haarausfall wieder nachwachsen, hängt von der Ursache ab.
- Bei plötzlichem Haarausfall ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass die Haarfollikel nicht irreparabel geschädigt sind. Das bedeutet, dass die Haare wieder nachwachsen können, sobald die auslösende Ursache beseitigt ist.
- Ist beispielsweise ein Nährstoffmangel für den akuten Haarausfall verantwortlich und wird dieser Mangel behoben, können sich die Haarfollikel regenerieren und wieder Haare produzieren.
- Die Schnelligkeit, mit der die Ursache behoben wird, ist entscheidend für die Chance auf Regeneration der Haarwurzeln. Denn je länger die Haarwurzeln unter dem Mangel bzw. den Umständen “leiden”, desto wahrscheinlicher ist eine dauerhafte Schädigung.
- Es gibt auch Behandlungen, die die Regeneration der Haarfollikel unterstützen können. Eine davon ist die PRP-Therapie (Platelet Rich Plasma), bei der das eigene Blutplasma des Patienten verwendet wird, um die Haarwurzeln zu stärken. Dabei werden den Haarwurzeln wichtige Nährstoffe zugeführt und schaffen eine optimale Wachstumsumgebung.
Ob die Haare nachwachsen hängt aber maßgeblich von der spezifischen Ursache des Haarausfalls abhängt und kan nnicht pauschal beantwortet werden.
Plötzlicher starker Haarausfall – Hilfe!
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