Saisonaler Haarausfall im Herbst und Winter: Gründe & was tun

Im Herbst fallen bei vielen Menschen vermehrt Haare aus, das ist ein natürliches Phänomen. Studien bestätigen, dass im Herbst und Winter mehr Haare ausfallen als im Frühling und Sommer. Die Ursachen liegen in der erhöhten Sonneneinstrahlung im Sommer, die dazu führt, dass mehr Haare vorzeitig in die Ruhephase übergehen. Diese fallen dann zeitversetzt im Herbst aus. In den meisten Fällen ist saisonaler Haarausfall harmlos und nicht behandlungsbedürftig. Erfahren Sie hier, warum die Jahreszeiten das Haarwachstum beeinflussen und wann Sie sich Sorgen machen sollten.

Ärztlicher Leiter Reza Azar

Ärztlicher Leiter Reza Azar

Pionier der minimal-invasiven Haartransplantation und der innovativen regenerativen Haarausfall-Therapien in Deutschland.

Warum hat man Haarausfall im Herbst?​

Im Sommer wird das Haar verstärkt produziert, um die Kopfhaut zu schützen, während im Herbst viele dieser Haare ausfallen, indem sie in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten. Besonders im Herbst verstärkt sich dieser Effekt durch die Auswirkungen des Sommers auf den Haarzyklus.

Dieser Haarausfall betrifft nicht jeden gleich stark, sondern ist von Person zu Person unterschiedlich.

Es gibt naheliegende Ursachen, die den Haarausfall im Herbst begünstigen. Aber auch genetische Ursachen können eine Rolle spielen: Studien des französischen Forschers Dominique Michel Courtois legen nahe, dass die saisonale Schwankung möglicherweise auf Überreste des evolutionären Fellwechsels zurückzuführen ist.

Es gibt noch weitere Faktoren, die den Haarausfall im Herbst und Winter begünstigen:

  • Im Sommer ist die Kopfhaut intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt. UV-Strahlen können die Haarwurzeln stressen und dazu führen, dass die Haare früher in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten. Die Auswirkungen zeigen sich typischerweise erst nach einigen Wochen, was den vermehrten Haarausfall im Herbst erklärt.
  • In den Herbst- und Wintermonaten nimmt die Sonneneinstrahlung deutlich ab und damit auch die körpereigene Produktion von Vitamin D. Vitamin D ist wichtig für die Funktion der Haarfollikel und das Zellwachstum. Ein Mangel kann den Haarzyklus negativ beeinflussen und den saisonalen Haarausfall verstärken.
  • Die jahreszeitlich bedingte Ausschüttung von Hormonen wie Melatonin beeinflusst den Haarzyklus. Weniger Tageslicht im Herbst erhöht die Produktion von Melatonin, während Wachstumsprozesse im Körper gedrosselt werden.

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Symptome und Dauer

Der saisonale Haarausfall äußert sich durch vermehrten Haarausfall, insbesondere beim Kämmen, Bürsten oder Waschen der Haare. Dieser Zustand ist vorübergehend und dauert in der Regel sechs bis acht Wochen. In dieser Zeit können täglich bis zu 200 Haare ausfallen, was deutlich über dem normalen Haarausfall von 50 bis 100 Haaren pro Tag liegt.

Die Phase des vermehrten Haarausfalls normalisiert sich nach einigen Wochen von selbst. Das liegt daran, dass die Haare nach dem Ende der telogenen Phase wieder in die Wachstumsphase übergehen.

Frauen sind aufgrund hormoneller Schwankungen und längerer Haarzyklen häufiger betroffen als Männer. Saisonaler Haarausfall kann aber bei beiden Geschlechtern auftreten.

Tipps zur Vorbeugung und Pflege

Um den saisonalen Haarausfall zu minimieren können Sie die folgenden Schritte unternehmen:

Eine nährstoffreiche Ernährung ist wichtig für gesundes Haar. Lebensmittel, die reich an Vitamin D, Zink, Eisen und Biotin sind, unterstützen die Haarfollikel und können den Haarausfall reduzieren.

In den dunklen Monaten können Nahrungsmittel mit viel Vitamin D (bspw. Fisch und Meeresfrüchte, einige Pilzarten, Leinsamen, Milchprodukte, Avocados) helfen, dern Mangel vorzubeugen. Dies ist besonders wichtig, wenn die Sonneneinstrahlung unzureichend ist. Natürliches Sonnenlicht ist nach wie vor die beste Quelle für Vitamin D. Spaziergänge an sonnigen Tagen, auch im Winter, können helfen, die Vitamin-D-Speicher aufzufüllen. Urlaub in sonnigen Regionen, kontrollierte Besuche in Sonnenstudios oder Infrarotsaunen können ebenfalls dazu beitragen, die Auswirkungen von Sonnenmangel zu verringern.

Zudem sollten Sie Ihre Haarwurzeln langfristig stärken, mehr dazu im folgenden Absatz.

Haarfollikel und Kopfhaut widerstandsfähiger machen

Ernährung, Pflege, Vermeiden von Mangelzuständen, Stressvermeidung, Sport: All dies kann die Haarfollikel stärken und widerstandsfähiger gegen die Ursachen des Haarausfalls machen.

Eine besondere Rolle spielt dabei das Sexualhormon DHT (Dihydrotestosteron). Eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln führt zu deren Miniaturisierung und fortschreitender Verkümmerung - was zu den typischen Mustern (Geheimratsecken) führt. Da diese Form des Haarausfalls erblich bedingt ist, können Personen mit familiärer Vorbelastung frühzeitig vorbeugen, bspw. mit DHT-Blocker in der Ernährung sowie geeigneten Inhaltsstoffen in Pflegeprodukten oder Medikamenten, nach ärztlicher Beratung).

Es gibt weitere Therapiemöglichkeiten, die speziell gegen Haarausfall entwickelt wurden. Sie stärken Haarfollikel und Kopfhaut durch spezielle Wirkstoffe oder regen die Selbstheilungskräfte an. Diese können je nach Situation auch präventiv sinnvoll sein, wenn dies nach ärztlicher Beratung bestätigt wird. Infrage kommt bspw. unsere PRP-Therapie (inkl. Mesotherapie und Lasertherapie) oder bei Mangelerscheinungen eine Infusionstherapie.

Fazit & FAQ

Saisonaler Haarausfall ist ein natürliches und vorübergehendes Phänomen, das in der Regel keinen Grund zur Besorgnis darstellt. Mit einer ausgewogenen Ernährung, der richtigen Pflege und einer gesunden Lebensweise kann man diesem Prozess entgegenwirken. Wenn der Haarausfall jedoch anhält, sich verschlimmert oder ungewöhnliche Muster aufweist, ist es ratsam, einen Facharzt aufzusuchen.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Haarausfall noch im normalen Bereich liegt oder Sie eine individuelle Beratung wünschen, stehen Ihnen unsere Haarexperten gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns, damit wir gemeinsam die besten Lösungen für Ihre Haargesundheit finden können!

Wann sollte ich zum Arzt?

In den folgenden Fällen ist es ratsam, einen Arzt (Dermatologen oder Trichologen) zu konsultieren, da es sich vermutlich nicht um den saisonalen Haarausfall handelt.

  • Hält der Haarausfall über einen längeren Zeitraum (mehr als 8 bis 12 Wochen) bis zum Frühjahr/Sommer an, kann dies auf eine ernste Ursache hinweisen, insbesondere wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen.
  • Fallen sehr viele Haare aus, ganze Büschel, ist dies ebenfalls ernst zu nehmen und es sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
  • Auch Begleiterscheinungen wie Juckreiz, Rötungen, Schuppen oder sichtbare kahle Stellen sind ein Hinweis darauf, dass der Haarausfall behandlungsbedürftig sein könnte.
  • Ein ungleichmäßiges Ausfallmuster, beispielsweise an der Stirn, am Oberkopf oder in Form von kreisrunden kahlen Stellen, sollte ebenfalls fachärztlich untersucht werden.

Die oben genannten Symptome können ein Hinweis auf eine andere Form des Haarausfalls wie z.B. androgenetische Alopezie, Krankheiten oder Hauterkrankungen sein.

Wie lange dauert der Haarausfall im Herbst​

Der saisonale Haarausfall im Herbst dauert in der Regel etwa sechs bis acht Wochen. Dieser Zeitraum entspricht der Ruhephase (Telogenphase) des Haarzyklus, nach der das Haarwachstum wieder einsetzt und sich der Haarausfall von selbst normalisiert.

Ist dies nicht der Fall, kann eine andere Ursache als der saisonale Haarausfall vorliegen.

Wie erkenne ich, ob es sich um den saisonalen Haarausfall handelt?

Dieses Muster ist typisch für den saisonalen Haarausfall:

  • Der Haarausfall setzt im Herbst/ Winter ein. Dabei fallen mehr Haare als gewöhnlich (ca. 100 bis 150 pro Tag) aus.
  • Die Haare fallen über den gesamten Kopf (bspw. Körper - auch Wimpern und anderes Körperhaar kann betroffen sein) hinweg aus, es entstehen keine kahlen Stellen - es dünnt gleichmäßig aus.
  • Sie fallen einfach aus, ohne Begleiterscheinungen (Juckreiz, Rötung etc.).
  • Er beschränkt sich auf etwa sechs bis acht Wochen, dann normalisiert sich der Haarwuchs wieder.

Saisonaler Haarausfall – Fragen?

Vermehrter Haarverlust zu bestimmten Jahreszeiten ist normal, kann aber auch behandelt werden. Lassen Sie sich von unseren Experten beraten!

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Reza P. Azar

Reza P. Azar ist einer der Pioniere innovativer Haarausfallbehandlungen und der modernen Haarchirurgie. Seit 2008 leitet er das „Zentrum für moderne Haartransplantation", in dem er als Haarchirurg und Experte für Haarausfalldiagnosen, -therapien und -behandlungen tätig ist. Im Laufe der Jahre konnten bereits tausende Patienten mit Haarausfall-Problemen erfolgreich behandeln werden.

Durch Forschungsarbeiten und ständige Weiterentwicklungen prägt er die Entwicklungen der modernen Haarchirurgie. Seine fachliche Meinung ist regelmäßig in TV, Presse und Radio gefragt, zudem ist er Autor verschiedener Fachbeiträge und Fachbücher.

Die Erfolgsraten bei Haarausfallbehandlungen liegen bei über 90%. Seine jüngste Errungenschaft ist die Entwicklung der "IG-Haartransplantation", transplantierten Haarfollikel gehen nach der Transplantation in direktes Wachstum über und fallen nicht zunächst aus, eine Revolution in der Haartransplantation.