Shampoo gegen Haarausfall: Wirkstoffe, Chancen und Grenzen

Haarausfall betrifft extrem viele Menschen - entsprechend groß ist der Markt an Produkten, die den Haarverlust stoppen sollen. Beliebt, weil leicht verfügbar und nahezu ohne Nebenwirkungen, sind Shampoos gegen Haarausfall. Sie versprechen, das Haar wieder voller und schneller wachsen zu lassen. Ist die Ursache des Haarverlusts medizinisch abgeklärt und der richtige Wirkstoff gefunden, kann das Shampoo unterstützend wirken.

Aber nicht auf alle Versprechen der Shampoo-Hersteller kann man sich verlassen. Wir beleuchten die Chancen und Grenzen von Haarausfall-Shampoos und stellen Hintergründe vor.

1. Das Wichtigste auf einen Blick

  • Es gibt viele freiverkäufliche Shampoos gegen Haarausfall auf dem Markt, die viele verschiedene Inhalts- und Wirkstoffe enthalten.
  • Die meisten Shampoos haben trotz großer Werbeversprechen keine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung und helfen überhaupt nicht gegen Haarausfall.
  • Wichtig ist, dass die dem Haarausfall zugrunde liegende Ursache gefunden wird, damit auch die richtige Therapie eingesetzt werden kann.
  • Nur wenige Shampoos helfen wirklich gegen einige Formen von Haarausfall, sie enthalten antientzündliche oder antimykotische Wirkstoffe auf pflanzlicher Basis. Auch die Anwendung von Kortison-haltigen Shampoos ist in einigen Krankheitsfällen nützlich.
  • Die meisten Haarausfall-Shampoos können der allgemeinen Haarpflege zuträglich sein, sind dafür aber im Vergleich zu anderen Produkten meistens überteuert.
  • Es gibt eine Vielzahl an Alternativen, die besser gegen Haarausfall helfen als Shampoos.
  • Aufgrund unserer klinischen Erfahrungen sind Minoxidil- bzw. Alfatradiol-haltige Shampoos wegen fehlender Wirkung bzw. zu erwartenden schweren Nebenwirkungen wie vermehrter Haarausfall, Austrocknung und starker Reizung der Kopfhaut und vermehrter Gesichtsbehaarung zu meiden.

2. Das Versprechen der Haarshampoos

Hersteller von Haarausfall-Shampoos versprechen viele große Wirkungen bei der Anwendung ihrer Produkte. Doch was ist wirklich dran? Was ist medizinisch möglich und wie wahrscheinlich ist es, dass alles funktioniert?

Versprechen Nr. 1: Haare statt Glatze

Ob prinzipiell auf einer Glatze wieder Haare wachsen können, hängt nicht von einem Shampoo ab, sondern von der Ursache des Haarverlusts.

  • Beim erblich bedingten Haarausfall beispielsweise sind in fortgeschrittenen Stadien die Haarwurzeln zugrunde gegangen, sodass sie keine neuen Haare mehr produzieren können. Dann hilft auch ein noch so gutes Shampoo nicht.
  • Hingegen gibt es andere Formen des Haarverlusts, die prinzipiell reversibel sind. Das bedeutet, die Haarwurzeln sind noch intakt und können nach Beheben der Ursache des Haarverlusts Haare bilden, sodass wieder ein normales Haarwachstum einsetzen kann.
  • Meistens handelt es sich bei den reversiblen Formen um einen diffusen Haarausfall, zum Beispiel durch Nährstoffmangel (bspw. Eisenmangel oder Vitaminmangel) oder eine Chemotherapie. Wird die Ursache behoben, kommt das Haarwachstum von alleine wieder. Wurde sie nicht behoben, hilft auch ein Shampoo nichts.

Bewertung: Wenn eine Haarwurzel abgestorben ist, bildet sie kein Haar mehr aus. Das ist ein Fakt! Hier hilft höchstens eine Haartransplantation, denn dabei kann eine intakte Haarwurzeln an diese Stelle versetzt werden.

Versprechen Nr. 2: Haarausfall mit Shampoos stoppen oder rückgängig machen

Die häufigste Ursache von Haarausfall ist der erblich bedingte Haarverlust, auch androgenetische Alopezie genannt. Er ist primär ein kosmetisches Problem und hat keinen Krankheitswert.

  • Dennoch wenden vor allem Männer gerne Koffein-Shampoos an, was Haarausfall stoppen und das Haarwachstum verbessern soll.
  • Das Werbeversprechen ist, dass die Wirksamkeit in in-vitro-Studien belegt wurde. Das ist auch so: Werden Zellkulturen im Labor mit einer koffeinhaltigen Lösung zusammengebracht, ist das Zellwachstum verbessert. "In-vitro" bedeutet, dass es im Reagenzglas funktioniert. Das menschliche Haar befindet sich aber "in-vivo" - im Lebenden.
  • Man kann keine sicheren Rückschlüsse ziehen, dass in der Realität das Gleiche gilt wie im Reagenzglas und die Wirkung auf das Zellwachstum am Menschen genauso ist wie im Labor.
  • Alleine die Kontaktzeit der Haare mit dem Shampoo beim Waschen liegt in der Regel bei höchstens einer Minute - was lange nicht ausreicht, um Einfluss auf das Zellwachstum zu nehmen.

Bewertung: Besser als die Theorie ist die Praxis und hier sind die aussagekräftigen Studien leider Mangelware.

Versprechen Nr. 3: Brüchiges und kaputtes Haar mit Shampoos reparieren

Kaputtes, brüchiges Haar und Spliss entstehen durch negative Einflüsse von außen. Wird das Haar regelmäßig gefärbt oder geglättet, falsch gebürstet oder mit dem Handtuch zu fest trocken gerubbelt, reißen die Haarschuppen auf. Das Haar verliert dadurch seine glatte Oberfläche, wird stumpf und kann abbrechen.

  • Shampoos, die eine "Haarreparatur" versprechen, wirken auf zwei unterschiedliche Arten. Entweder enthält das Shampoo Silikone, die sich als feine Tröpfchen auf dem Haar ablagern und dadurch eine Schutzschicht bilden. Oder positiv geladene Moleküle im Shampoo lagern sich auf der negativ geladenen Haaroberfläche ab und bilden dadurch einen glatten Überzug.
  • Beides besteht aber nur bis zur nächsten Wäsche. Das Haar wird nicht von Grund auf geheilt, sondern es legt sich nur eine Schicht um die Haare, die sie glatter erscheinen lässt.
  • Das gesunde Haar muss von der Wurzel aus nachwachsen. Sie liegt unterhalb der Haut - und ist für ein Shampoo überhaupt nicht erreichbar.

Bewertung: Für den Moment mag die Haarreparatur ein zufriedenstellendes Ergebnis bringen, nachhaltig ist es allerdings nicht.

3. Inhaltsstoffe von Shampoos gegen Haarausfall

Es gibt verschiedene Wirkstoffe, die in Haarausfall-Shampoos enthalten sind. Aber welches Mittel gegen Haarausfall ist wirksam? Wir klären auf:

Biotin/ Keratin

  • Der Hauptbestandteil von Haaren ist das Eiweiß Keratin. Es gehört zu den Faserproteinen und umspinnt den Haarkern. Durch Keratin bekommt das Haar seine Struktur und wird elastisch und geschmeidig.
  • Ein wichtiger Baustein, der zur Herstellung von Keratin benötigt wird, ist das Vitamin Biotin. Durch zu wenig Keratin kann das Haar glanzlos und brüchig werden. Durch Hitze, Salzwasser, Chlor oder Reibung kann sich Keratin aus den Haaren lösen.
  • Shampoos mit künstlichem Keratin sollen dazu dienen, die Lücken im Schutzmantel der Haare wieder aufzufüllen und es wieder kräftiger, glänzender und geschmeidiger zu machen.
  • Die Shampoos wirken nicht spezifisch gegen Haarausfall, können aber Haarverlust durch Spliss und Haarbruch verringern.

Koffein

  • Koffein hat auf Zellkulturen im Labor einen wachstumsfördernden Effekt und soll deshalb das Haarwachstum positiv beeinflussen. Entsprechende Studien, bei denen Kopfhaut im Labor Koffein ausgesetzt wurde, legen das nahe.
  • Dennoch ist die medizinische Wirkung von Koffein-Shampoos unklar. Die Kopfhaut im Labor lag fünf Tage lang in einer Koffeinlösung - das ist mit den vielleicht 60 Sekunden Einwirkzeit eines Shampoos nicht vergleichbar.
  • Zudem geht das Haarwachstum von der Haarwurzel aus, die unter der Kopfhaut liegt. So tief dringt ein Shampoo gar nicht ein.
  • Und: Einige der Studien über koffeinhaltige Shampoos wurden von den entsprechenden Herstellern gesponsert. Koffein-Shampoos werden insbesondere bei erblich bedingtem Haarverlust eingesetzt.

Arganöl

  • Arganöl wird aus den Früchten des Arganbaums gewonnen, der im südwestlichen Marokko wächst. Das Öl enthält viele wertvolle Antioxidantien und Fettsäuren. Zudem ist es reich an Vitamin E.
  • Die Inhaltsstoffe sollen die Durchblutung der Kopfhaut anregen und so das Haarwachstum beschleunigen.
  • Sie können trockene und schuppige Kopfhaut beruhigen und Juckreiz lindern. Arganöl ist entweder in Shampoos enthalten, kann aber auch pur auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Es kann für verschiedene Formen von Haarausfall eingesetzt werden.

Cystin

  • Cystin ist eine Aminosäure und ein wichtiger Bestandteil von Keratin.
  • Es dient dazu, die Haarstruktur zu stärken und das Haar kräftig wachsen zu lassen. Eine spezifische Wirkung gegen Haarausfall liegt nicht vor.
  • Das Haar kann durch cystinhaltige Shampoos aber gestärkt werden und ist besser gegen Umwelteinflüsse geschützt.

Provitamin B5

Provitamin B5 wird im Körper zu Vitamin B5 umgewandelt. Es ist ein wichtiger Baustein für den Auf- und Abbau von Fettsäuren, Aminosäuren und Kohlenhydraten.

Aminexil

  • Aminexil ist ein in langjähriger Forschung entwickelter und patentgeschützter Wirkstoff, der dem Wirkstoff Minoxidil ähnelt.
  • Er lockert verhärtetes Kollagen um die Haarfollikel auf und sorgt für einen festen Sitz der Haarwurzel.
  • Im Gegensatz zu Minoxidil sollen jedoch gelegentlich auftretende Nebenwirkungen wie Hautrötung, Juckreiz oder Schuppung der Kopfhaut nicht vorhanden sein.
  • Shampoos mit Aminexil werden gegen hormonell bedingten Haarverlust bei Männern und Frauen eingesetzt.

Taurin

  • Taurin ist eine Aminosäure, die ein wichtiger Bestandteil von Keratin ist. Damit dient sie dem Aufbau des essenziellen Haarbestandteils.
  • Zusätzlich senkt Taurin den Cortisol-Spiegel. Cortisol ist ein Stresshormon. Da auch Stress Stoffwechselprobleme und Haarausfall verursachen kann, dient Taurin somit in doppelter Hinsicht der Haargesundheit.

Alfatradiol

  • Alfatradiol wird lokal bei hormonell bedingtem Haarausfall angewandt. Bei dieser Form des Haarausfalls reagiert die Haarwurzel überempfindlich auf das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT).
  • Alfatradiol hemmt das Enzym, was zur Herstellung dieses Hormons dient.

Minoxidil

  • Minoxidil ist eines der häufigsten verwendeten medizinischen Präparate zur Behandlung von Haarausfall. Eigentlich dient der Wirkstoff der Blutdrucksenkung, er wird in aller Regel als Tablette eingenommen. Shampoos mit Minoxidil-Wirkstoff werden zweimal täglich als Lösung oder Schaum auf der Kopfhaut angewandt.
  • Lokal auf der Kopfhaut angewandt, soll er angeblich für ein verstärktes Haarwachstum sorgen. Unsere Erfahrungen zeigen jedoch, dass diese Wirkung eher eine vorübergehende Wirkung zeigt, welche bereits nach einem halben bzw. einem Jahr gänzlich verschwindet.
  • Diese Pseudo-Wirkung von lokal angewandtem Minoxidil ist durch die Aktivierung von Haaren, aus der Ruhe- in die Wachstumsphase zu erklären. Dies ist jedoch nur scheinbar positiv und hat keinen langfristigen Nutzen.

Aloe Vera

  • Aloe vera ist eine bekannte Pflanze, die häufig in Kosmetikprodukten eingesetzt wird.
  • Das Gel kann entweder selbst gewonnen oder gekauft werden. Durch den Inhaltsstoff Beta-Sitosterin wird die Durchblutung und damit die Nährstoffversorgung der Kopfhaut gesteigert.
  • Zusätzlich enthält die Pflanze Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Kalium und Zink, die ebenfalls dem Haarwachstum zuträglich sind. Außerdem werden Haare und Kopfhaut mit Feuchtigkeit versorgt.
  • Aloe vera kann bei diffusem Haarausfall helfen, leider nicht bei hormonell bedingtem Haarverlust.

Weitere pflanzliche Wirkstoffe

Auch vielen weiteren pflanzlichen Produkten wie Haferflocken, Knoblauch, Apfelessig oder Brennnesselextrakt wird eine das Haarwachstum unterstützende Wirkung nachgesagt.

4. Beliebte Hersteller von Shampoo gegen Haarausfall

Es gibt eine Hand voll Klassiker an Shampoos gegen Haarausfall, die in jedem Supermarktregal stehen oder freiverkäuflich in der Apotheke zu haben sind.

  • Zu den Wichtigsten gehört zum Beispiel Alpecin. Die Haarausfall-Shampoos von Alpecin enthalten den Wirkstoff Koffein. Der Anwender hat die Auswahl zwischen verschiedenen Düften. Zusätzlich gibt es Shampoos mit weiteren Inhaltsstoffen wie Taurin oder verschiedenen Mikronährstoffen. Auch Präparate, die zusätzlich gegen Schuppen wirken oder trockene Kopfhaut revitalisieren können, sind im Angebot.
  • Bekannt sind auch Shampoos von Ducray. Die Anti-Haarausfall-Produkte enthalten neben Vitamin B5 und Biotin den Inhaltsstoff Monolaurin. Das ist ein Stoff, der auch in Muttermilch und Kokosöl enthalten ist. Er hat antimikrobielle Eigenschaften und kann die Haare vor Infektionen, die mit Haarausfall einhergehen, schützen. Zusätzlich können haarschädliche freie Radikale gemindert werden. Auch durchblutungsfördernde Eigenschaften werden dem Monolaurin nachgesagt. Das Shampoo soll vor allem dabei helfen, die Kopfhaut gut zu durchbluten und sie auf andere Haarausfall-Therapien vorzubereiten.
  • Ebenfalls häufig angewandt bei erblich bedingtem Haarausfall werden Shampoos von Regaine. Auch Lösungen zum Auftragen auf die Kopfhaut sind erhältlich. Als Wirkstoff enthalten die Produkte von Regaine Minoxidil. Es gibt unterschiedliche Wirkstoffkonzentrationen für Männer und Frauen, da das Haar von Frauen besser auf Minoxidil anspricht.
  • Weiterer Klassiker ist Plantur 21. Es gibt verschiedene Plantur-Shampoos, die jeweils den Wirkstoff Koffein enthalten. Plantur 21 ist primär für dünnes Haar und vermehrten Haarausfall durch Stress und Nährstoffmangel gedacht. Es enthält zusätzlich verschiedene Vitamine und Mineralstoffe, die das Haar kräftig und widerstandsfähig machen sollen. Plantur 39 wird eher gegen den erblich bedingten Haarausfall eingesetzt und enthält zusätzlich pflegende Pflanzenextrakte.

Weitere Marken von Haarausfall-Shampoos mit dem entsprechenden Wirkstoff sind:

  • Dermasence: mit Glycerin und Urea
  • Vichy: DERCOS-Serie mit Aminexil
  • Sebamed: Koffein und Gingko
  • Sinoz: verschiedene Proteine und Vitamine, grüner Tee, Kamille, Aloe vera
  • Rausch: Koffein
  • Korres: verschiedene Proteine und Cystin
  • Guhl: Koffein
  • L'Oréal: Biotin und Provitamin B5
  • Goldwell: Kamille, Olivenöl
  • Eucerin: Creatin und Carnitin
  • Priorin: Biotin, Hirse, Vitamin B5
  • Schwarzkopf: Taurin
  • Wella: Koffein, Biotin
  • Alverde: Bio-Produkt mit Koffein
  • Balea: Koffein
  • Isana: Koffein

5. Wie werden Haarausfall-Shampoos angewandt?

Wie ein Shampoo gegen Haarausfall angewandt wird, hat in der Regel der jeweilige Hersteller auf der Packung vermerkt.

  1. Die meisten Produkte sollten ein- bis zweimal täglich benutzt werden. Zuerst werden die Haare komplett durchnässt.
  2. Je nach Haarlänge sollte eine etwa walnussgroße Portion Shampoo aufgetragen und im kompletten Haar verteilt werden. Nach zwei Minuten Einwirkzeit kann alles vollständig ausgewaschen werden.
  3. Lauwarmes Wasser reicht aus, es sollte zum Schutz der Haare nicht zu heiß sein. Auch beim trocken rubbeln der Haare sollte man vorsichtig sein, um die Haaroberfläche nicht zu beschädigen.
  4. Wer zusätzlich ein stärkendes Haarwasser verwenden möchte, kann dies nach dem Trocknen der Haare auftragen. Es wird im Haar belassen und nicht ausgespült.

Das Shampoo öfter als empfohlen anzuwenden, kann potenzielle Nebenwirkungen wie Hautreizungen, Juckreiz und Trockenheit der Kopfhaut verstärken. Außerdem kann zu häufiges Waschen zum Austrocknen der Haare führen. Insbesondere bei Shampoos mit dem Wirkstoff Minoxidil kann es im Fall einer Überdosis auch zu Blutdruckstörungen, Schwindel oder Übelkeit mit Erbrechen kommen.

6. Was hilft wirklich gegen Haarausfall?

Das Wichtigste, um die richtige Therapie gegen Haarausfall zu finden, ist, dass die zugrundeliegende Ursache ermittelt wurde. Nur dann kann eine Therapie gezielt angreifen. Die häufigsten Ursachen und geeignete Mittel zur Behandlung sind im Folgenden aufgeführt.

Erblich bedingter Haarverlust (androgenetische Alopezie)

  • Hier handelt es sich um eine hormonell bedingte Form von Haarausfall, bei der die Haarwurzeln überempfindlich auf das männliche Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) reagieren.
  • Es ist die häufigste Form von Haarausfall, die vor allem Männer ab dem 20. Lebensjahr und Frauen ab den Wechseljahren betrifft. Durch das charakteristische Aussehen, das bei Männern zum Beispiel mit Geheimratsecken beginnt, kann diese Form von Haarausfall relativ einfach diagnostiziert werden.
  • Abhilfe schaffen können Minoxidil-Shampoo oder bio-regenerative Methoden. Auch allgemeine Haarpflege und eine gesunde Ernährung sind hilfreich.

 

Diffuser Haarausfall

  • Diffuser Haarausfall kann verschiedenste Ursachen haben von Medikamenten-Nebenwirkungen, Mangelerscheinungen und hormonellen Störungen bis zu Stress oder Erkrankungen der Kopfhaut.
  • Es kann manchmal schwierig sein, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren. Ist sie aber gefunden und wird adäquat behandelt, kann der Haarverlust komplett reversibel sein.

 

Kreisrunder Haarausfall

Der kreisrunde Haarausfall wird auch Alopecia areata genannt und zählt zu den Autoimmunerkrankungen.

Es bilden sich runde, komplett kahle Stellen auf der Kopfhaut. Als Therapie werden vor allem Cortison-Präparate eingesetzt. Aber auch verschiedene lokale Mittel, Bestrahlung mit UV-Licht, Immunsuppressiva oder eine bio-regenerative Therapie können helfen.

Weitere Formen von Haarausfall

Zu den selteneren Formen von Haarausfall zählen die psychische Erkrankung Trichotillomanie, Haarverlust durch Verätzungen oder Verbrennungen oder die Traktionsalopezie. Die Behandlung hängt vom jeweiligen Krankheitsbild ab.

7. Testsieger: Welches Shampoo gegen Haarausfall gewinnt bei Stiftung Warentest?

Um die besten Shampoos gegen Haarausfall zu finden, haben auch Stiftung Warentest und andere Testanbieter die Anwendung und Wirksamkeit überprüft.

Das ernüchternde Ergebnis der Tests: Uneingeschränkt zu empfehlen ist kein einziges Mittel, die meisten wirken überhaupt nicht oder enthalten sogar schädliche Zusätze.

Das einzige Medikament, was lokal aufgetragen wirklich eine nachgewiesene Wirkung gegen Haarausfall hat, ist Minoxidil. In Einzelfällen kann auch Alfatradiol helfen.

Die meisten Hersteller haben auf Anfrage der Testanbieter keine seriösen Studien zur Wirksamkeit ihrer Produkte vorlegen können. Teilweise wird mit Ergebnissen von Laborstudien geworben, bei denen aber unklar ist, ob sie wirklich auf den Menschen übertragbar sind.

8. Fazit: Möglichkeiten und Grenzen von Haarausfall-Shampoos

Da Haarausfall für viele Menschen ein wichtiges und emotionales Thema ist, ist es für die Shampoo-Hersteller ein großer Markt. Die Wirkung der Shampoos ist oft fraglich, es wird mit den Sorgen und Ängsten der Menschen gespielt.

  • Das Wichtigste, damit ein Shampoo überhaupt die Möglichkeit hat zu wirken, ist, dass die individuelle Ursache des Haarausfalls gefunden wurde.
  • Bei Haarausfall ist es wie bei jedem anderen Symptom und jeder anderen Krankheit auch: Ein Medikament kann noch so gut sein - wenn es falsch eingesetzt wird, ist es wirkungslos.
  • Viele Anwender lassen ihren Haarausfall aber nicht von einem Experten abklären, sondern kaufen sich selbst auf gut Glück ein Shampoo ihrer Wahl.
  • Ist der zur richtigen Ursache passende Wirkstoff gefunden, kann ein Shampoo helfen, Haarausfall zu vermindern.
  • Allerdings gibt es nur einen Wirkstoff, Minoxidil, der auch eine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung hat. In Einzelfällen kann Alfatradiol nützlich sein. Bei vielen anderen Wirkstoffen ist der Effekt unklar.

Deutlich effektiver wirken regenerative Methoden gegen Haarausfall. Die folgenden Ergebnisse konnten mit einer PRP-Therapie erreicht werden:

9. Weitere Tipps gegen Haarausfall und für ein gutes Haarwachstum

Schon mit einfachen Hausmitteln kann man dem Haar etwas Gutes tun. Eine Spülung mit einem hochwertigen Öl wie Kokosöl, Arganöl oder Olivenöl kann das Haar geschmeidig machen. Eine Kopfmassage sorgt für eine gute Durchblutung, sodass Sauerstoff und Nährstoffe zur Haarwurzel gelangen können.

Oft ist bei der Haarpflege weniger mehr: Es gibt eine ganze Reihe Dinge, die dem Haar schaden können und auf die man daher verzichten sollte. Dazu gehören heißes Föhnen, Lockenstab oder Glätteisen ebenso wie Färben, Blondieren oder Dauerwelle.

Wer alleine nicht weiterkommt, sollte sich frühzeitig an einen Experten für Haarausfall-Behandlungen wenden. Dort stehen verschiedene regenerative Therapien zur Verfügung, die helfen können, den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum wieder anzuregen.

  • Dazu gehört die PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma), bei der aufbereitetes Eigenblut in die Kopfhaut injiziert wird.
  • Weiterhin besteht die Möglichkeit einer Stammzellentherapie, durch die wertvolle Zytokine und Wachstumsfaktoren in die Kopfhaut gebracht werden können.
  • Auch die Möglichkeit einer Laser-Behandlung der Kopfhaut steht zu Verfügung. Die wichtigsten Vitamine, Nährstoffe und Aminosäuren können auch per Infusion gegeben oder direkt in die Kopfhaut gespritzt werden.

Wenn alles nicht hilft, besteht für die meisten Betroffenen die Option einer Haartransplantation. Dabei werden Spenderhaare aus Bereichen dichten Haarwachstums entnommen und an die kahlen Stellen transplantiert. Voraussetzung dafür ist, dass noch genügend eigenes Haar vorhanden ist. Außerdem sollte der Haarausfall nicht mehr weiter voranschreiten. Sonst besteht die Gefahr, dass transplantierte Areale als behaarte Stellen stehen bleiben, während die Haare rundherum ausfallen.

Wie können wir Ihnen helfen?

Sie interessieren sich für eine professionelle Diagnostik und Behandlung Ihres Haarausfalls? Oder Sie möchten ihre Wimpern, Augenbrauen oder Ihren Bart durch eine Haartransplantation wiederherstellen oder optisch verschönern lassen? Dann kontaktieren Sie uns gerne!

Reza Azar, Ärztlicher Leiter

Zentrum für moderne Haartransplantation
Kurfürstendamm 218
10719 Berlin

Telefon: +49-30 206 474 18

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