Haartransplantation in Deutschland: Kosten, Behandlungsmethoden & FAQ

Fast 750.000 Haartransplantationen wurden im letzten Jahr weltweit durchgeführt, etwa 100.000 davon in Europa. Aber Haartransplantation ist nicht gleich Haartransplantation. Nur die Wenigsten wissen, dass es große Unterschiede in der Qualität dieser Behandlung gibt. In Deutschland ist der Standard dank strenger Gesetze und Qualitätsansprüche an die Spezialkliniken vergleichsweise hoch. Nicht ohne Grund finden sich hierzulande auch einige der führenden Experten auf dem Gebiet der Haarverpflanzung.

Wir haben in unserer Praxis in Berlin bereits über 6000 Patienten beraten und behandelt. Durch unseren hohen Anspruch, langjährige Expertise und Erfolgsquoten von bis zu 90% können wir mit den allermeisten Patienten tolle Erfolge feiern. Haben Sie Fragen? Nehmen Sie gerne Kontakt auf, wir sind für Sie da.

Haartransplantationen in Deutschland – Das müssen Sie wissen

Wer sich für eine Haartransplantation interessiert und sich im Internet informiert, findet zahlreiche Informationen zu dem Thema: Etwa eine halbe Millionen Ergebnisse liefert zum Beispiel eine Anfrage bei Google. Praktischerweise liefert die Suchmaschine auch gleich die am nächsten gelegenen spezialisierten Haarkliniken. Diese findet man mittlerweile in fast allen größeren deutschen Städten.

Expertenvereinigungen haben für praktizierende Ärzte, die Haartransplantationen vornehmen wollen, Mindestanforderungen formuliert. Diese beinhalten:

  • Erteilte Approbation und Berufserlaubnis zur ausübung des Arztberufes durch einzelne Bundesländer
  • Entnahme der Haarwurzeln bzw. Transplantate durch persönliche Leistungserbringung des Arztes
  • Nachgewiesene Kenntnisse zur Behandlung chirurgischer, kardiovaskulärer und medikamentöser Komplikationen
  • Teilnahme an Fortbildungen zum Erlernen von minimal-invasiven haarchirurgischen Techniken der Haartransplantation

Diese Anforderungen stellen vor allem sicher, dass auch bei Komplikationen keine Gefahr für den Patienten besteht. Um wirklich nachhaltige und ästhetisch anspruchsvolle haarchirgische Behandlungen durchzuführen, ist nicht nur grundlegendes Wissen nötig. Vielmehr müssen sich Ärzte genau mit Spezialwissen bezüglich Haut und Haar und entsprechender Erkrankungen auseinandersetzen. Erst durch langjährige Erfahrung und den Austausch mit anderen Experten können sie ihre Fähigkeiten vervollkommnen.

Behandlung in Deutschland versus Behandlung im Ausland

Neben einer Haartransplantation in Deutschland ziehen viele Interessierte auch eine Behandlung im Ausland in Betracht. Ausschlaggebend für solche Überlegungen ist oft der Preis. Viele bedenken aber nicht, dass Medizintourismus auch zahlreiche Nachteile mit sich bringt.

Vorteile einer Haartransplantation im Ausland

Haarkliniken in der Türkei und Osteuropa bieten oft deutlich günstigere Preise als Anbieter in Deutschland. Grund dafür sind vor allem die niedrigeren Kosten einer Haartransplantation im Ausland. Während die Preise in Deutschland durch die Gebührenordnung für Ärzte zur Qualitätssicherung vorgegeben sind, ist dies in anderen Ländern oft nicht der Fall. Gleichzeitig tragen niedrige Unterhaltskosten und Löhne dazu bei, die Kosten und damit die Preise niedrig zu halten. Zu dem werden die Operationen nicht durch Ärzte, sondern durch oft schlecht ausgebildetes nicht-medizinisches Personal durchgeführt.

Ein Anreiz für eine Behandlung im Ausland kann auch sein, dass diese sich bequem mit einer Urlaubsreise verbinden lässt. Spezielle Angebote mit Unterbringung in einem Hotel am Meer versprechen neben dem medizinischen Eingriff Erholung pur.

Nachteile einer Haartransplantation im Ausland

Die Nachteile einer Behandlung im Ausland werden Vielen erst mit der Zeit klar. Die Kombination aus Haartransplantation und Urlaub klingt zwar verlockend. Oft ist der Erholungsfaktor einer solchen Reise aber begrenzt. Stress und Unsicherheit überwiegen meist und auch mögliche Komplikationen können die Urlaubsfreude trüben.

Viele Anbieter beschäftigen zwar gut ausgebildete Übersetzer. Die direkte Kommunikation mit dem Klinikpersonal oder dem Arzt ist aber nicht möglich. Dabei ist eine umfassende Aufklärung vor einem medizinischen Eingriff wie einer Haartransplantation zwingend notwendig. Nur wer über Risiken und Erfolgsaussichten Bescheid weiß, kann eine fundierte Entscheidung treffen. In Deutschland ist ein detailliertes Aufklärungsgespräch durch den behandelnden Arzt verpflichtend.

Auch die Qualität der Behandlung selbst entspricht im Ausland nicht immer den deutschen Standards. Das trifft sowohl auf die Hygiene und Ausstattung in den Kliniken als auch auf die Haartransplantation selbst zu. Natürlich gibt es überall sowohl qualifizierte Ärzte als auch falsche Spezialisten. Bei einer Klinik im Ausland ist es im Falle einer verpfuschten Haarverpflanzung aber oft wesentlich schwerer, Ansprüche geltend zu machen. In Deutschland sind die Interessen der Patienten dank deutschem Verbraucherschutz deutlich besser gestellt.

Nur Profis an das Haar lassen

Eine fehlgeschlagene Behandlung ist natürlich immer ärgerlich. Im Falle einer Haartransplantation ist ein verpfuschter Eingriff aber aus mehreren Gründen besonders problematisch:

1. Die Anzahl an idealen Spenderhaaren für Eigenhaartransplantationen ist beschränkt. Im Spenderbereich am Hinterkopf lassen sie sich leicht entnehmen und sind gleichzeitig resistent gegenüber androgenetischem Haarausfall. Ein Haarfollikel, der aus dem Spenderbereich entnommen wurde, wächst nicht nach. Wenn bei einer unsachgemäßen Entnahme, der Haarfollikel beschädigt wird, wird dieser trotz Implantation nicht anwachsen. Folglich führt diese minderwertige Behandlung zum Absterben von den wertvollen, da zahlenmäßig limitierten Spenderhaaren. Eine weitere Behandlung ist bei einem Mangel an geeignetem Spenderhaar weitaus komplizierter und teilweise nicht möglich.

2. Entstandene Narben bleiben für immer bestehen. Vor allem bei Behandlungen mit der FUT-Methode hinterlässt die Haarentnahme der Spenderhaare als Haarstreifen am Hinterkopf eine breite, bleibende Narbe. Bei fortschreitendem Haarausfall lässt sich diese unter Umständen nicht mehr kaschieren.

3. Eine misslungene Haarverpflanzung bedeutet Verschwendung von Spendermaterial und hinterlässt mehr Schäden, als sie Nutzen bringt. Betroffene wünschen sich daher fast immer eine Korrektur der Haartransplantation.

 

Enttäuschung und Stress durch eine fehlgeschlagene Haartransplantation lassen sich vermeiden, indem man den behandelnden Haarchirurgen sorgfältig auswählt. Wichtigstes Kriterium sollten dabei keinesfalls die entstehenden Kosten sein. Erfahrung und fachliche Qualifikationen sind bei einer Haartransplantation das A und O. Das Ergebnis am Ende hängt nämlich wesentlich davon ab, dass komplexe Faktoren wie Wuchsrichtung, Haarlinie, Haarverlauf und Haardichte richtig gewählt werden.

Dabei geht es bei einer Haartransplantation keinesfalls nur um ästhetische Punkte. Komplikationen und nicht fachgerechte Behandlungen können langfristig auch der Gesundheit schaden. Auch wenn es sich um einen minimal invasiven Eingriff handelt, sollten die Folgen nicht unterschätzt werden.

Fazit - so findet man Experten

Wer auf der Suche nach einem Haarchirurgen ist, sollte bei selbsternannten Spezialisten stets skeptisch sein. Indizien für einen wirklichen Fachmann sind:

  • Keine durchgetaktete Akkordarbeit, sondern individuelle Beratung
  • Weiterempfehlungsquote zufriedener Patienten
  • Mitgliedschaft in Fachverbänden
  • Publikationen zum Thema Haartransplantation
  • Teilnahme an Kongressen und Fachveranstaltungen
  • Anwendung der narbenfreien FUE-Methode mit Mikronadel

Auch wenn die Vorstellung einer kostengünstigen Haartransplantation als Medizintourist mit Sonne, Strand und Meer verlockend erscheint – entscheidend bei der Arztwahl sollten vor allem Qualität, fachliche Expertise und Patientenerfahrungen sein. Das schließt eine Behandlung im Ausland nicht zwangsläufig aus. Patienten sollten hier stets aber die Nachteile wie sprachliche Barrieren und die aufwendigere Durchsetzung von etwaigen Ansprüchen auf Schadensersatz bewusst sein.

Auch die Verbreitung von Covid 19 hat gezeigt, wie wichtig die Einhaltung der Hygienestandards und das medizinisch und technische Know how ist. In der Krise hat Deutschland der Welt diesbezüglich seine Vorreiterrolle eindrucksvoll bewiesen.

Ein qualifizierter Spezialist auf dem Bereich der Haartransplantation ist im besten Fall ein ausgebildeter Haarchirurg, der sich ausschließlich der Haarausfall Behandlung widmet. Eigene Publikationen oder die Mitgliedschaft in Fachverbänden zeigen, dass die Kenntnisse des Behandlers dem neuesten Stand der Forschung entsprechen.

Eine Haarverpflanzung sollte immer erst nach eingehender Beratung und fachlicher Diagnose des Haarausfalls durchgeführt werden. Sonst besteht das Risiko, dass es sich nicht um die ideale Therapie für die jeweilige Erkrankung handelt. Dann könnte der gewünschte Behandlungserfolg ausbleiben.

FAQ

Wie lange dauert eine Behandlung?

Die Dauer einer Haartransplantation hängt von der Anzahl der verpflanzten Haarfollikel und dem verwendeten Transplantationsverfahren ab. Die Behandlung einer Halbglatze dauert länger als eine Barthaartransplantation oder von Geheimratsecken am Vorderkopf. Vor jedem Eingriff findet ein ausführliches Gespräch zur Beratung und Aufklärung statt. In diesem besprechen wir nicht nur die gewünschten Ergebnisse und die beste Behandlung für Ihr Haupthaar. Gleichzeitig erfahren Sie alles, was Sie im Rahmen einer Haartransplantation beachten müssen.

Der Eingriff dauert je nach Umfang mit Vorbereitung etwa zwischen einigen Stunden bis zu zwei Tagen. Die Haartransplantation erfolgt unter örtlicher Betäubung. Direkt nach dem Eingriff können die Patienten die Klinik wieder verlassen.

Wie lange sollte für die Reise eingeplant werden?

Wie jeder medizinische Eingriff ist auch eine Haartransplantation für den Körper belastend. Planen Sie daher genug Zeit für die Anreise ein. Im Idealfall beziehen Sie bereits am Tag vor der Operation Ihre Unterkunft. So geraten Sie am Behandlungstag nicht in unnötigem Streß. Sie dürfen auch direkt nach dem Eingriff die Heimreise antreten. Eine Nachkontrolle ist aufgrund der schonenden Behandlung nicht nötig.

Ist eine Behandlung im Ausland auch eine Option?

Haartransplantationen im Ausland bestechen vor allem mit ihren günstigen Preisen. Teilweise betragen diese nur etwa die Hälfte von dem, was in Deutschland üblich ist. Wer diese Möglichkeit in Betracht zieht, sollte sich aber auch der Nachteile eines Eingriffs im Ausland bewusst sein. Sprachbarrieren erschweren die Kommunikation und können für Verunsicherung sorgen. Gleichzeitig ist es unter Umständen schwer, Anweisungen für die richtige Nachsorge zur Vorbeugung einer Infizierung zu bekommen. Dabei kann diese entscheidend für die Anwachsrate und damit den Erfolg der Behandlung sein. Bei einer Komplikation während oder direkt nach der Behandlung ist die medizinische Versorgung im Ausland nicht den deutschen Standards entsprechend.