Haartransplantation:
Methoden im Überblick die FUT, FUE und I-FUE-Methode

Haartransplantation bei Mann oder Frau
gibt es Unterschiede?

Haarausfall ist bei Männern und Frauen auch geschlechtsspezifisch unterschiedlich zu betrachten und zu behandeln. Denn bei Frauen kommen meist andere Ursachen in Frage als bei Männern. Die Haartransplantation an sich verläuft jedoch ohne nennenswerte Unterschiede.

Die verschiedenen Methoden der Haartransplantation unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Entnahme-Technik bei der Spenderhaargewinnung. Das Verfahren der Haarverpflanzung an sich, also die eigentliche Transplantation, ist bei allen Methoden identisch

Haartransplantation Methoden

Die FUT- Methode (Follicular Unit Transplantation)

Die FUT-Methode hinterlässt sichtbare Narben

Zu Deutsch „Streifenmethode“, da der Arzt bei dieser invasiven Methode einen bis zu 20 cm langen und 1-3 cm breiten, behaarten Hautstreifen inklusive darin befindlicher Haarwurzeln (zumeist) aus dem Hinterkopf des Patienten herausschneidet.

Die Entnahme des kompletten Hautstreifens erfolgt mit einem Skalpell und unterscheidet sich damit gravierend von den anderen beiden Methoden. Nachdem der Hautstreifen vom Hinterkopf des Patienten entfernt wird, extrahieren Assistenten die darin befindlichen Haarfollikel, die anschließend an neuer Position transplantiert werden.

Die invasive FUT-Methode ist schmerzhaft für den Patienten und so gewebsschädigend, dass große unästhetische Narben zurückbleiben. Darüber hinaus erfährt das umliegende Hautareal der Narbe ebenfalls ein Trauma, welches vielfach zum sogenannten Shock-loss (traumabedingten Haarverlust) führt.

Die FUE-Methode (Follicular Unit Extraction)

Die FUE-Methode

ist eine minimalinvasive Methode für Haartransplantationen. Die Bezeichnung steht für die Entnahme einzelner gesunder Follikulärer Einheiten aus dem gesunden Spenderhaarbereich und ihre folgende Transplantation in kahle Hautbereiche.

Da jede Follikuläre Einheit vom Haarchirurgen mittels winziger Hohlnadeln einzeln entnommen und transplantiert wird, ist die FUE-Haartransplantation entsprechend zeitaufwendig und stellt hohe Ansprüche an den durchführenden Haarchirurgen.

Die Behandlungsqualität ist jedoch entsprechend hoch, denn es bleiben lediglich kaum sichtbare Mikronarben in der Haut zurück.

Die I-FUE-Methode (Intermittend Follicular Unit Extraction)

I-FUE-Methode verspricht beste Ergebnisse

Ist die optimierte Form der FUE-Methode und eine neue Methode bei Haarausfall. Auch hier werden die einzelnen Follikulären Einheiten mit winzigen Hohlnadeln vorsichtig aus der Haut extrahiert. Im Gegensatz zur FUE-Methode erfolgt die Entnahme der einzelnen Follikulären Einheiten bei der I-FUE-Methode jedoch in kurzen aufeinanderfolgenden zeitlichen Intervallen (beim Entnehmen und Einsetzen). Dies hat den Vorteil, dass die Transplantate nur sehr kurz außerhalb des schützenden Hautgewebes sind und entsprechend geringe Schädigung erfahren. Dieses optimierte Vorgehen führt zu noch besseren Behandlungsergebnissen in Form von schnellem Einheilen der Transplantate und besonders hohe Anwuchsraten.

Grober Ablauf der
I-FUE/FUE-Haartransplantation

Präoperative Behandlung

Hierzu gehört die persönliche ärztliche Beratung inklusive Anamnese und ggf. Laboruntersuchungen, Erstellung des patienten-individuellen Behandlungsplans, Aufklärungsgespräch und ggf. Rezeptausstellung für medikamentöse Vorbehandlung.

Operative Behandlung

Zur Gewinnung der Spenderhaare werden die einzelnen Follikulären Einheiten vorsichtig mit einer Hohlnadel aus dem Spenderareal entnommen und anschließend in die kahlen Stellen transplantiert.

Postoperative Behandlung

Nach der Operation wird das Entnahmeareal mit einem Verband geschützt und der Patient erhält genaue Anweisungen, wie er seine Kopfhaut bzw. die transplantierten Haare nach dem Eingriff zu behandeln hat.

Hierfür erhält der Patient ein spezielles Merkblatt, welches ihm die bestmögliche postoperative Pflege nach der Haartransplantation genau beschreibt.

Ziel ist, die typische postoperative Krustenbildung im Empfangsareal innerhalb von 6 Tagen nach der Operation zur Ablösung zu bringen. Darüber hinaus ist eine weitere persönliche Behandlung durch den Arzt in der Regel nicht nötig.

Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite:

Haartransplantation – Ablauf und Verlauf

FAQ - Haartransplantation Methoden

Welche Methoden der Haartransplantation gibt es?

Derzeit gibt es auf dem Markt vor allem drei unterschiedliche Methoden für Haartransplantationen mit Eigenhaar:

1. FUT-Methode: Follicular Unit Transplantation

Die FUT-Methode ist auch als sogenannte Streifenmethode bekannt. Der behandelnde Haarchirurg schneidet mit einem Skalpell einen Hautstreifen mit den darin enthaltenen Spenderhaaren. Als Entnahmestelle hierfür dient meist der Hinterkopf. Der entnommene Hautstreifen aus der Kopfhaut ist meist 1-2 cm breit und bis zu 20 cm lang. Unter dem Mikroskop lösen Haar-Assistenten anschließend in mehreren Präparationsschritten die einzelnen Haarfollikel von der Haut und diese werden schließlich einzeln in das Zielareal eingepflanzt.

2. FUE-Methode: Follicular Unit Extraction

Bei der FUE-Methode entnimmt der Haarchirurg mit einer feinen Hohlnadel/ Stanze einzelne Haarfollikel, Haarfollikel-Gruppen, sogenannte Micrografts direkt aus dem Haarkranz des Patienten. Aus jedem Haarfollikel bzw. Haarwurzelgrüppchen auch bekannt als Follikuläre Einheit wachsen nach der Verpflanzung zwischen einem und fünf Haare.

Der Arzt sortiert unter einem Mikroskop die geeigneten Haarfollikel und lagert sie in einer Nährlösung, bis die Präparation abgeschlossen ist. Dann setzt der Behandler die Empfangskanäle in das Empfangsareal, bevor schließlich die Implantation der Haar-wurzeln erfolgt.

3. I-FUE-Methode: Intermittend Follicular Unit Extraction

Die I-FUE-Methode ist die optimierte Weiterentwicklung der FUE-Methode. Die Entnahme und die Implantation der Transplantate erfolgen in mehreren Phasen während einer Behandlung. Das heißt, der Haarchirurg entnimmt einige wenige Haarwurzeln und setzt diese in direktem Anschluß wieder in die Haut ein. Dieser Arbeitsschritt wiederholt sich während der Haartransplantation mehrfach. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Grafts maximal 45 Minuten außerhalb des schützenden Körpers gelagert werden.

Welche Methoden sind fortgeschrittener und schmerzarm?

FUE- und I-FUE-Methode sind in der Regel schmerzärmer als die FUT-Methode. Das betrifft vor allem den Spenderbereich am Hinterkopf, wo die Haare entnommen werden. Hier entsteht bei der FUT-Methode durch das Herausschneiden mitsamt Haut eine größere Wunde. Diese schmerzt nicht nur, sondern kann sich auch stark entzünden. Durch die großflächige Entnahme des gesamten Hautstücks kann es zum sogenannten Schockausfall/ Shock loss der umliegenden Haare kommen. Werden wichtige Blutgefäße verletzt, kommt es zu einer Unterversorgung der Haarwurzeln, die zu einem vorübergehenden oder bleibenden Haarverlust führen kann.

  • Des Weiteren bleit nach der Haartransplantation mittels FUT eine lange auffällige Narbe zurück. Obwohl der Operateur sie vernäht, kann sich diese durch den Rückdehnungseffekt im Laufe der Zeit weiter ausdehnen. Diese Narbe wird mit zunehmendem Verlust der Haare immer sichtbarer. Zudem gehen wertvolle Spenderhaare für eventuell folgende Haartransplantationen verloren.
  • Bei der Entnahme von Haarfollikeln mit der FUE-Methode entstehen dagegen nur kleine, punktförmige Wunden, die in der Regel schnell und problemlos verheilen. Die zurückbleibenden Narben sind auch ohne von Haaren verdeckt zu sein kaum sichtbar.
  • Bei der I-FUE-Methode handelt es sich um die optimierte Sonderform der FUE-Methode. Durch die Optimierung und kurze Lagerungszeiten der Transplantate werden bessere Behandlungsergebnisse erzielt. Die transplantierten Haare wachsen in der Regel schneller und zahlreicher. Dadurch müssen weniger einzelne Transplantate verpflanzt werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Wie unterscheiden sich die Methoden?

FUT- und FUE-Methode unterscheiden sich vor allem in der Entnahme und Gewinnung der Spender-Haare. Bei der Streifentechnik entnimmt der Haarchirurg die zu verpflanzenden Haarfollikel mitsamt der umliegenden Haut. Die daraus entstehende Narbe ist in den meisten Fällen wesentlich auffälliger als die kleinen punktförmigen Wunden nach Entnahme mittels FUE-Methode. Hier setzt der Operateur statt eines Skalpells einen speziellen Hohlbohrer oder eine Stanze ein, um gezielt einzelne Haarfollikel zu lösen. Im Gegensatz zur Entnahme bei der FUT-Methode, die auch bei längerem Haar durchgeführt werden kann, müssen die Haare für Transplantation mittels FUE allerdings auf eine Länge von etwa 3 mm rasiert werden.

Durch die Unterschiede im Entnahme-Prozess gestaltet sich auch die Heilung des Entnahmebereichs bei beiden Transplantations-Methoden unterschiedlich. Nach einer Entnahme mittels FUT-Methode benötigen die meisten Patienten länger für Heilung und Regeneration als nach einer Haartransplantation mittels FUE- Methode. In der Regel kann z.B. die sportliche Aktivität bei der Streifenmethode erst nach 4-6 Wochen erfolgen. Dies ist nach FUE Vorgehen bereits nach 2 Wochen möglich. Die Selektion der einzelnen Spender-Haare unter dem Mikroskop und das Einpflanzen verlaufen bei beiden Methoden in der Regel gleich.

Der entscheidende Unterschied zwischen der klassischen FUE- und der neuen I-FUE-Methode liegt in der Lagerungszeit der entnommenen Haare. Außerhalb der Kopfhaut müssen die Haarwurzeln in einer speziellen Lösung liegen. Bei der I-FUE-Methode minimiert der Haarchirurg die Lagerungszeit durch häufigen Wechsel zwischen Haar-Entnahme und Einsetzung. Dadurch verbessert sich die Anwachsrate und die Regenerationsdauer nach der Haartransplantation fällt kürzer aus.

Wie lange dauert die Behandlung?

Entsprechend des Behandlungsumfangs, variiert die Behandlungsdauer der verschiedenen Haartransplantations-Methoden in der Regel zwischen wenigen Stunden und maximal 2 Tagen.

Was passiert nach dem Eingriff mit den transplantierten Haaren?

Nach der Haartransplantation fallen die transplantierten Haare wieder aus, bevor sie schließlich ab dem etwa 3.-12. postoperativen Monat langfristig wachsen. Das ist jedoch normal und kein Grund zur Sorge.

Nach Behandlungen nach der besonders gewebeschonenden I-FUE-Methode gehen zumeist schon um die 25% der transplantierten Haare direkt in ein langfristiges Wachstum über.

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