Die Ursache liegt in den meisten Fällen in der Genetik begründet. Etwa 95 Prozent aller Fälle bei Haarausfall bei jungen Männern gehen auf die sogenannte androgenetische Alopezie zurück, den erblich bedingten Haarausfall.
Der Hauptgrund liegt im Hormon Dihydrotestosteron (DHT), ein Stoffwechselprodukt des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Bei genetisch veranlagten Männern reagieren die Haarfollikel überempfindlich auf DHT. Das Hormon verkürzt die Wachstumsphase der Haare und lässt die Haarwurzeln schrumpfen, bis sie keine neuen Haare mehr produzieren können.
Warum beginnt es so früh? Die Empfindlichkeit gegenüber DHT ist bereits bei der Geburt genetisch festgelegt. Der Zeitpunkt, wann sich der Haarausfall bemerkbar macht, kann stark variieren – manche Männer sind bereits mit 16 Jahren betroffen, andere erst mit 70. Dies erklärt, warum Haarausfall bei Männern mit 20 durchaus normal ist und nicht automatisch auf gesundheitliche Probleme hinweist.
Unsere Praxis und Forschungen zeigen, dass alle Haarausfall-Erkrankungen mit Entzündungsreaktionen einhergehen. Diese oft unsichtbaren Entzündungen an den Haarwurzeln verstärken die DHT-Wirkung und können den Haarverlust beschleunigen. Stress, schlechte Ernährung oder andere Belastungen fördern solche Entzündungsprozesse und erklären, warum Haarausfall bei jungen Männern oft in stressigen Lebensphasen wie Studium oder Berufseinstieg verstärkt auftritt.